Betrüger mit Kontakten
BBC-Bericht: Betrügerische Ticketzweitverkäufer hatten Insider-Hilfe
© MKB
Die Ticket-Weiterverkäufer Peter Hunter und David Smith wurden bereits 2020 wegen Betrugs beim Ticket-Weiterverkauf in den Jahren 2010–2017 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Maria Chenery-Woods (die sogenannte "Ticket Queen"), Paul Douglas, Mark Woods und Lynda Chenery erhielten in einem Prozess im Jahr 2024 ebenfalls lange Haftstrafen. Alle nutzten Weiterverkaufsplattformen wie StubHub, Viagogo sowie zwei, 2018 eingestellte Plattformen mit den Namen GetMeIn! und Seatwave, die beide zu Ticketmaster gehörten!
"Vertrauliche Partnerschaften"
Ehemalige Mitarbeitende dieser Plattformen bestätigten der BBC, sie hätten eng mit den Toptickethändlern kooperiert. Gerichtsdokumente aus dem Prozess gegen Chenery-Woods zeigen sogar, dass zwei Angestellte exklusiv Tickets für die Zweithändler kauften.
Während seines Prozesses gab Hunter an, einige Plattformbetreiber hätten Weiterverkäufer (engl. "touts") für große Handelsmengen mit finanziellen Anreizen geködert. Zudem berichtete die BBC, ehemalige Ticketmaster-Mitarbeitende seien dazu angehalten worden, Software zu entwickeln, mit der Wiederverkäufer große Mengen an Tickets auf den Ticketzweitmarkt-Plattformen verkaufen konnten.
Ticketmaster bestreitet Vorwürfe nicht
Gegenüber der BBC verwies Ticketmaster darauf, dass die beiden Firmen bereits 2018 aufgelöst worden seien. Zudem lägen die Vorfälle mehr als ein Jahrzehnt zurück und hätten keine Relevanz für das heutige Ticketgeschäft. Ticketmaster habe seitdem keinerlei Beteiligung am unregulierten Zweitmarkt mehr.
Diese Stellungnahme ist deshalb bemerkenswert, weil Ticketmaster die Vorwürfe nicht bestreitet und im Grunde nur erklärt, heute anders zu handeln. Inzwischen erlauben viele Tickethändler nur den Weiterverkauf von Konzertkarten zum ursprünglichen Preis. Damals versuchte Ticketmaster aber offensichtlich, mit dem Ticketweiterverkauf zu überhöhten Preisen zusätzliches Geld zu verdienen und hatte daher Beteiligungen "am unregulierten Zweitmarkt".
Der Wiederverkauf von Konzertkarten ist in Großbritannien übrigens genausowenig grundsätzlich verboten wie in Deutschland. Die Ticketzweithändler wurden deshalb verurteilt, weil sie unter falschen Namen oder mit falschen Adressen Tickets kauften, um Kauflimits auf Primärplattformen zu umgehen.
Ähnliche Themen
Fiese Masche auf Facebook
Hunderte Oasis-Fans wurden Opfer von Ticketbetrügern
veröffentlicht am 06.11.2024
Dreister Betrug
3 Mio. Dollar Schaden: Betrüger täuscht Veranstalter und erhält Gefängnisstrafe
veröffentlicht am 30.07.2024
Haftstrafe für die "Queen of tickets"
Hartes Urteil gegen betrügerische Ticket-Zweithändler in Großbritannien
veröffentlicht am 27.05.2024
Ein positives Zeichen für die Fans
Britisches Gericht verurteilt Ticketbetrüger zu sechseinhalb Jahren Haft
veröffentlicht am 17.02.2020 4