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(Fast) bis zum Umfallen

Darum sollte deine Band öfter proben als sie es ohnehin tut

Tipps für Musiker und Bands von Konrad Ower
veröffentlicht am 29.06.2017

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Darum sollte deine Band öfter proben als sie es ohnehin tut

Wir klären, warum ihr öfter proben solltet. © rawpixel / 123RF

Um ein Musikprojekt erfolgreich zu starten und langfristig zu betreiben, brauchst du weitaus mehr als "nur" gute Songs. Gigs zum Beispiel. Und bei diesen solltest du überzeugen! Proben hilft. Wir geben dir hier noch weitere Gründe, den Weg zum Proberaum öfter auf dich zu nehmen!

Liveauftritte sind der effektivste Weg, um ein Publikum zu erspielen. Doch es reicht nicht nur, Konzertbesucher für einen einzigen Gig zu bekommen; vielmehr sollten sie das Ganze so gut finden, dass sie gerne wiederkommen und dich im Netz oder bei Freunden weiterempfehlen. Gerade deswegen ist es absolut wichtig, live eine gute Figur zu machen. Das kommt aber nicht von alleine.

Das Stichwort lautet hier: Proben bis zum Umfallen! Ok, vielleicht nicht ganz bis zum Umfallen, aber nahe daran…

Was viele Musiker nämlich nicht bedenken, ist, dass eine Livesituation viele unerwartete Faktoren mit sich bringen kann. Was passiert beispielsweise, wenn man das eigene Instrument doch nicht so gut hört? Wirst du dann unsicher und verspielst dich erst recht oder machst du selbstbewusst weiter, weil du die Routine wie das Fahrradfahren im Blut hast?

Bis diese besagte Routine kommt, müssen du und deine Jungs oder Mädels so einiges dafür tun! Noch nicht überzeugt? Dann weiterlesen, denn im Folgenden schauen wir uns die genauen Gründe dafür an, warum du und deine Band öfter proben solltet!

I. Viele Proben kreieren "das musikalische Etwas", das erfolgreiche Bands ausmacht

Erinnere dich mal an das letzte richtig gute Konzert, das du besucht hast oder schau dir im Netz Videomitschnitte von Bands wie Foo Fighters, Queens Of The Stone Age und mehr an. Klammer mal die Songs an sich aus und konzentrier dich auf das Zusammenspiel der Band. Denn etwas, das Zuschauer und Band unterbewusst miteinander verbindet, ist das gewisse Etwas bzw. die Chemie der Musiker untereinander:

Eine gute Band kann sich aufeinander verlassen und strahlt eine Spielfreude sowie Souveränität aus, die schwer zu emulieren ist. Das ist aber keine Situation, die sich von heute auf morgen einstellt.

Viel zu proben hilft dir, deine Bandkollegen mehr zu hören, auf sie zu reagieren und vielleicht sogar die eine oder andere Sache rein intuitiv vorherzusagen. Das hilft nicht nur bei improvisierter Musik, sondern auch bei fertigen Songs.

II. Das stetige Zusammenspiel kann zu neuen musikalischen Ideen führen

Der kreative Prozess von Bands unterscheidet sich in vielfältiger Art und Weise. Viele Bands haben einen Songwriter, der das kreative Zepter übernimmt und die Richtung vorgibt. Andere wiederum kollaborieren miteinander und schreiben alles zusammen. Doch eine Sache vereint diese beiden Methoden: das Zusammenspiel mit mehreren Musikern beflügelt Ideen und enthüllt neue Facetten oder auch Schwächen, die man alleine nicht erkannt hätte.

Nicht umsonst scheitern viele kreative Köpfe in ihren Solokarrieren, weil sie und ihre Fans im Nachhinein erkennen müssen, dass die "nicht-kreativen" Bandmitglieder durchaus einen guten Einfluss auf die Musik hatten – und zwar einen, den man nicht auf den ersten Blick erkannte.

Aus diesem Grund nutzen viele produktive Bands ihre Proben als Songwriting-Tool. Diese Strategie erlaubt es ihnen, auf neue Ideen zu kommen, die sie einzeln niemals geschaffen hätten.

Dabei ist alles erlaubt – sogar Fehler, denn diese Fehler können wiederum zu anderen möglichen möglichen kreativen Ideen führen. Deine Bandkollegen werden außerdem lernen, besser auf dich zu reagieren und können deine Ideen konsequent weiterführen.

III. Lampenfieber adieu – gib deinem Selbstbewusstsein einen Boost

Wie vorhin erwähnt, kann bei einem Liveauftritt ganz schön viel schiefgehen. Das kann sowohl selbst verschuldet oder unverschuldet sein. Alternativ dazu haben nicht wenige Virtuosen regelmäßig Lampenfieber und schöpfen so ihr volles Potential nicht aus –  und das ist ganz schön schade! Deswegen ist es essentiell, viel Selbstbewusstsein auf deinem "Bankkonto" zu haben, damit du Probleme mit einem ruhigen Kopf erkennen und lösen kannst. Dabei können regelmäßige Proben eine essentielle Rolle spielen.

Wenn du dich bei Proben ordentlich und regelmäßig austoben kannst, wirst du in der Lage sein, mehr Risiken einzugehen. Gelegentliche Fehler sind nicht schlimm, aber mit viel Routine kannst du sie minimieren oder im Idealfall gänzlich vermeiden. Nur wenn du dich wohlfühlst, kannst du erst anfangen, diese Souveränität nach außen hin auch auszustrahlen. Das wirst du selbst nicht nur im Ernstfall spüren und besser funktionieren, sondern deine Zuschauer werden es ebenfalls merken und zweifellos zu schätzen wissen.

Sie sind es, die dich danach weiterempfehlen und beim nächsten Mal wieder ganz vorne dabei sein werden. Und schon fängst du an, dir ein treues Publikum zu erspielen – das Fundament jeder erfolgreichen Band!

IV. Du lernst Kollaboration und Verantwortung kennen

Willst du gar kein Berufsmusiker werden? Warum solltest du dann überhaupt regelmäßig proben, wenn es "nur" ein Hobby ist und gar nicht so viel auf dem Spiel steht. Das mag auf den ersten Blick so sein, aber betrachten wir dieses Argument mal von einer anderen Seite:

Ein musikalisches Ziel zu verfolgen, bedeutet u.a. eine Strategieentwicklung, Kollaboration mit anderen und eine langfristige Disziplin. Der Mensch wächst bekanntermaßen mit seinen Aufgaben und das wird in diesem Fall natürlich auch auf dich zutreffen. Eine Band zu haben, heißt auch, Verantwortung zu haben. Für sich und die Bandkollegen, denn auch sie verlassen sich auf dich. Das wird dich auch sonst im Leben weiterbringen.

Denn egal ob du am Ende einem Bürojob nachgehst oder im Stadion spielst – am Ende kommt es darauf an, wie du mit Menschen zusammenarbeitest, was für Kompromisse du dabei eingehen kannst und ob du bis zum Ende das Ziel im Auge behältst, stets das beste Ergebnis deiner Arbeit herauszukristallisieren.

V. Es macht einfach Spaß!

Man muss es eigentlich nicht erwähnen, weil es selbstverständlich sein dürfte, aber nichtsdestotrotz: Proben macht einfach Spaß!

Im Idealfall spielst du nicht nur mit ein paar Mitmusikern, sondern mit Freunden, die sich von ihren schlimmsten aber auch besten Seiten kennenlernen und am gleichen Strang ziehen. Eine Band, die Spaß am Zusammenspielen hat, bleibt langfristig zusammen – auch wenn es mal schwierige Phasen gibt.

Natürlich ist es wichtig, dass man produktiv ist und nicht ausnahmslos stundenlange Jamsessions ohne Ergebnisse hervorbringt. Allerdings wird es sich nicht nach Arbeit anfühlen, wenn alle im Raum die größtmögliche Freude an der Sache haben. Es wird dich überraschen, wie viel einfacher und befriedigender diese Arbeit sein kann.

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