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Erste Maßnahme aufgrund einer Studie

Zu laute Festivals? Niederländische Gemeinde verschickt Ohrstöpsel an Jugendliche

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 08.05.2017

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Zu laute Festivals? Niederländische Gemeinde verschickt Ohrstöpsel an Jugendliche

Professioneller Gehörschutz schützt freilich besser als die hier abgebildeten Stöpsel. © Kristina D.C. Hoeppner auf Flickr / Lizenz: CC BY-SA 2.0

Nachdem eine Studie herausgefunden hat, dass einem Großteil der unter 30-Jährigen Festivals zu laut sind, wurde u.a. die Politik zum Handeln aufgefordert. Die erste Gemeinde reagiert nun – mit gratis Ohrstöpseln zum 16. Geburtstag.

In einer 2016 von der niederländischen Nationale Hoorstichting (Nationale Hörstiftung) durchgeführten Umfrage unter 18 bis 30-jährigen mit über 1044 Teilnehmern, konnte festgestellt werden, dass ca. ein Drittel der Teilnehmer bereits Musikfestivals aufgrund der Lautstärke verlassen haben. 73% gaben an, dass sie aus Angst vor der Lautstärke erst gar keine Festivals besuchen!

Starker Handlungsbedarf

Den Schutz des Publikums vor übermäßiger Lautstärke sieht die Mehrheit der Teilnehmer als Pflicht der Veranstalter. Dennoch sagen knapp 43% der Befragten aus, noch nie von diesen nezüglich der Problematik informiert worden zu sein. 

Die Sprecherin der Hörstiftung, Kelly Coenen, betont, dass sich dies ändern müsse. Ein von der Hörstiftung initiiertes Bündnis (Positionspapier, leider nur in niederländisch), an dem diverse niederländische Eventindustrie-Verbände beteiligt sind, soll Veranstalter in diese Richtung sensibilisieren. Coenen beklagt jedoch, dass noch zu wenige Veranstalter Mitglied dieses Bündnisses sind.

Erste Reaktionen

Auch die Politik wurde von der Hörstiftung zum Handeln aufgefordert. Die Gemeinde Westervoort (Provinz Gelderland) ist die erste, die jetzt darauf reagiert – in eher ungewöhnlichen Weise: Ab Mitte Mai sollen Jugendliche zu ihrem 16. Geburtstag per Post professionelle Ohrstöpsel sowie einen Brief, der über die Notwendigkeit von Gehörschutz auf Konzerten aufklären soll, zugeschickt bekommen.

Die Maßnahme wurde sowohl von der nationalen Hörstiftung als auch lokalen Gesundheitsverbänden begrüßt. Der Gemeindebeigeordnete Arthur Boone betont noch einmal, dass der Schaden, der am Gehör entsteht, unumkehrbar sei, und eine Schädigung im jungen Alter lebenslange Folgen mit sich trägt. 

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