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Forderung nach umfassenden Reformen

Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft sieht Standort Deutschland in Gefahr

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 05.05.2026

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Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft sieht Standort Deutschland in Gefahr

(v.l.n.r.) Mike P. Heisel vom Rat der Vertreter:innen der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft und Christian Eichenberger, Vorstandsmitglied der fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft (2026). © fwd: Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft

Die Bundesvereinigung Veranstaltungswirtschaft e.V. hat gemeinsam mit der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft den Bericht "Veranstaltungswirtschaft I/2026" an die Bundesregierung übergeben. Darin zeichnet die Branche ein angespanntes Bild ihrer wirtschaftlichen Lage. Sie sieht sich "unter massivem Druck".

Mit 2020 rund 1,13 Millionen unmittelbar erwerbstätigen Menschen ist die Veranstaltungsbranche ein wichtiger Bestandteil der deutschen Wirtschaft. Allerdings häufen sich aktuell Probleme, weshalb die Branchenvertreter gesetzliche Reformen fordern.

Geringere Auslastung der Veranstaltungsbranche

Ein zentraler Indikator zur Entwicklung von Nachfrage und Auslastung im Veranstaltungsmarkt ist der sogenannte RIFEL-Index. Dieser liegt im Jahr 2026 um 7,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. 

Parallel dazu hat sich auch das Geschäftsklima deutlich eingetrübt: Der ifo-Geschäftsklimaindex – ein Stimmungsindikator der Lageeinschätzung von Unternehmen – fällt für die Veranstaltungswirtschaft auf minus 19,2 Punkte und erreicht damit den niedrigsten Stand seit der Corona-Pandemie. 

Niedrigere Steuern und flexible Arbeitszeiten

Vor diesem Hintergrund formuliert die Veranstaltungswirtschaft mehrere zentrale Forderungen an die Politik. Ein Schwerpunkt liegt auf steuerlichen Entlastungen: So fordern die Branchenvertreter eine Senkung der Unternehmenssteuern von 30 auf 25 Prozent, um im europäischen Wettbewerb aufzuschließen.

Darüber hinaus steht eine flexiblere Verteilung der wöchentlichen Arbeitsstunden auf der Agenda. Aktuelle Richtlinien in Deutschland begrenzen das tägliche Maximum an Arbeitsstunden auf 10 Stunden pro Tag.

In den meisten anderen europäischen Ländern wurde die entsprechende europäische Regelung flexibel umgesetzt. Diese Länder erlauben längere tägliche Arbeitszeiten, solange die wöchentliche Höchstarbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten wird. Gleiches will die Veranstaltungsbranche auch in Deutschland erreichen.

Die Branchenverbände fordern zudem Erleichterungen bei der LKW-Maut und flexiblere Regelungen für Sonntagsarbeit und Feiertagsfahrten.

Starker europäischer Wettbewerb

Während deutsche Veranstaltungsbetriebe für eine Arbeitsstunde durchschnittlich 43,40 Euro zahlen, werden in Italien 30,90 Euro und in Portugal 18,20 Euro gezahlt. Das führt zu höheren Lohnnebenkosten in der deutschen Veranstaltungswirtschaft. Die Verbände sprechen sich für eine Reduzierung aus, ansonsten drohe die Abwanderung von Veranstaltungsunternehmen ins Ausland.

Darüber hinaus sollen vereinfachte Visa-Verfahren und eine stärkere Willkommenskultur für internationale Geschäftsreisende dazu beitragen, Deutschland als Veranstaltungsstandort attraktiver zu machen.

Mit diesen und weiteren Forderungen des Berichts verbindet die Branche die Erwartung, dass ihre Lage stärker in politische Entscheidungsprozesse einbezogen wird. Mike P. Heisel, Vertreter der Bundeskonferenz Veranstaltungswirtschaft erklärt:

"Schuldenlast, explodierende Kosten und strukturelle Nachteile gefährden unsere Weltmarktposition. Die tagesaktuelle Energiekrise ist dabei noch nicht eingepreist. Ohne schnelle Korrekturen bei Steuern, Arbeitszeit und Bürokratie droht die deutsche Wirtschaft, ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu verlieren. Unser Strukturbericht ist ein Weckruf."

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