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Trommeln in eigener Sache

Warum eine Album-Promotion so enorm wichtig ist, wenn euer nächstes Release gehört werden soll

Tipps für Musiker und Bands von Frank Wilkens
veröffentlicht am 25.09.2020

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Warum eine Album-Promotion so enorm wichtig ist, wenn euer nächstes Release gehört werden soll

Warum eine Album Promotion so enorm wichtig ist. © Clay Banks / Unsplash

Ein eigenes Album aufzunehmen, davon träumt jede Band und jeder Künstler. Leider hat die Songs nur durchs Recording noch niemand außer den Beteiligten gehört… Es ist wichtig, gute Promotion für das Release zu machen.

Beim Releasen gibt es eine Menge zu beachten. Für die Frage nach dern Promotionmöglichkeiten sind auch die Vertriebswege entscheidend:

Kam ein Plattenvertrag zustande, übernimmt zumeist die Plattenfirma die Promotion. Ob und in welcher Form die Künstler eingebunden werden, ist dabei von Fall zu Fall verschieden. Es ist jedoch stets von Vorteil, wenn die Promotion Hand in Hand geht und ein genauer Zeitplan vom Promotionstart bis zur Veröffentlichung und darüber hinaus erstellt wird.

Oftmals holen sich Plattenfirmen externe Promotionagenturen ins Boot. Das ist wichtig und richtig, denn diese Agenturen verfügen oft über das Know-How und vor allem über die notwendigen Kontakte zur Presse.

Wird das Album im Eigenvertrieb veröffentlicht, so bleibt die Promotion an der Band hängen. Das wird oft unterschätzt, gerade was einen gut strukturierten Plan und auch das Budget angeht. Wenn die Band den Vertrieb geklärt hat (entweder direkt über das Presswerk oder auch über Vertriebe, die vor allem auf den digitalen Markt setzen), kann sich eine Band ebenfalls eine Promotionagentur zu beauftragen. Sinnvoll wäre in dem Fall, sich mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen.

Noch dazu sollte eine Agentur gewählt werden, die sich in dem gewählten Genre gut aufgestellt ist. Wenn sie im Bereich Punk unterwegs ist, die Band aber Indie-Pop spielt, ist es eher nicht zu empfehlen, auch wenn die Agentur mit sehr günstigen Preisen lockt.

Warum ist Promotion so enorm wichtig?

Das Ziel sollte es sein, exakt zum Veröffentlichungstermin das potentielle Zielpublikum (und darüber hinaus) zum Kauf des Tonträgers zu animieren. Das mag etwas nach Marktschreierei klingen. Aber es ist zu bedenken, dass die Herstellung (Aufnahme, Mix- und Mastering, Presswerk, GEMA, Merchandise, Vertrieb) eines Tonträgers mit einigen Kosten für die Künstler verbunden ist, die erst einmal wieder eingespielt werden müssen, man spricht vom sogenannten „return on invest“.

Kurz: Je mehr potentielle Käufer das Album vorbestellt oder zur Veröffentlichung gekauft haben, umso größer die Chance, das vorher investierte Geld wieder herein zu bekommen.

Promotion kostet Geld

Auch die Promotion kostet Geld, nach oben sind fast keine Grenzen gesetzt. Je nach Höhe des Budgets sollten Anzeigen geschaltet und Plakate gedruckt werden. Die Platzierung auf Beilagen-CDs von zielgruppenaffinen Printmagazinen ist ein ebenso probates Werbemittel wie das Bewerben eines Facebook-Posts. Dazu kommen noch mindestens ein Videodreh, ein guter Pressetext, Verpackungs- und Portokosten für das Versenden des Tonträgers und viele Dinge mehr.

Bereits bei der Kostenplanung für eine Albumproduktion sollte für die Promotion ein Budget eingeplant werden. Wie teuer die Promotion sein sollte, ist letztendlich abhängig vom kommerziellen Ziel, was mit dem Verkauf des Tonträgers erreicht werden soll sowie vom Preis, den eine Agentur für entsprechend gebuchte Dienstleistungen anbietet. Grundsätzlich gilt:

Auch eine Promotion mit schmalem Geldbeutel ist besser als gar keine Promotion.

Promotion braucht Taktgefühl

Wichtig ist bei der Promo auch das Timing. Drei Monate zwischen Fertigstellung des Tonträgers und Veröffentlichung sind so etwas wie eine Faustregel, gern kann diese Zeitspanne auch vier Monate betragen. Grund dafür ist zum einen der Vertrieb, die haptischen Tonträger müssen verpackt, verschickt und in die Regale der Online-Händler oder Elektromärkte einsortiert und katalogisiert werden.

Zum anderen müssen die Printmagazine und Mailorder-Firmen, die haptische Kataloge verschicken, rechtzeitig bemustert werden, denn neben der redaktionellen Bearbeitung muss das Layout fertig gestellt werden. Anschließend kommen die Hefte in den Druck, danach in den Vertrieb und in die Zeitungsläden.

Ist die Zeit zu knapp bemessen, erscheint das Review und / oder Interview in der Folgeausgabe weit nach der Veröffentlichung.

Promotion braucht die richtigen Kanäle

Ein paar Worte noch zu der Art der Bemusterung. Die meisten Labels und Agenturen verschicken die Musikdateien via MPN (Music Promotion Network), dort sind unter anderem viele Radiostationen gelistet, die sich weitgehend aus dem Fundus der hochgeladenen Themen bedienen.

Je mehr Radiostationen bemustert werden sollen (vor allem die öffentlich-rechtlichen Sender), desto teurer wird der Spaß. Für Nischenthemen (wie zum Beispiel Death / Black Metal) wäre das weniger zu empfehlen. Da kann man sich eher die Mühe machen, die dafür existierenden Nischensender zu recherchieren und direkt zu bemustern.

Plattenfirmen und Promotionagenturen verwenden zudem Tools wie zum Beispiel iPool, Haulix oder Hear The Music. Diese Tools werden mit den Musikdateien bestückt und zudem mit Wasserzeichen versehen, um Missbrauch des Downloads vorzubeugen.

Promotion benötigt Mitarbeit

Auch wenn die Künstler bei einer Plattenfirma unter Vertrag sind, ist es nicht nur ratsam, sondern enorm wichtig, dass sich alle an der Werbung für das neue Album bemühen. Es reicht nicht aus, der Plattenfirma drei Monate vor Release die nötigen Dateien auf den Tisch und dann die Hände in den Schoss zu legen.

Heutzutage ist es enorm wichtig, gerade in den sozialen Netzwerken aktiv zu sein und stets mit aktuellen Ereignissen oder anderen, möglichst originellen Beiträgen die Fangemeinde an sich zu binden.

Die offiziellen Charts werden jeweils am Freitag ermittelt, Neuzugänge sind dann Tonträger, die exakt eine Woche vor der Bekanntgabe der aktuellen Charts veröffentlicht wurden. Es kommt oft auf eine gute Promotion (gut muss nicht immer auch teuer sein) an, ob ein Tonträger es in die Top 100 schafft.

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