Zukunft des UHF-Bands
'Ohne Frequenzen keine Kultur': Veranstaltungsbranche warnt vor Einschränkungen der Funknetze
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© Chris Zhang
Der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) fordert in einer Stellungnahme zur Zukunft des sogenannten UHF-Bands (470-694 MHz) bei der Radio Spectrum Policy Group (RSPG) der Europäischen Kommission, dass die Frequenzen sollen auch in Zukunft für Kultur und Medien erhalten bleiben.
Technisches Rückgrat in Gefahr
Die betroffenen Frequenzen gelten in der Branche als unverzichtbar. Sie durchdringen bauliche Hindernisse besser als andere Bereiche des Funkspektrums und ermöglichen so stabile Übertragungen bei großen wie kleinen Produktionen.
Seit dem letzen Einschnitt zugunsten des Mobilfunks, seien die Funknetze jedoch deutlich sensibler geworden. Festivals hätten Ausfälle bei Mikrofonen während laufender Show gemeldet, in Metropolen und Grenzregionen komme es zu Überlastungen durch konkurrierende Nutzungen. BDKV-Geschäftsführer Johannes Everke erklärt dazu:
"Die drahtlose Kommunikation auf Basis der Kulturfrequenzen ist das technische Rückgrat unserer Arbeit. Wenn wir dieses Frequenzband noch weiter beschränken, verlieren wir nicht nur die Grundlage einer professionellen Arbeit, sondern auch die Grundlage für kulturelle Vielfalt."
Politische Dimension
Die Frage nach der Zukunft der Kulturfrequenzen ist mehr als ein technisches Detail. Die RSPG, das wichtigste Beratungsgremium der EU-Kommission in Frequenzfragen, bereitet derzeit die Weichen für die Weltfunkkonferenz 2027. Dort wird entschieden, wie das UHF-Band künftig genutzt werden darf.
Auf nationaler Ebene gibt es Rückendeckung: Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD betont die Sicherung des UHF-Bands für Kultur und Medien gleich mehrfach. Terrestrischer Rundfunk soll als kritische Infrastruktur Infrastruktur geschützt bleiben, die Nutzung durch Sicherheitsbehörden gesondert geregelt werden.
Europäische Allianz für den Kulturbetrieb
Der BDKV agiert nicht allein. Seit Jahren engagiert sich der Verband im europäischen Bündnis "Save your Spectrum" (SOS), das Kultur- und Medienakteure im Frequenzdiskurs vereint. SOS-Sprecher Jochen Zenthöfer warnt eindringlich: "Ohne Funkfrequenzen keine Kultur, ohne Kultur keine Demokratie, ohne Demokratie kein Europa."
Auch das Forum Veranstaltungswirtschaft unterstützt die Forderungen des BDKV und hat schon 2023 eine Stellungnahme eingereicht.
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