Zahlreiche Podcasts vor Löschung?
US-Musikverlage mahnen Spotify wegen Verwendung unlizenzierter Songs in Podcasts ab
Spotify. © PhotoMix Company via pexels.com
Laut NMPA handelt es sich um eine umfangreiche Maßnahme, welche die Entfernung tausender unlizenzierter Nutzungen der Werke von NMPA-Mitgliedern zum Ziel hat. Die ersten Aufforderungen betreffen mehr als 2.500 Verstöße.
Am Takedown-Programm sind 19 NMPA-Mitgliedsverlage, darunter Sony Music Publishing, Universal Music Publishing Group, Warner Chappell Music, aber auch weitere prominente Namen wie ABKCO, BMG, Concord Music Publishing, Downtown Music Publishing, die Hipgnosis Songs Group, Kobalt, peermusic, Primary Wave Music, Reservoir und Ultra Music Publishing beteiligt.
Take-Down Aktion zur Entfernung von Podcasts
Die Take-Down-Aktion der NMPA erfolgt acht Monate, nachdem die Organisation einen Brief an Spotify schickte, in dem der Plattform mit rechtlichen Schritte drohte. Darin heißt es, dass Spotify Liedtexte, Musikvideos und Podcasts nutze, in denen musikalische Werke verwendet werden, ohne dafür eine Erlaubnis zu besitzen.
In dem Schreiben fordert die NMPA Spotify auf, nicht lizenzierte Liedtexte, Musikvideos und Podcasts von der Plattform zu entfernen. Ansonsten würde Spotify für die weitere Nutzung dieser Werke urheberrechtlich haftbar gemacht werde.
Vorwürfe gegen den Streaming-Giganten
David Israelite, Präsident und CEO der NMPA kritisiert, dass Spotify dieses Problem seit Jahren bekannt sei, das Unternehmen aber keine nennenswerten Schritte unternommen habe, um es zu beheben:
"Spotify hat tausende unlizenzierte Songs in seinen Podcasts, und das Unternehmen hat nichts dagegen unternommen. Diese Takedown-Aktion kommt nicht überraschend, wir haben schon seit einiger Zeit vor diesem Problem gewarnt. Podcasts sind eine wachsende Einnahmequelle für Songwriter und Verleger. Es ist wichtig, dass Podcasts rechtmäßig produzierte Unterhaltung bieten. Das ist nicht schwer zu erreichen, und Spotify weiß und wusste, wie man dieses Problem für seine Nutzer lösen kann. Wir hoffen, dass Podcast-Hosts sich für ihre Kollegen einsetzen und Spotify auffordern, es besser zu machen."
Reaktion von Spotify
Spotify bestätigte inzwischen, dass das Unternehmen die Takedown Notices von der NMPA erhalten habe und sie nun untersuche. Ein Sprecher erklärt weiterhin:
"Plattformen wie Spotify, die Millionen von UGC-Inhalten beherbergen, erhalten regelmäßig Takedown-Anfragen, und wie immer werden wir umgehend handeln und die fraglichen Episoden gegebenenfalls entfernen."
Gleichzeitig nutzt Spotify die Gelegenheit, die NMPA für den Zeitverzug zu kritisieren:
"Die Tatsache, dass die NMPA trotz mehrfacher schriftlicher Anfragen von Spotify nach Details, die nie beantwortet wurden, monatelang gewartet hat, um über diese Vorfälle zu berichten, unterstreicht nur noch mehr, dass es sich hier um einen Pressegag handelt."
Ähnliche Themen
Für knapp 18 US-Dollar
Details zu Spotifys Superfan-Abo: Höhere Audioqualität und exklusive Ticket-Vorverkäufe als Kern von Streaming 2.0?
veröffentlicht am 18.02.2025
Ein weiterer Schritt
Spotify und Warner schließen neuen Deal für verbesserte Angebote und Vergütung für Künstler
veröffentlicht am 10.02.2025
So hoch wie nie
Youtube erreicht Rekordumsatz von 10 Milliarden Dollar im vierten Quartal 2024
veröffentlicht am 10.02.2025
Mögliche Klage steht bevor
US-Musikverlage werfen Spotify Urheberrechtsverletzungen vor und drohen mit Klagen
veröffentlicht am 22.05.2024
Gute und schlechte Nachrichten
Indie-Musikverlag-Verband IMPF: Rekordeinnahmen im Jahr 2023
veröffentlicht am 10.05.2024