Gefahr für die freie Kulturszene
Bundeskulturfonds kritisieren massive Kürzung der Fördermittel im Bundeshaushalt 2025
musikförderung musikfonds kulturpolitik
© Pixabay via pexels.com
Mit dem Bundeshaushalt 2024 hatten die Regierungsparteien das im Koalitionsvertrag festgelegte Ziel verfolgt, die Bundeskulturfonds als Innovationstreiber nachhaltig zu stärken.
Durch eine deutliche Erhöhung der Fördermittel sollten Künstler unterstützt und die freie Musikszene gestärkt werden, nachdem die Förderung im Rahmen von Neustart Kultur ausgelaufen war.
Geplante Kürzungen bedrohen neue Förderprogramme
Der neue Haushaltsentwurf für 2025 sieht jedoch eine drastische Reduzierung der Mittel vor, die auf etwa die Hälfte der Mittel von 2024 sinken sollen. Außerdem soll die Förderung des Bündnisses der internationalen Produktionshäuser komplett gestrichen werden.
In einer Stellungnahme [PDF] kritisieren die Bundeskulturfonds den neuen Haushaltsentwurf und die Streichung der Förderlinien und Programme: "Dies irritiert umso mehr, da gerade erst neue Förderlinien und Programme, teils auch im Zusammenspiel mit Ländern und Kommunen oder Akteuren des kulturellen Lebens, entwickelt und erstmalig ausgeschrieben wurden oder sogar aktuell noch erarbeitet werden."
Zudem helfen die Bundeskulturfonds bei der Einführung und Durchsetzung von Honoraruntergrenzen in der Freien Szene und haben daran mitgewirkt, die Nachhaltigkeits- und Awareness-Empfehlungen der Kulturförderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zu entwickeln und auszugestalten.
Folgen für den Musikfonds
Für den Musikfonds z. B., der improvisierte Musik fördert, würde die Verabschiedung des geplanten Haushaltsentwurfs bedeuten, dass zwei seiner gestarteten Förderprogramme im nächsten Jahr nicht mehr ausgeschrieben werden könnten: das Stipendienprogramm und das Förderprogramm für Ensembles und Bands.
Dabei ist der Musikfonds schon jetzt nur in der Lage einen sehr kleinen Teil aller Anträge zu bewilligen. In der zweiten großen Förderrunde 2024 des Musikfonds wurden von 288 eingereichten Anträgen, die ein Gesamtvolumen von etwa 5,6 Millionen Euro beanspruchten, nur 56 Projekte mit insgesamt 920.000 Euro gefördert, was einer Förderquote von etwa 16 Prozent entspricht.
Diese Quote wird sich weiter reduzieren, denn ab 2025 wird die Anzahl der Förderrunden von drei auf zwei reduziert und eine Eigenbeteiligung von mindestens 10 % der Projektkosten eingeführt. Die Bundeskulturfonds werden ihre Merkblätter zur Projektförderung entsprechend aktualisieren.
Appell an die Politik
Die sechs Bundeskulturfonds Deutscher Literaturfonds, Deutscher Übersetzerfonds, Fonds Darstellende Künste, Fonds Soziokultur, Musikfonds und Stiftung Kunstfonds fordern daher "die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Koalitionsparteien auf, diesen gemeinsam begonnenen Weg durch eine dringend notwendige Korrektur des Haushalts 2025 weiter zum Erfolg zu führen."
Ähnliche Themen
Mehr Mittel für die freie Szene
Bundeskulturetat 2025 steigt auf 2,33 Milliarden Euro
veröffentlicht am 08.09.2025
Deutlicher Zuwachs
Bund erhöht Kulturetat für 2026, aber Musik spielt nur eine Nebenrolle
veröffentlicht am 31.07.2025 1
Mehr Geld für die Kultur
Bundeskulturetat soll um 50 Millionen auf 2,25 Milliarden Euro steigen
veröffentlicht am 24.06.2025 7
Wechsel an der Spitze
Gregor Hotz hört zum Jahresende auf: Musikfonds sucht neue Geschäftsführung
veröffentlicht am 19.05.2025
Weniger Geld, weniger Förderung
Musikfonds reduziert Zahl der Förderrunden und gibt erste geförderte Projekte bekannt
veröffentlicht am 24.03.2025