×

Schritt für Schritt zum Taktgefühl

Als Musiker endlich entspannt zum Metronom üben: So gelingt es dir!

Tipps für Musiker und Bands von Manu Holmer
veröffentlicht am 15.10.2024

probe üben

Als Musiker endlich entspannt zum Metronom üben: So gelingt es dir!

© Pexels.com

Das Metronom? Manche lieben es - anderen treibt es den Angstschweiß auf die Stirn. Dabei ist der Klick ein unglaublich wertvolles Hilfsmittel beim Musizieren. Allerdings fällt vielen der Start und auch das regelmäßige Üben schwer, manchmal sogar so schwer, dass sie am liebsten ganz auf das Metronom verzichten würden. Doch das muss zum Glück nicht so bleiben: Die nachfolgenden Impulse helfen dir dabei, den Klick entspannt in deinen musikalischen Alltag zu integrieren.

Niemand muss mit Metronom üben. Es ist zwar sinnvoll, doch eine Verpflichtung gibt es nicht. Das ist auch das Schöne an der Sache: Wer auf den Klick verzichten möchte, kann das jederzeit tun.

Ohne Druck herangehen

Die Entscheidung liegt zu 100 Prozent bei dir – und das solltest du dir immer wieder vor Augen führen. Auf diese Weise vermeidest du, unnötigen und schädlichen Druck aufzubauen: Du kämpfst dadurch nicht länger mit dir selbst, sondern kannst eine entspannte Entscheidung treffen.

Möglicherweise ist auch genau das der Weg, um doch noch mit dem Metronom warm zu werden. Außerdem kann es dir auch helfen, dir deine zukünftigen Vorteile vorzustellen.

Visualisiere also gerne, wie sich die rhythmische Sicherheit auf deinen musikalischen Alltag auswirken wird. Das bringt gute Gefühle als zusätzliche Motivation für Metronom-Übungen ins Spiel.

Starte klein und werde größer

Von 0 auf 100 mag vielleicht bei einem Auto eine coole Sache sein. In der Musik überfordert der Schnellstart aber häufig. Du hast dich bis jetzt nur wenig oder noch gar nicht mit dem Klick beschäftigt? Dann nähere dich seinen Funktionen in kleinen Schritten. 

Du könntest dir zum Beispiel vornehmen, dich vor jedem Üben für eine Minute konsequent mit dem Metronom zu beschäftigen. Diese Zeit ist bewusst sehr kurz gewählt, um Aufschieberitis zu vermeiden und einen Fuß in die Tür zu bekommen. 

Gegen 60 Sekunden dürfte nämlich auch der dickköpfigste innere Schweinehund wenig einzuwenden haben. Und wer weiß? Vielleicht reicht dir die eine Minute schon bald nicht mehr aus. Starte klein – aber starte!

Hole dir Unterstützung, wenn du sie brauchst

Hilfe benötigen wir alle früher oder später einmal. Es ist nicht verwerflich, darum zu bitten. Falls du so gar nicht mit dem Metronom warm wirst, dann hole dir Unterstützung. Frage zum Beispiel deine Musiklehrkraft oder in deinem Umfeld nach, ob dir jemand weiterhelfen möchte. 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass dir jemand die Grundlagen und Funktionen des Metronoms erklären kann. Ganz nebenbei wirst du so auch merken, dass du mit deinen Metronom-Problemen nicht alleine bist. Das bist du nämlich definitiv nicht.

Schaffe ein förderliches Umfeld

Wenn ein Raum unordentlich, stickig oder schlecht beleuchtet ist, fällt vielen die Konzentration schwer. Auch das Gefühl, dass jemand beim Üben zuhören könnte, kann hemmen. Außerdem sind ständige Benachrichtigungen auf dem Smartphone Gift für die Aufmerksamkeit. Kurz: Wenn du entspannt zum Metronom üben möchtest, dann schaffe dir ein förderliches Umfeld dafür.

Nutze zum Beispiel ein digitales Metronom, falls dich das Smartphone auch im Flugmodus zu sehr ablenkt.

Hänge ein Schild an deine Türe und weise darauf hin, dass du die nächsten 15 Minuten nur in dringenden Fällen zu sprechen bist.

Miste aus oder besorge dir ein paar Lampen, um die Atmosphäre in deinem Musikzimmer zu verbessern.

Überlege dir also, welche Veränderungen dir das Üben zum Metronom angenehmer machen können. Dazu gehören vielleicht auch gute Kopfhörer oder eine Flasche Wasser, die immer griffbereit ist. Eventuell besteht sogar die Möglichkeit, dich mit anderen zu einer Metronom-Übegruppe zusammenzuschließen. 

Egal, was dir die Zeit mit dem Klick leichter macht: Setze dir ein sinnvolles Limit für deine Planung und Umsetzung. So vermeidest du, in die "Ich brauche erst, um zu …"-Falle zu tappen.

Auf die innere Haltung kommt es an

Wenn du entspannt zum Metronom üben möchtest, dann ist ein förderliches Umfeld Gold wert. Aber nicht nur das. Die innere Haltung ist noch viel wichtiger. Vielleicht kennst du es ja auch folgende Aussage: "Ich kann nicht zum Klick spielen. Mich haut es immer nach wenigen Takten raus."

Wer die Sache so angeht, wird nur mit viel Glück Freude am Metronom haben, wahrscheinlich aber vor allem Frust empfinden. Was kannst du dagegen tun? Das Erfolgsgeheimnis sind Erfolgserlebnisse:

Wenn du (noch) keinen ganzen Takt mit dem Metronom halten kannst, dann versuche es mit ein paar Schlägen.

Experimentiere mit dem Tempo. Erfahrungsgemäß üben viele zu schnell. "BPM runter" ist ein gutes Stichwort, um sofort entspannter zu werden.

Stelle dein Metronom so ein, dass es für dich passt. Du übst aktuell am liebsten auf Viertelnoten? Dann bleibe so lange dabei, bis du dich wirklich bereit für eine andere Einstellung fühlst.

Es muss nicht immer das Metronom sein. Du kannst auch zu programmierten Instrumentalspuren oder Playbacks üben. Auch moderne Musik ist je nach Genre meistens auf Klick eingespielt.

Selbst erlebte Erfolge helfen dir also dabei, dich langfristig ans Üben mit Metronom zu gewöhnen. Du erfährst dank ihnen nämlich, dass du es generell kannst. Darauf baust du dann nach und nach auf. Gerne auch in Kombination mit einem Übetagebuch oder Übeplan, in dem du deine Fortschritte festhältst.

Denke daran: Das Metronom ist nicht dein Feind

Als ich das erste Mal zum Metronom gespielt habe, war ich überrascht. Überrascht, wie daneben ich lag. Mit der Zeit wurde es hörbar besser. Heute, über 15 Jahre später, möchte ich auf den Klick nicht mehr verzichten. Er gehört einfach dazu. Nicht immer, aber ziemlich oft. 

Warum erzähle ich dir das? Es ist wahrscheinlich, dass es dir ähnlich geht. Das sichere Üben zum Klick braucht einfach seine Zeit. Von heute auf morgen wirst du vielleicht noch keine (nennenswerten) Fortschritte feststellen. Aber selbst die kleinsten Erfolge summieren sich mit der Zeit zu etwas richtig Großem. 

Darf ich AC/DC zitieren? "It’s a long way to the top if you wanna rock’n’roll." Aber dieser Weg lohnt sich – auch, wenn dich das Üben zum Metronom vor allem am Anfang echt ins Schwitzen bringen kann.

Ähnliche Themen

9 Tipps: So holst du das Beste aus deinem Musikunterricht heraus

Warum guter Musikunterricht auch von dir abhängt

9 Tipps: So holst du das Beste aus deinem Musikunterricht heraus

veröffentlicht am 14.10.2026   1

Der richtige Umgang mit Click-Tracks: Vom Stressfaktor zum Groove-Booster

Vielseitige Hilfe

Der richtige Umgang mit Click-Tracks: Vom Stressfaktor zum Groove-Booster

veröffentlicht am 03.12.2025   7

Diese Apps unterstützen die BackstagePRO-Community in ihrem Musikeralltag

Digitale Helfer

Diese Apps unterstützen die BackstagePRO-Community in ihrem Musikeralltag

veröffentlicht am 30.10.2025   12

Wie du Neid als kreative Kraftquelle nutzen kannst: 3 Praxis-Tipps für Musiker und Musikerinnen

Negative Energie in positive verwandeln

Wie du Neid als kreative Kraftquelle nutzen kannst: 3 Praxis-Tipps für Musiker und Musikerinnen

veröffentlicht am 07.05.2025   12

Newsletter

Abonniere den Backstage PRO-Newsletter und bleibe zu diesem und anderen Themen auf dem Laufenden!