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punk-band erfährt viel solidarität

Weltweite Empörung über den Prozess gegen Pussy Riot in Russland

News von Daniel Nagel
veröffentlicht am 01.08.2012

pussy riot

Weltweite Empörung über den Prozess gegen Pussy Riot in Russland

Amnesty International fordert die Freilassung der inhaftierten russischen Punk-Band Pussy Riot

Die russische Punk-Band Pussy Riot benutzt Musik als Ausdruck politischen Protests gegen den russischen Präsidenten Putin. Für ihr politisches Engagement zahlen die jungen Frauen einen hohen Preis: seit März sitzen sie auf Betreiben Putins in Haft. International mehrt sich der Protest und werden Solidaritätsbekundungen laut.

Pussy Riot riefen im Februar in Moskaus Erlöserkathedrale die "Mutter Gottes" auf, Russlands Präsidenten (und damaligen Ministerpräsidenten) Putin aus dem Amt zu jagen. Weiterhin attackierten sie den Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche, der Putins Herrschaft als "Geschenk Gottes" bezeichnet hatte. Der provokante Protest hatte verhängnisvolle Folgen: Bis heute sitzen die drei jungen Frauen in Untersuchungshaft – regioactive.de berichtet ausführlich.

Offiziell wirft die Anklage Pussy Riot "Rowdytum" vor und attackiert die Band wegen der Verletzung religiöser Gefühle. Dieses Vorgehen und der Prozess sind selbst in Russland keineswegs unumstritten. Im Ausland ist die Reaktion noch weitaus eindeutiger:

Zahlreiche berühmte Musiker wie Sting, die Red Hot Chili Peppers und Peter Gabriel haben sich für Pussy Riot eingesetzt, Amnesty International hat ebenfalls die Freilassung der Frauen gefordert. Ob die Proteste Erfolg haben werden, ist ungewiss.

In Deutschland muss zum Glück kein Musiker fürchten, verhaftet zu werden, wenn er mit friedlichen Mitteln gegen die Regierung protestiert. Kritik an Religion oder Kirchen ist dennoch nicht ganz risikolos, wie der Konflikt über die Papst-Satire der Zeitschrift Titanic beweist. Focus schreibt sogar: "Pussy Riot würden nirgends geduldet".

Die Grenzen zwischen provokanter Kritik an Staat oder Kirche und unzulässiger Defamierung existieren also auch hierzulande, nur sind die Maßstäbe weitaus liberaler.

Wie weit aber darf man als Musiker gehen, um eine Reaktion zu erzielen? Welche Protest-Band oder -Bewegung sorgt hierzulande überhaupt für solche Aufregung? Wie können sich Musiker weltweit noch stärker mit Pussy Riot solidarisieren? Wir sind gespannt auf eure Meinung!

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