Rekordhaushalt, aber wenig Fokus auf Musik
Kulturetat 2026 steigt weiter: Was das für die Musikbranche bedeutet
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Wolfram Weimer (2025). © BKM / Kay Herschelmann
Bereits Ende Juli haben wir über den Beschluss des Bundeskabinetts für den Haushalt 2026 berichtet.
Während die Bundesregierung zunächst einen Etat von 2,5 Milliarden Euro vorgesehen hatte, steht nach den Beschlüssen des Haushaltsausschusses des Bundestags nun fest, dass rund 2,57 Milliarden Bundesmittel für kulturelle Belange zur Verfügung stehen.
Wachstum im Bereich Musik
Für die Initiative Musik gibt es gute Nachrichten. Der bereits angekündigte Sparkurs beim Festivalförderfonds ist vom Tisch. Statt geplanten 2 Millionen Euro stehen 2026 nun doch wieder rund 4 Millionen Euro bereit.
Auch der Amateurmusikfonds wird von 3 Millionen auf 4,6 Millionen Euro aufgestockt. Diese Entscheidungen sind ein wichtiges Signal für eine Branche, die nach Pandemie, Inflation und steigenden Produktionskosten dringend Stabilität braucht.
Darüber hinaus tauchen nur wenige explizite Musikposten im Haushalt auf. Das Jewish Chamber Orchestra und die Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum erhalten zusammen bis zu 500.000 Euro; die Baltic Sea Philharmonic wiederum wird im Rahmen der internationalen Kulturprojekte gefördert (ohne Angabe der Höhe).
Beides sind wichtige kulturpolitische Maßnahmen, jedoch eher singuläre Projekte als strukturprägende Impulse für die gesamte Musiklandschaft.
Bis zu eine Million Euro soll außerdem zusätzlich in Programme für kulturelle Teilhabe junger Menschen fließen – unklar bleibt jedoch, welche Anteil davon Musikprojekten zugutekommt.
Fokus auf Filmförderung und Erinnerungskultur
Insgesamt zeigt sich: Im Verhältnis zum Gesamtetat bleibt Musik ein Nebenschauplatz. Besonders deutlich wird das im Vergleich zur Filmbranche. Die Fördermittel für den Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und den German Motion Picture Fund (GMPF) steigen auf 250 Millionen Euro – und werden damit verdoppelt.
Stark steigende Mittel finden sich außerdem vor allem in baulichen und erinnerungspolitischen Bereichen. So erhält etwa die Kulturbauten-Offensive "KulturInvest" rund 120 Millionen Euro zusätzlich, das Denkmalschutz-Sonderprogramm wird mit weiteren 15 Millionen Euro ausgestattet und verfügt im nächsten Haushaltsjahr über 50 Millionen Euro.
Damit handelt es sich beim Kulturetat 2026 insgesamt um einen Etat, der vor allem in Substanz, Infrastruktur und Erinnerung investiert, während Musik eher eine Nebenrolle spielt. Und wenn die Parlamentarier nicht die Kürzungen verhindert hätten, wäre dieser Kurs auf Kosten der Initiative Musik gegangen.
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