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Mehr Flexibilität für die Eventbranche

Forum Veranstaltungswirtschaft fordert Reform des Arbeitszeitgesetzes

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 27.05.2025

kulturpolitik liveszene johannes everke

Forum Veranstaltungswirtschaft fordert Reform des Arbeitszeitgesetzes

© Christof Mattes

Die Veranstaltungswirtschaft fordert ein Umdenken in der Arbeitszeitpolitik: Beim zweiten Parlamentarischen Frühstück des Forum Veranstaltungswirtschaft im Bundestag, haben Vertreter der Branche deutlich gemacht, dass das aktuelle Arbeitszeitgesetz der Realität im Eventbetrieb nicht mehr gerecht wird.

Am 21. Mai 2025 kamen Parlamentarier aller demokratischen Parteien zu der Veranstaltung im Bedienrestaurant des Deutschen Bundestages zusammen.

Wie das Forum Veranstaltungswirtschaft mitteilt, habe das Bündnis in der Debatte auf die aktuelle Situation der Veranstaltungswirtschaft hingewiesen und für die gezielte Novellierung des Arbeitszeitgesetzes plädiert. Dieses solle an die Bedürfnisse einer modernen Dienstleistungsbranche angepasst werden. 

Realität und Gesetz klaffen auseinander

Das Forum Veranstaltungswirtschaft machte in diesem Rahmen darauf aufmerksam, dass das Arbeitszeitgesetz vorrangig auf die Bedarfe des produzierenden Gewerbes mit seinen klaren Produktionszyklen und planbaren Abläufen zugeschnitten sei. Dienstleistungsbranchen wie die Kultur- und Veranstaltungswirtschaft hingegen ständen häufig vor anderen Herausforderungen. 

Was im produzierenden Gewerbe noch funktioniere, kann im Eventbereich u.a. durch hohe Auftragsfluktuationen, kurzfristige Projektspitzen und einem hohen Gleichzeitigkeitsfaktor regelmäßig zu rechtlichen und praktischen Problemen führen. René Tumler, Geschäftsführer des Europäischen Verbands der Veranstaltungs-Centren (EVVC) betont:

"Die aktuelle gesetzliche Begrenzung auf acht bzw. maximal zehn Stunden Arbeit pro Tag und 40 bis 48 Stunden pro Woche wird der Realität in der Veranstaltungswirtschaft nicht gerecht."

Großveranstaltungen, Festivalproduktionen und Tourneebetrieb folgen eigenen zeitlichen Logiken – mit hohem Personalbedarf in kurzen Zeitfenstern, gefolgt von längeren Ruhephasen.

Bereits 2024 hatte der BDKV (Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft) im Rahmen seiner Mitgliederversammlung die Problematik angesprochen. Nun meldet er sich erneut zu Wort.

Johannes Everke, Geschäftsführer des BDKV, erklärt:

"Kleine Teams wachsen im Veranstaltungszeitraum temporär genauso stark an wie die Arbeitszeit – und danach stehen wieder Ruhezeiten. Um dem gerade in Zeiten von Fachkräftemangel entsprechen zu können, braucht die Veranstaltungswirtschaft eine gezielte Flexibilisierung des Arbeitszeitgesetzes. Für rechtssichere, faire und der Branche angemessene Beschäftigungszeiten."

Flexibilisierung im Sinne der Beschäftigten

Die Verbände machen klar: Es geht nicht um Deregulierung oder Ausbeutung, sondern um praxisnahe, sozialverträgliche Lösungen. Christian Ordon, Geschäftsführer der Live Musik Kommission versichert:

"Die Sozialverträglichkeit der Regelungen bleibt zentral – im Sinne der Gesundheit und Selbstbestimmung der Beschäftigten sowie im Interesse der Rechtssicherheit der Unternehmen."

Als Vorbild nennt das Forum unter anderem tarifvertragliche Regelungen aus der Filmwirtschaft oder Modelle aus Österreich, die mit EU-Recht vereinbar sind.

Auch viele Beschäftigte wünschen sich selbstbestimmte Arbeitszeiten. "Viele möchten mehrere intensive Tage am Stück arbeiten, um anschließend längere Erholungsphasen zu haben", so Johannes Everke.

Mehr als nur Arbeitszeit: Ticketzweitmarkt und Scheinselbstständigkeit

Neben der Arbeitszeitnovellierung nutzte das Forum Veranstaltungswirtschaft die Gelegenheit zweiten Parlamentarischen Frühstücks, weitere politische Baustellen anzusprechen.

Dazu zählen der Kampf gegen den illegalen Weiterverkauf von Eintrittskarten ebenso wie das undurchsichtige Statusfeststellungsverfahren zur Selbstständigkeit – beides Themen, die in der Branche für große Rechtsunsicherheit sorgen.

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