Der kreative Begleiter
Übetagebuch führen – 3 Gründe, warum es sich für Musikerinnen und Musiker so richtig lohnt
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Was ist ein Übetagebuch?
Beim Übetagebuch oder Übejournal handelt es sich einfach gesagt um ein Tagebuch, in dem du deine musikalischen Ideen, Erfahrungen und Erlebnisse inklusive Datum aufzeichnen kannst.
Anders als im klassischen Übeplan geht es darin jedoch deutlich stärker um den gefühlsbetonten oder emotionalen Aspekt beim Musizieren. Dadurch eignet es sich – genauso wie der Übeplan – für jedes musikalische Level. In ihm hältst du konkrete Daten wie zum Beispiel einzelne Übungen, Ziele mit Datum und BPM fest.
Im Gegensatz dazu lädt dich das Tagebuch zur kreativen Selbstreflexion ein. Möglich ist daher auch, einfach beide Konzepte zu verbinden. Wenn du magst, kannst du zum Beispiel ein Notizbuch in zwei Teile gliedern. Einen Teil führst du als analytischen Übeplan, den anderen als gefühlsbetontes Übetagebuch. So behältst du deine musikalischen Ziele im Blick, während du dich menschlich immer besser kennenlernst.
Diese Themen könnten in deinem Musik-Tagebuch stehen
- Du freust dich tierisch über die besonders produktive Probe heute?
- Dir ist es gelungen, eine schwierige Übung fehlerfrei zu spielen?
- Du hast eine großartige Empfehlung bekommen?
- Oder hast du einen kreativen Geistesblitz?
Das alles kannst du im Tagebuch notieren. Auch andere Meilensteine, für die du dankbar bist, finden darin ihren wohlverdienten Platz. Natürlich musst du dafür keine ellenlangen Aufsätze schreiben.
Stichworte reichen oft bereits aus, um dich in Zukunft an bestimmte Erfahrungen oder Ideen zu erinnern. Vielleicht solltest du dir also täglich 5 Minuten Zeit nehmen, um zwei oder drei Gedanken in dein Übetagebuch zu schreiben. Die Gründe dafür sprechen für sich:
1. Grund: Der musikalische Schneeballeffekt
Wie ein Schneeball summieren sich kleine Veränderungen über die Zeit. Sie bringen den Wandel ins Rollen. Leider übersehen wir das oft. Schließlich sind die großen To-dos des Lebens laut. Mit ihrem Lärm übertönen sie dann die Handlungen, die auf den ersten Blick unbedeutend sind.
Aber das gilt eben nur auf den ersten Blick: Welche Dinge haben dich heute besonders bewegt? Halte sie schriftlich fest! Nichts ist zu unbedeutend, um notiert zu werden. Die Tragweite der kleinen Dinge zeigt sich allzu oft erst in der Rückschau. Wenn sie in deinem Tagebuch stehen, dann kannst du über die Zeit viele Zusammenhänge herauslesen.
2. Grund: Motivation
Wer kennt sie nicht, die schwierigen Zeiten und Rückschritte beim Musizieren? Umso schöner ist es dann, wenn es eine immer verfügbare, externe Quelle der Motivation gibt: dein Übetagebuch.
Darin kannst du schmökern, wenn du Aufmunterung, Ideen oder Anstöße benötigst. Letztlich bestimmst ja du, was du in dein Büchlein packst. Das können Erfolge bei konkreten Übungen sein, aber auch persönliche Niederlagen.
Vielen Menschen hilft Schreiben dabei, beide zu verarbeiten. Es ist außerdem gut möglich, dass du aus deinen Notizen neue Lösungswege für die Zukunft ableiten kannst. Multimediale Inhalte wie Fotos, Videos oder MP3s können das Übetagebuch darüber hinaus als wundervolle Zeitkapsel ergänzen.
So schafft das Journal zeitlose Erinnerungen – natürlich auch im Bandkontext.
3. Grund: Kreative Klarheit
Ein Übetagebuch ist auch ein geschützter Raum, um neue Ideen zu entwickeln. Indem du regelmäßig über dich, deine Gedanken und Gefühle reflektierst, steigerst du deine kreative Schaffenskraft im Laufe der Zeit.
Letztlich basiert Musik stets auf Emotionen und dem Menschen, der sie macht. Alleine deshalb lohnt es sich, regelmäßig nach Innen zu schauen. Denn manchmal haben wir den Zugang zu unseren eigenen Zielen und Träumen verloren. Notiere dir also, welche Dinge dich bewegen. So siehst du unabhängig vom äußeren Lärm klarer, was du wirklich willst.
Lohnt sich ein Übetagebuch auch für dich?
Ein Übetagebuch kann deinen Blick klären, dich motivieren und dir wie ein lieber Freund den Rücken stärken. Trotzdem ist es kein Allheilmittel. Betrachte es am besten als ein Werkzeug, das deine musikalische Reise erleichtern soll.
Klar muss aber auch sein: Wer nicht gerne schreibt, wird mit dem schriftlichen Übetagebuch oder Übeplan auf Dauer wenig Freude haben.
Das heißt aber nicht, dass das Übetagebuch generell keine Option ist. Schließlich kannst du stattdessen auch regelmäßig Videos oder Audio aufnehmen und so ein visuelles oder akustisches Tagebuch führen. Es liegt stets in deiner Hand, was du daraus machst.
Wirst du es testen? Falls ja:
- Schnapp dir Notizbuch und Stift,
- Stell den Timer auf 5 Minuten
- Notiere das heutige Datum
- Und schreib drauflos!
Du wirst überrascht sein, wohin dich diese innere Reise führen kann – insbesondere im Hinblick auf deine musikalische Entwicklung.
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