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Das große Zittern vermeiden

Sieben effektive Methoden gegen Lampenfieber

Tipps für Musiker und Bands von David Timsit
veröffentlicht am 04.11.2015

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Sieben effektive Methoden gegen Lampenfieber

7 effektive Methoden gegen Lampenfieber. © Erik Devlies (CC0 Public Domain)

Es passiert sogar den Erfahrensten unter uns: Noch 30 Minuten bis zur Stagetime – doch anstatt Vorfreude zu empfinden, plagen uns weiche Knie, ein flaues Gefühl im Magen und unangenehme Schweißausbrüche.

Wenn dich diese Zustände immer wieder kalt erwischen, ist es höchste Zeit dem Lampenfieber den Kampf anzusagen. Egal ob du ein extrovertierter Charakter oder eine in sich gekehrte Persönlichkeit bist – in dieser Sammlung praxiserprobter Tipps findest du sicher die passende Strategie für dich.

7. Überhöhe dich und die Situation nicht

Die wenigsten von uns rocken auf den ganz großen Bühnen um Leib und Leben. Für Stars ist es wichtig die öffentliche Person von der Privatperson zu trennen, sich unnahbar zu machen und bis zum Auftritt möglichst zu verschwinden. Isolation baut Stress auf und die Bedeutung des eigenen Schaffens ist eine Last.

Du musst dir das nicht aufbürden. Gehe raus, sprich mit den Leuten, lass dich sehen und grenze dich mental nicht von den Zuhörern und Fans ab. Du bist nur einer von vielen, der an diesem Abend herumwuselt, nur dass du zufällig für ein bestimmtes Instrument zuständig bist. Mach es wie die anderen – genieße die Show.

6. Wende Progressive Muskelentspannung an

Für praktische Menschen, die wenig von mentaler Vorbereitung halten, bietet sich die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson (Wikipedia / Kurze Einführung ins Thema) an.

Durch die bewusste An- und Entspannung einzelner Muskelgruppen kann man Verspannungen lösen und der Nervosität auf natürliche Art und Weise entgegentreten.

5. Beschäftige dich

Besonders den rastlosen Naturen kann es helfen, sich vor dem Auftritt aktiv Beschäftigung zu suchen. Neue Saiten aufziehen, Equipment verladen, GEMA-Bogen ausfüllen oder organisatorische Details mit dem Personal der Location klären.

Warten ist eine passive und introvertierte Beschäftigung, die von außen wie Entspannung aussieht, innerlich jedoch gehörig unter Strom setzen kann. Wenn sich Entspannung partout nicht einstellen will, ist Aktivität weniger stressig, als sich vermeintlich auszuruhen.

4. Meditiere vor dem Gig

Rudolf Schenker ist Gitarrist der Scorpions und 67 Jahre alt. Auf der Bühne wirkt der agile Saitenhexer um die 20 Jahre jünger. Möglich macht es eine positive Haltung zum Leben, Yoga und Transzendentale Meditation.

Auch Katy Perry und Moby schwören auf diese Art der Meditation. In nur 15 bis 20 Minuten praktiziert man komplettes Loslassen, richtet den Fokus auf nichts und senkt somit den Blutdruck und die Produktion des Stress-Hormons Cortisol.

Wenn du diese Technik lernen möchtest, findest du hier eventuell einen kostenlosen Informationsvortrag in deiner Region.

3. Wärmt euch zusammen auf

Wenn ihr harte Musik spielt, bringt euch Meditation eventuell nicht ausreichend in Fahrt. Auch für Menschen, die Energie lieber aktiv freisetzen, ist es sinnvoller sich im Stile einer Sportmannschaft gegenseitig und Arm in Arm anzufeuern.

Das stärkt das Bandgefühl, baut Stress ab und verwandelt Angst in Vorfreude. Denkt euch hierzu am besten einen Slogan / Schlachtruf aus und bindet spielerische Elemente wie rhythmisches Abklatschen der Hände mit ein!

Am Anfang mag es sich noch etwas fremd anfühlen, am Ende wollt ihr ohne euer Ritual nicht mehr auf die Bühne.

2. Versuche es mit Bachblüten

Viele Kollegen schwören auf die rein pflanzlichen Rescue-Tropfen aus der Bachblüten-Therapie. Wie auch in der Homöopathie werden hierbei hochpotente, pflanzliche Wirkstoffe in einem Verdünnungsprozess zu einem sanft wirksamen Präparat verarbeitet.

Das ist nebenwirkungsfrei und soll auf das Gemüt ausgleichend wirken. Die Tropfen werden üblicherweise 30 bis 45 Minuten vor dem Auftritt eingenommen.

1. Beherrsche dein Handwerk

Nichts verleiht mehr Sicherheit, als vertraute Routine. Zu viele Musiker verlangen sich mehr ab, als sie in der Lage sind live umzusetzen. So wird das spezielle Lick, die hoch gesungene Note oder das tricky Drum-Fill schnell zur Stolperfalle, vor der sich von Gig zu Gig eine ängstliche Erwartungshaltung aufbaut.

Bedenke, dass du als Live-Musiker in erster Linie Entertainer bist und das Publikum Nuancen kaum zur Kenntnis nimmt. Also vereinfache schwierige Parts, transponiere das Arrangement für sicheren Gesang, oder investiere mehr Übung im Vorfeld, damit jedes Kunststück wirklich locker aus der Hüfte geschossen kommt.

Was hilft dir gegen Lampenfieber?

Sicher hast du auch schon die ein oder andere eigene Strategie angewendet, um mit dem Nervenflattern vor einem Auftritt besser zurechtzukommen. Die Community freut sich auf deine Tipps!

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