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Mit Teamwork zum perfekten Sound

10 Tipps für einen besseren Stage Rider, mit Muster-Techrider zum Download

Tipps für Musiker und Bands von Phillip Steven Albright
veröffentlicht am 26.04.2018

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10 Tipps für einen besseren Stage Rider, mit Muster-Techrider zum Download

Stage Rider Praxistipps. © MKB 2017

Ein guter, aktueller Techrider kann euch dabei helfen, schon vor Betreten der Venue einen starken ersten Eindruck zu machen. Vorbereitung ist mindestens die halbe Miete und dem technischen Erfolg eurer Show sollte nur noch wenig im Weg stehen.

Nicht jede Band kann es sich leisten, mit einem eigenen Tontechniker unterwegs zu sein. Um trotzdem den bestmöglichen Sound beim nächsten Auftritt zu kriegen solltet ihr alles in eurer Macht stehende dafür tun, den örtlichen Tontechniker auf eure Seite zu ziehen.

Viele Bands vergessen, dass der Mann oder die Frau am Mischpult wortwörtlich euren Sound in den Händen hat und am Ende darüber entscheidet, was von euch "draußen" zu hören ist. Ein gut gemachter Stage- bzw- Tech-Rider hilft den Tontechnikern ungemein bei deren Vorbereitung auf das Konzert.

Stage-/Techrider-Muster inkl. Bastelbogen zum Download

Phillip Steven Albright ist Principal-Drummer bei Disney’s Aladdin am Theater Neue Flora und seit 2008 Teil der Hamburger Musical-Szene. Neben der Arbeit im Orchestergraben tourt er seit 16 Jahren mit Bands wie Bakkushan und seiner eigenen Band Der Wahnsinn durch die deutschsprachige Musiklandschaft.

Kleiner Kickstart für dich und deine Band:

Hier findest du Phillips umfangreiche Vorlage für euren eigenen Techrider – wir haben sogar an einen Bühnenplan-Bastelbogen gedacht.

 

Dieser PDF-Download soll euch zur Orientierung für einen detaillierten Techrider dienen, der alle folgenden aufgeführten Punkte bedient. Füllt Ihn nach bestem Wissen und Gewissen aus und freut euch auf viele Shows mit weniger unvorhergesehen Problemen.

10 Tipps für euren Techrider

1. Form

Es sollte eine Selbstverständlichkeit sein, dennoch muss es erwähnt werden. Achtet auf fehlerfreie Rechtschreibung. Ein von Fehlern übersäter Text landet schnell im Papierkorb. Der Text sollte förmlich, aber nicht akademisch klingen. Fließtext kann die ganze Sache auflockern, bei technischen Themen sollten allerdings Stichpunkte verwendet werden, um den Überblick zu wahren.

2. Format

Ihr habt ein Bandlogo? Rein damit in den Header. Wiedererkennungswert steigert die Wahrscheinlichkeit, dass der FOH auch den richtigen Rider zur Hand hat, sobald ihr die Bühne entert. Einen Titel wie "Technical Rider", eine Seitenangabe (damit klar ist, aus wie vielen Seiten der Rider besteht) und ein Datum zum Aktualitätsstand des Riders sollten auch mit rein.

Mit einem kurzen Intro solltet ihr erklären was ihr mit dem Rider bezwecken wollt. In erster Linie sollte es um die Gewährleistung eines technisch einwandfreien Ablaufs gehen. Um auf der rechtlich sicheren Seite zu sein, solltet ihr erwähnen, dass der Technical Rider als Bestandteil des Gastspielvertrags verstanden wird, den ihr im Idealfall mit dem Veranstalter abgeschlossen habt.

So schön euer Bandlogo auch sein mag, haltet den gesamten Rider inklusive Bühnenplan schwarz/weiß oder in Grautönen. Die Farbkartusche meines Druckers ist jedenfalls seit vielen Jahren leer und/oder vertrocknet. Außerdem ist der Liter Farbe teurer als eine 100 Jahre alte Flasche guten Rotweins.

3. Aktualität

Nichts ist für einen Techniker nerviger als sich auf eine Show vorzubereiten, eventuell sogar schon ein Preset auf dem Mischpult für den Abend gemacht zu haben, um dann von der Band zu erfahren, dass der Techrider leider uralt ist und sich alles geändert hat. Sorgt also dafür, dass euer Rider aktuell ist und auch euer Booker auf dem neuesten Stand ist.

4. Umfang

Wie umfangreich euer Techrider ist, müsst ihr selbst einschätzen. Eine gesunde Einschätzung des eigenen Standings und der damit verbundenen Verhandlungsmöglichkeiten sind dafür elementar. Für eine junge Band, die sich noch ausprobiert, nicht regelmäßig spielt und noch unerfahren ist, dürfte es reichen, einen simplen Bühnenplan vorauszuschicken. Je größer allerdings die Ansprüche und die Vision der Umsetzung ist, desto detaillierter sollte auch der Techrider werden.

Der Techrider wächst also maßgeblich mit der Band!

5. P.A.

Im ersten Abschnitt des Riders solltet ihr sicher stellen, dass die P.A. euren Ansprüchen genügt. Ein Singer/Songwriter, der alleine mit einer Akustikgitarre in Bars und Pubs unterwegs ist, braucht keine volle 115db SPL-Beschallungsanlage, sondern könnte schon mit einem Gesangverstärker auskommen. Eine fünfköpfige Metalband dürfte damit aber nicht zum gewünschten Ergebnis kommen.

Daher müsst ihr hier selbst entscheiden, was benötigt wird. Falls ihr euer Booking selbst macht, solltet ihr im Voraus (z.B. im Locationguide, auf der Club-Website oder telefonisch) in Erfahrung bringen, was die Venue eurer Wahl zu bieten hat.

In jedem Fall solltet ihr darauf hinweisen, dass unter keinen Umständen Eigenbauten oder semiprofessionelles Equipment im Spiel sind. Nicht nur der Sound, sondern euer Leben könnte daran hängen. Horrorstories von Stromschlägen durch ungeerdeten Anlagen sind leider keine Fiktion.

6. Anderes

Es sollte vermerkt werden, dass die Bühne, die euch zur Verfügung gestellt wird, den gesamten Zeitraum der Veranstaltung durch mindestens eine fachkundige und nüchterne Person betreut wird.

Jedem Club sollte es möglich sein euch für das Ein- und Ausladen ein bis zwei helfende Hände zur Verfügung zu stellen.

Selbst einem kleinen Schuppen ohne Lichttechniker sollte es möglich sein, die Bühne gleichmäßig mit weißem Licht auszuleuchten, sodass alle Akteure eurer Kapelle zu sehen sind. Etwas größere Bands sollten mit ein paar farbigen und dimmbaren PARs, Movinglights und Strobo an Front- und Backtruss auskommen. Mehr Licht bedeutet auch immer ein größeres Risiko, einen überambitionierter Lichtmann zu erwischen, der eure Band in buntes Karnevalslicht taucht und zusätzlich noch komplett zunebelt.

ihr habt ein riesiges Bannner dabei, das ein wichtiger Bestandteil eurer Show ist? Lasst es den Veranstalter wissen! Lasst Ihn auch wissen, sofern ihr Hilfe beim Aufhängen des Banners benötigt.

Wieviele Parkplätze ihr für euren Musikzug braucht, kann auch im Rider festgehalten werden.

Solltet ihr Wünsche haben, was unbedingt nicht passieren soll, wie zu viel Hall auf den Monitoren, dann haltet das unbedingt schriftlich fest und weist beim Soundcheck nochmals darauf hin.

7. Patchplan

Auf dem Patchplan werden die benötigten Kanäle der Signalwege eingetragen, die ihr mit eurer Band braucht. Die Reihenfolge ist traditionell Schlagzeug (Kick, Snare, Hihat, Toms, Overheads), Bass, Gitarren, Keys, Vocals.

Falls ihr bevorzugte Mikrofone habt, könnt ihr diese in der nächsten Spalte notieren. Dabei solltet ihr bedenken, dass ein kleiner Rockschuppen in der Regel ein Standardsortiment an Mikrofonen hat. Die Mikrofon-Spalte darf also als realistische Wunschliste und nicht als Forderung verstanden werden. In der dritten Spalte könnt ihr Effektwünsche wie Kompression, Hall, Delay und anderes notieren, sofern ihr wisst, was davon ihr haben wollt. Jeder halbwegs anständige FOH wird euch und dem Publikum von vornherein Anteile der passenden Effekte auf die Ohren geben.

8. Bühnenplan

Der Bühnenplan zeigt, wo eure Instrumente, Verstärker und anderen Geräte auf der Bühne aufgebaut werden sollen, welche Anschlüsse ihr dafür braucht und ob verschiedene Bühnenelemente wie Drumriser für eure Show benötigt werden. Es lohnt sich, hier ins Detail zu gehen und zum Beispiel den exakten Drumsetaufbau zu visualisieren.

Besonders bei ungewöhnlichen Bandsetups gibt der Bühnenplan den genauesten Eindruck davon, was am Ende tatsächlich auf der Bühne zu sehen sein soll. Tragt auf jeden Fall ein, wo auf der Bühne Strom (230V) und Monitorboxen platziert werden sollen. Wenn ihr die Namen aller Bandmitglieder über den jeweiligen Positionen auf dem Bühnenplan notiert, wisst ihr spätestens beim Soundcheck ob der FOH euren Rider vor Augen hat oder nicht. Solltet ihr einen Backdrop haben, findet ihr bestimmt einen sinnvollen Platz dafür auf eurem neuen Bühnenplan.

Mit unserer Vorlage und Grundkenntnissen in Photoshop, Affinity Photo, Pixelmator, MS Paint oder sogar Word sollte es euch möglich sein, einen repräsentablen Bühnenplan zu basteln.

9. Kontakt

Setzt unbedingt eine Kontaktadresse ans Ende jeder Seite. Selbst wenn ihr keinerlei technisches Know-how mitbringen solltet, lassen sich die meisten Fragen im Voraus klären.

10. Love, love, love

Vergesst bitte niemals, dass auf der anderen Seite des Saals ein Mensch steht, der die Liebe zur Musik mit euch teilt. Gemeinsam sollte es mit der richtigen Vorbereitung und etwas Teamwork immer möglich sein, ein für alle zufriedenstellendes Ergebnis auf die Bühne zu zaubern.

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