Virales Video löst Urheberrechtssreit aus
Lizzo wegen nicht lizensiertem Sample auf unveröffentlichtem Track verklagt
Lizzo (2023). © ABDM
Der Social-Media Clip reagierte auf die Kontroverse um die American-Eagle-Jeans-Werbekampagne mit US-Schauspielerin Sydney Sweeney und ging viral. Über den Track selbst ist wenig bekannt, schon der Titel ist unklar: entweder "I'm Goin Till October" oder "Good Jeans".
Im Clip war Lizzo beim Autowaschen zu sehen, gekleidet in einem Denim-Top und kurzem Shorts. Der Track enthielt die Textzeile "I got good jeans like I’m Sydney", die sich auf die umstrittene Werbekampagne bezog.
Umstritten war die Werbekampagne wegen des Werbespruchs "Sydney Sweeney has great jeans", was phonetisch auch "Sydney Sweeney has great genes" = Sydney Sweeney hat großartige Gene" bedeuten kann und in der Kampagne auch so genutzt wurde. In die resultierende Kontroverse über Rassismus schaltete sich sogar US-Präsident Trump ein.
Vorwürfe der Rechteinhaber
Der GRC Trust, die die Rechte an "Win Or Lose (We Tried)" hält, erklärt, dass Lizzo in ihrem Post "Instrumental- und Gesangselemente" des Songs ohne Erlaubnis verwendet habe. Vertreter von Lizzo sollen dies laut GRC auch zugegeben haben.
In der Klage heißt es, dass GRC „einen Schaden in einer Höhe erlitten hat, die im Rahmen des Verfahrens festzustellen ist“, unter anderem durch den entgangenen Lizenzbetrag. Zudem wird behauptet, Lizzo und ihre Geschäftspartner, darunter Atlantic Records, hätten Gewinne erzielt, "die sie ohne die Verletzung der Rechte von GRC an der Komposition nicht erzielt hätten."
Ein Sprecher von Lizzo betont jedoch, dass der Track "nie kommerziell veröffentlicht oder monetarisiert wurde" und bislang keine Entscheidung über eine mögliche Veröffentlichung getroffen worden sei. Daher seien sie über die Klage überracht.
Forderung bis zu 150.000 US-Dollar
Nach US-Recht kann die fehlende kommerzielle Veröffentlichung jedoch keine Haftung wegen Urheberrechtsverletzung ausschließen. Die GRC Trust kann theoretisch bis zu 150.000 US-Dollar fordern, ohne nachweisen zu müssen, welcher konkrete Schaden entstanden ist.
Obwohl der Track nie offiziell veröffentlicht wurde, könnte die virale Verbreitung des Social-Media-Videos für die Klage entscheidend sein. Sie kann als Beleg dafür dienen, dass GRC durch die Nutzung des Samples möglicherweise geschädigt wurde.
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