Nächste Ausgabe gesichert
Sziget Festival 2026 findet statt: Gründer Károly Gerendai kehrt in Leitungsposition zurück
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Sziget Festival 2024. © Sziget Festival
Noch Mitte Oktober 2025 sah es so aus, als würde das Sziget Festival nach mehr als drei Jahrzehnten vor dem Aus stehen. Grund dafür waren hohe Verluste von mehreren zehntausend Euro jährlich, die das Festival in den letzten Jahren einfuhr.
Finanzielle und organisatorische Herausforderungen
Daraufhin kündigte der Finanzinvestor KKR, der über Superstruct Entertainment Anteile am Sziget besitzt, in diesem Jahr seinen operativen Rückzug vom Festival an, da das Unternehmen in Ungarn keine weiteren Risiken eingehen wolle. Nach Berichten ungarischer Medien hat Superstruct inzwischen seine Anteile am Sziget verkauft.
KKR ist seit Sommer 2024 Mehrheitseigentümer von Superstruct Entertainment, das in wenigen Jahren mit Beteiligungen an über 80 Festivals (darunter Wacken, Parookaville, Defqon. 1 und Sonár) zum größten Festivalnetzwerk Europas herangewachsen war.
Durch den Rückzug von Superstruct/KKR stand das Festival, das jährlich über 400.000 Besucher*innen anzieht und 30 Milliarden Forint (rund 77 Millionen Euro) zum Bruttoinlandsprodukt beiträgt, plötzlich ohne klare Perspektive da.
Probleme mit der Stadt
Gleichzeitig scheiterten zwei wichtige Abstimmungen mit der Stadt Budapest über den Landnutzungsvertrag der Óbuda-Insel, auf der die Veranstaltung seit den 1990ern stattfindet. Um das Festival am Leben zu erhalten, plante Gründer Károly Gerendai, der sich 2017 aus der aktiven Festivalleitung zurückgezogen hatte, seine eigene Veranstaltungsfirma zu gründen.
Die erfolglosen Abstimmungen sollten eigentlich eine Beendigung des Landnutzungsvertrags mit dem bisherigen Veranstalter erzielen, die es der neuen Firma ermöglicht hätte, das Festival zu übernehmen.
Die Wende
Ein paar Wochen später folgte dann die Wende. Am 4. November gab die Festivalbetreibergesellschaft Sziget Zrt. bekannt, dass das Festival unter der Leitung von Károly Gerendai und seinem langjährigen Team weitergeführt wird.
Der Vertrag mit der Stadt Budapest wurde für die kommenden Jahre verlängert. Zudem steht ein Termin für die Ausgabe 2026 statt, die zwischen dem 11. und 15. August 2026 stattfinden soll. Damit endet vorerst eine Phase der Unsicherheit: Schon am Freitag, 7. November 2025, startet der Ticketverkauf.
Zudem will Gerendai neue Partner ins Boot holen:
"Die Eigentümerstruktur wird sich in den nächsten Wochen weiterentwickeln, wir sind neben dem Management auch mit den größeren Subunternehmern und Partnern im Gespräch, mit denen wir das Festival gemeinsam finanzieren möchten."
Zu den Investoren zählt offensichtlich das kommunale Unternehmen Budapest Park, mit dem eine enge Zusammenarbeit geplant sei.
Fokus auf lokale Strukturen
Gerendais Rückkehr ist in diesem Zusammenhang mehr als eine Personalentscheidung, sondern markiert auch einen Richtungwechsel. Das Sziget soll wieder zu einem kulturellen Aushängeschild Budapests werden, verwurzelt in der Stadt und ihrer Kreativszene. Dazu Gerendai:
"Unser Fokus liegt nun darauf, die einzigartige Identität und Werte von Sziget noch stärker hervorzuheben. Nicht nur durch Headliner, sondern auch, indem wir die kulturelle Bedeutung des Festivals und seine Verbindung zu Budapest weiter vertiefen."
"Das diesjährige Sziget hat bereits viele positive Entwicklungen gezeigt und bietet uns eine starke Grundlage, auf der wir weiter aufbauen können", erklärte Gerendai weiter. "Gleichzeitig bleibt noch viel zu tun, um den besonderen Platz des Festivals in den Herzen unserer Fans aus aller Welt zu festigen."
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