Deutlicher Zuwachs
Bund erhöht Kulturetat für 2026, aber Musik spielt nur eine Nebenrolle
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Wolfram Weimer (Pressebild, 2025). © BKM / Kay Herschelmann
Kernprojekt des Bundeskulturhaushalts ist eine Neuausrichtung der Filmförderung. Die Mittel für den Deutschen Filmförderfonds und den German Motion Picture Fund werden nahezu verdoppelt und betragen jetzt 250 Millionen Euro.
Viel Geld für Bauten und Erinnerungsarbeit
5 Millionen Euro zusätzlich erhalten die Gedenkstätten zur Aufarbeitung der NS-Terrorherrschaft und der SED-Diktatur, weitere 5 Millionen Euro stehen für die Errichtung eines zentralen Mahnmals für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zur Verfügung.
Des weiteren investiert der Bund in Kulturbauten. Im Rahmen von baulichen Instandsetzungsmaßnahmen soll beispielsweise auch die Kulturfabrik Kampnagel in Hamburg renoviert und erneuert und ein Forschungsarchiv der Deutschen Schillergesellschaft gebaut werden. Insgesamt sind für solche Projekte zusätzliche 22 Millionen Euro vorgesehen.
Weitere 10 Millionen Euro erhält Stiftung Preußischer Kulturbesitz zur Umsetzung ihrer Reformpläne. Zur Zukunft des Kulturpasses enthält die Mitteilung keine Informationen.
Kulturfonds werden "stabilisiert"
Neben diesen Projekten spielt Musik nur eine vergleichsweise kleine Rolle. Immerhin sollen neben den sechs Bundeskulturförderfonds auch der Festivalförderfonds und der Amateurmusikfonds "stabilisiert" werden. Insgesamt erhalten diese Fonds ein Budget von 28 Millionen Euro. Zu den Bundeskulturförderfonds zählt auch der Musikfonds, der vornehmlich experimentelle Musik fördert.
Der Festivalförderfonds existiert seit 2023 und wird von der Initiative Musik als zentraler Fördereinrichtung des Bundes für Popularmusik und Jazz verwaltet. Die Förderung richtet sich an innovative, insbesondere genre- und spartenübergreifende Musikfestivals.
Auch der Amateurmusikfonds ist eine neue Fördermöglichkeit für Chöre, Orchester, Bands und viele weitere Akteur*innen aus dem Bereich der Amateurmusik. Seit 2022 unterstützt der Bund künstlerische Projekten von Amateurmusikern und helfen, diese nach der Corona-Pandemie wieder auf die Bühne zu bringen.
Weitere Projekte
Die Bayreuther Festspiele werden von nun an stärker vom Bund mitfinanziert. Dieser konnte die frei gewordenen Anteile der "Gesellschaft der Freunde von Bayreuth e. V." übernehmen und so die Bayreuther Festspiele auch für die Zukunft sichern.
Aufgrund der steigenden Herausforderungen für die öffentlichen Haushalte hat der Staatsminister außerdem einen sogenannten Incentivierungsfonds in Höhe von 3 Millionen Euro ins Leben gerufen. Die Fördermittel sollen Kultureinrichtungen helfen, ihre Betriebsprozesse effizienter und ressourcenschonender zu machen.
Bundestag hat das letzte Wort
Der Bundeshaushalt muss noch vom Bundestag beraten und beschlossen werden. Dabei sind durchaus Änderungen nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich.
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zeigt sich zufrieden mit dem Etatentwurf:
"Dieser Regierungsentwurf steht für einen kultur- und medienpolitischen Aufbruch – gerade in Zeiten wachsender internationaler und gesellschaftlicher Herausforderungen. Kulturförderung ist kein Luxus, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Selbstverständnisses als Kulturnation. So können wir kulturpolitische Vorhaben des Koalitionsvertrags zügig umsetzen."
Locations
Kampnagel Hamburg
Jarrestraße 20, 22303 Hamburg
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