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Größe Flexibilität für die Veranstaltungsbranche

Breites Bündnis von Verbänden fordert Wochenarbeitszeit statt Tagesgrenzen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 04.06.2026

liveszene bdkv

Breites Bündnis von Verbänden fordert Wochenarbeitszeit statt Tagesgrenzen

© Rudi Brand

Ein breites Bündnis aus Veranstaltungs-, Tourismus- Messe- und Gastronomieverbänden setzt sich für die Einführung einer gesetzlichen Wochenarbeitszeit ein. Ziel ist eine Modernisierung des Arbeitszeitrechts nach Vorbild anderer europäischer Länder. Die Initiatoren betonen, dass es dabei nicht um längere Arbeitszeiten, sondern um mehr Flexibilität für Unternehmen und Beschäftigte bei der Verteilung ihrer Arbeitszeit geht.

Die Debatte um eine Reform des deutschen Arbeitszeitrechts gewinnt an Dynamik. Unter dem Motto "Wochenarbeitszeit jetzt" haben sich 15 Wirtschafts- und Branchenverbände zusammengeschlossen, um Unternehmen durch die Einführung einer Höchstgrenze der wöchentlichen Arbeitszeit zu entlasten und die aktuell geltende Tageshöchstgrenze von 10 Stunden abzuschaffen.

Auch aus der Veranstaltungs- und Live- Branche kommt dabei deutlicher Rückenwind: Neben dem DEHOGA gehören unter anderem der BDKV, die LiveKomm, der EVVC sowie weitere Akteure der Event- und Kulturwirtschaft zum Bündnis.

Die Forderungen

Im Grunde geht es um eine Anpassung der Umsetzung der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie, die eine Wochenhöchstarbeitszeit vorsieht, was in Deutschland allerdings in Form einer maximalen Höchstarbeitszeit pro Tag umgesetzt wurde. Aus Sicht der Verbände würde eine entsprechende Reform mehr Flexibilität schaffen, ohne bestehende Schutzstandards für Beschäftigte zu ändern.

Konzerte, Festivals, Clubshows oder Tourproduktionen folgen keinem klassischen 9-to-5-Rhythmus, so die Verbände. Aufbau, Soundcheck, Showbetrieb und Abbau erzeugen Arbeitsphasen, die sich häufig nur schwer innerhalb starrer täglicher Arbeitszeitgrenzen abbilden lassen. 

Flexibilität statt längerer Arbeitstage

Die Initiative betont, es gehe ihr nicht darum, die Arbeitszeit der Beschäftigten zu erhöhen, sondern um eine flexiblere Verteilung. Ruhezeiten, Arbeitsschutz und die europäische Wochenhöchstgrenze sollen unangetastet bleiben.

Die Forderung trifft auf einen politischen Rahmen, in dem eine Reform bereits angekündigt ist. Im Koalitionsvertrag von Union und SPD wurde die Einführung einer Wochenarbeitszeit festgehalten. Nach Angaben der Initiative könnte das Bundesarbeitsministerium noch vor der Sommerpause einen entsprechenden Entwurf vorlegen.

Während die wirtschaftspolitische Debatte vor allem auf Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau zielt, steht in der Live- und Musikbranche vor allem die Frage im Raum, wie sich künstlerische und technische Produktionsrealitäten besser mit Arbeitszeitrecht in Einklang bringen lassen.

Stimmen aus der Live-Branche

Johannes Everke vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) beschreibt die Herausforderung aus Sicht der Branche klar:

"Live-Erlebnisse entstehen nicht nach der Stechuhr. Wenn das Wetter plötzlich kippt, Tourpläne platzen oder Shows laufen, brauchen Teams Flexibilität, damit professionelle Veranstaltungen gelingen."

Auch aus der Club- und Festivalwelt wird die Forderung unterstützt. Steffen Kache von der LiveMusikKommission (LiveKomm) betont dabei den Charakter der Reform:

"Ziel ist nicht mehr Arbeit, sondern mehr Selbstbestimmung: Flexible Arbeitszeiten in Clubs und auf Festivals bei voller Wahrung von Ruhezeiten, Arbeitsschutz und europäischer Wochenhöchstarbeitszeit."

Beteiligte Verbände

Dem Bündnis gehören aktuell an:

  • asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V.
  • AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft
  • BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.
  • Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD)
  • Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen e.V.
  • Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. | BTW
  • Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT)
  • Deutscher Caravaning Handels-Verband e.V.
  • Deutscher Hotellerie- und Gastronomieverband e.V. (DEHOGA Bundesverband)
  • DRV Deutscher Reiseverband e.V.
  • EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.
  • Hotelverband Deutschland (IHA) e.V.
  • LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)
  • Verband Deutsches Reisemanagement e.V. | VDR
  • VDVO – Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V.

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