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Musik als Therapie?

Studie: Kein direkter Zusammenhang zwischen Musikhören und verbesserter psychischer Gesundheit

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 09.06.2026

musikergesundheit

Studie: Kein direkter Zusammenhang zwischen Musikhören und verbesserter psychischer Gesundheit

© cottonbro studio

Musik gilt als emotionaler Begleiter durch Krisen, Einsamkeit und Stress. Oft wird ihr auch eine positive Wirkung auf die psychische Gesundheit zugeschrieben. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch: Wer viel Musik hört, ist nicht automatisch psychisch gesünder.

Eine aktuelle Untersuchung des Max-Planck-Instituts für empirische Ästhetik (MPIEA) in Frankfurt am Main stellt die Annahme in Frage, nach der häufiges Musikhören im Alltag die psychische Gesundheit verbessert. Die Ergebnisse wurden im Journal of Affective Disorders Reports veröffentlicht. 

Daten von über 20.000 Personen

Zur Untersuchung analysierte das Forschungsteam Daten aus dem schwedischen Zwillingsregister sowie sogenannte polygene Indizes. Diese ermöglichen Rückschlüsse auf die genetische Veranlagung für bestimmte psychische Erkrankungen. 

Dabei wurden die Angaben von rund 10.500 Personen aus dem Jahr 2012 mit denen von etwa 9.500 Personen aus dem Jahr 2022 verglichen. Besonders aufschlussreich war der Vergleich genetisch identischer Zwillinge mit unterschiedlichen Hörgewohnheiten.

Im Fokus standen die Hörgewohnheiten der Teilnehmenden: Wie häufig hören sie Musik? Nutzen sie Musik gezielt, um ihre Stimmung zu beeinflussen oder zu regulieren?

Musik als Regulierung für Depressionen und Angstzustände

Die Auswertung ergab keinen Hinweis darauf, dass häufiges Musikhören die psychische Gesundheit verbessert oder verschlechtert. 

Stattdessen zeigte sich ein anderer Zusammenhang: Menschen mit Depressionen, Angstzuständen, Einsamkeitsgefühlen oder einer stärkeren Ausprägung von Neurotizismus greifen häufiger auf Musik zurück, um ihre Emotionen zu steuern.

Musik scheint in diesen Fällen also eher als Bewältigungsstrategie genutzt zu werden, anstatt selbst die Ursache für eine bessere psychische Verfassung zu sein.

Musik ersetzt keine Therapie

Auch die Hoffnung, Musikhören könne die Auswirkungen einer genetischen Veranlagung für psychische Erkrankungen mildern, wurde durch die Studie nicht bestätigt.

Seniorautorin Miriam Mosing betont, alltägliches Musikhören führe nicht automatisch zu einer besseren psychischen Gesundheit. Gleichzeitig verweist sie auf frühere Forschungsergebnisse, die zeigen, dass gezielt entwickelte und therapeutisch begleitete Musikinterventionen durchaus positive Effekte erzielen können.

Die Studie macht deutlich, dass zwischen alltäglichem Musikkonsum und professioneller Musiktherapie unterschieden werden muss. Strukturierte therapeutische Angebote tragen nachweislich zur Verbesserung des psychischen Wohlbefindens bei.

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