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Betrüger mit Kontakten

BBC-Bericht: Betrügerische Ticketzweitverkäufer hatten Insider-Hilfe

News von Daniel Nagel
veröffentlicht am 17.06.2025

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BBC-Bericht: Betrügerische Ticketzweitverkäufer hatten Insider-Hilfe

© MKB

Ein Bericht der BBC kommt zu dem Ergebnis, dass wegen Betrugs verurteilte britische Ticketzweiverkäufer starke Unterstützung von bekannten Wiederverkaufsplattformen hatten, darunter auch solchen, die sich damals im Besitz von Ticketmaster befanden.

Die Ticket-Weiterverkäufer Peter Hunter und David Smith wurden bereits 2020 wegen Betrugs beim Ticket-Weiterverkauf in den Jahren 2010–2017 zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Maria Chenery-Woods (die sogenannte "Ticket Queen"), Paul Douglas, Mark Woods und Lynda Chenery erhielten in einem Prozess im Jahr 2024 ebenfalls lange Haftstrafen. Alle nutzten Weiterverkaufsplattformen wie StubHub, Viagogo sowie zwei, 2018 eingestellte Plattformen mit den Namen GetMeIn! und Seatwave, die beide zu Ticketmaster gehörten!

"Vertrauliche Partnerschaften"

Ehemalige Mitarbeitende dieser Plattformen bestätigten der BBC, sie hätten eng mit den Toptickethändlern kooperiert. Gerichtsdokumente aus dem Prozess gegen Chenery-Woods zeigen sogar, dass zwei Angestellte exklusiv Tickets für die Zweithändler kauften.

Während seines Prozesses gab Hunter an, einige Plattformbetreiber hätten Weiterverkäufer (engl. "touts") für große Handelsmengen mit finanziellen Anreizen geködert. Zudem berichtete die BBC, ehemalige Ticketmaster-Mitarbeitende seien dazu angehalten worden, Software zu entwickeln, mit der Wiederverkäufer große Mengen an Tickets auf den Ticketzweitmarkt-Plattformen verkaufen konnten.

Ticketmaster bestreitet Vorwürfe nicht

Gegenüber der BBC verwies Ticketmaster darauf, dass die beiden Firmen bereits 2018 aufgelöst worden seien. Zudem lägen die Vorfälle mehr als ein Jahrzehnt zurück und hätten keine Relevanz für das heutige Ticketgeschäft. Ticketmaster habe seitdem keinerlei Beteiligung am unregulierten Zweitmarkt mehr.

Diese Stellungnahme ist deshalb bemerkenswert, weil Ticketmaster die Vorwürfe nicht bestreitet und im Grunde nur erklärt, heute anders zu handeln. Inzwischen erlauben viele Tickethändler nur den Weiterverkauf von Konzertkarten zum ursprünglichen Preis. Damals versuchte Ticketmaster aber offensichtlich, mit dem Ticketweiterverkauf zu überhöhten Preisen zusätzliches Geld zu verdienen und hatte daher Beteiligungen "am unregulierten Zweitmarkt".

Der Wiederverkauf von Konzertkarten ist in Großbritannien übrigens genausowenig grundsätzlich verboten wie in Deutschland. Die Ticketzweithändler wurden deshalb verurteilt, weil sie unter falschen Namen oder mit falschen Adressen Tickets kauften, um Kauf­limits auf Primär­plattformen zu umgehen.

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