Urheberrechtsverletzungen nehmen zu
Labels verklagen immer mehr Unternehmen für Musiknutzung in sozialen Medien
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Zuletzt wurde bekannt, dass Universal Music sowie diverse Musikverlage Klage gegen den Eigentümer der US-amerikanischen Restaurantkette Chili's eingereicht haben, weil dieser in Werbeanzeigen auf Social Media Musik verwendet haben soll, ohne die Lizenzgebühren zu entrichten.
Insgesamt werden dem Eigentümer 80 Verstöße gegen das Urheberrecht vorgeworfen, was Schadenersatzforderungen in Höhe von bis zu 12 Millionen Dollar nach sich ziehen könnte.
Zahlreiche Fälle bekannt
Ähnliche Klagen gab es in den letzten Monaten vermehrt. Erst im September warf Associated Production Music (APM), ein Gemeinschaftsunternehmen von Sony Music Publishing and Universal Music Publishing, dem Pharmariesen Johnson & Johnson vor, in Werbevideos auf YouTube und Facebook die Musik des Unternehmens genutzt zu haben, ohne die Lieder ordnungsgemäß zu lizenzieren.
Für Schlagzeilen sorgte auch eine im Juli bekannt gewordene Klage von Kobalt Music gegen 14 NBA Teams, die in ihren Social Media Beiträgen unerlaubterweise die Musik des Musikunternehmens verwendet haben sollen. Auch hier könnte es um Geldstrafen in Millionenhöhe gehen.
Eine weitere Klage betrifft die American Hockey League (AHL). Laut APM hätten diverse Teams auf ihren Social Media Kanälen Werbeposts mit Musik des Labels unterlegt, ohne die nötigen Lizenzgebühren zu bezahlen. Trotz mehrfacher Kontaktversuche habe sich daran auch nichts geändert.
Derweil hat Sony seine Klage gegen die weltweit größte Hotelkette Marriott zurückgezogen. Sony warf Mariott fast 1000 Urheberrechtsverstöße vor, die meisten davon aus Beiträgen in sozialen Medien. Ob sich die beiden Unternehmen außergerichtlich geeinigt haben, ist nicht bekannt, aber wahrscheinlich.
Marketing mit Musik
Fest steht hingegen, warum Firmen so gerne Musik bei ihren Werbeanzeigen verwenden. Zum einen können die Unternehmen auf diese Weise ihre Reichweite erhöhen, da der Algorithmus die Beiträge auch Nutzern ausspielen wird, die zwar Fans der Musik sind, aber keine Berührungspunkte mit dem Unternehmen haben und den Beitrag ohne die Musik vielleicht nie gesehen hätten.
Zudem steigert Musik die Aufmerksamkeit und weckt positive Emotionen, was für eine Werbeanzeige ebenfalls förderlich ist.
Allerdings stellt sich die Frage, aus welchem Grund finanzstarke Unternehmen wie Marriott oder Johnson & Johnson das Risiko einer Klage eingehen, anstatt die Lizenzgebühren zu bezahlen und damit juristischen Streitigkeiten vorzubeugen. Schließlich scheinen die Labels immer konsequenter gegen die unberechtigte Nutzung ihrer Musik vorzugehen.
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