Veraltet und zu klein
Neubau der Hanns-Martin-Schleyer-Halle soll Stuttgarter Konzertkultur sichern
© Steffen Prößdorf via Wikimedia, CC BY-SA 4.0
Die 1983 eröffnete Hanns-Martin-Schleyer-Halle entspricht technisch und funktional nicht mehr den Anforderungen heutiger Konzert- und Veranstaltungsproduktionen.
Halle mit Einschränkungen
Hoher Planungsaufwand, eingeschränkte Raumhöhen und veraltete Technik führen dazu, dass viele internationale Tourneen Stuttgart inzwischen meiden oder nur mit erheblichem Mehraufwand bespielen können wie Johannes Mey, der Technische Leiter der Schleyerhalle, der Stuttgarter Zeitung erklärte.
So verlangen moderne Produktionen eine Höhe über der Bühne von 24 Metern. Die Schleyer-Halle bietet aber nur acht, was durch technische Tricks auf 10-12 Meter erhöht werden kann. Dadurch können manche Künstler ihre übliche Bühnenshow in der Schleyer-Halle nicht bieten.
Pläne liegen in der Schublade
In einem Interview mit dem Online-Magazin Stadionwelt erklärte René Otterbein, der Geschäftsführer der Schleyerhalle, dass eine umfassende Machbarkeitsstudie, die alle relevanten Bereiche wie Verkehr, Anwohnersituation, Bodenverhältnisse und Betrieb berücksichtigt, bereits vorliegt. Das Projekt ist damit über die Ideenphase hinaus und grundsätzlich umsetzungsreif.
Laut Otterbein ist eine neue Arena mit einer Kapazität von 14.000 Sitzplätzen, 15.000 Besuchern mit Stehplätzen und einer maximalen Gesamtkapazität von 16.000 Personen vorgesehen. Das Konzept setzt auf flexible Nutzungsmöglichkeiten für Konzerte, Sportveranstaltungen und weitere Großevents.
Abriss der bisherigen Halle geplant
Nach den Ergebnissen der Untersuchungen ist ein Abriss der bestehenden Schleyer-Halle erforderlich. Ein Umbau oder eine Teilnutzung ist tendenziell nicht vorgesehen, es können aber eventuell Teile des Fundaments weiter genutzt werden.
"Möglicherweise können Fundamente weitergenutzt werden, weil wir hier nicht in die Tiefe gehen können."
Der Standort im Neckarpark soll beibehalten werden, da er sich durch eine sehr gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, die zentrale Lage in der Region sowie die vorhandene Infrastruktur bewährt hat. Aufgrund von Heilwasserquellen ist der Bau einer Tiefgarage am Standort allerdings nicht möglich.
Wer finanziert den Neubau?
Der Bau einer neuen Halle würde mindestens 500 Millionen Euro kosten. Die Instandsetzung der bestehenden Halle wird aber in den nächsten Jahren auch dreistellige Millionenbeträge verschlingen. Kaum überraschend, dass der Betreiber auf einen Neubau setzt.
Im Mittelpunkt steht nun die politische Entscheidung der Stadt über die weitere Umsetzung. Ziel ist ein Modell, bei dem die öffentliche Hand eine aktive Rolle übernimmt und die inhaltliche Ausrichtung der neuen Arena mitgestaltet.
Sollte dies aufgrund der Haushaltslage nicht vollständig möglich sein, könnten, laut Otterbein, auch Kooperationen mit privaten Investoren geprüft werden. Klar ist: Um Stuttgart als attraktiven Veranstaltungsstandort für Kultur, Sport und internationale Großevents zu erhalten, sei zeitnahes Handeln erforderlich.
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