Kein Trübsinn
BDKV Mitgliederversammlung sieht Livebranche im Aufschwung
Der Vorstand des BDKV mit Geschäftsführer und Justiziaren (v.l.): Daniel Domdey, Christian Gerlach, Verena Krämer, Sonia Simmenauer, Johannes Everke, Götz Schneider-Rothhaar, Michaela Russ, Dr. Johannes Ulbricht, Christian Doll und Stephan Thanscheidt. © Christoph Mangler/BDKV
Laut BDKV zeigen die ersten Zahlen aus der Studie Musikwirtschaft in Deutschland 2024, dass die Live-Branche 2023 im Vergleich zu 2019 ein Umsatzplus von 20 Prozent verzeichnet hat und mit einem Umsatz von 5,6 Milliarden Euro nach wie vor den größten Teil zum Gesamtumsatz der Musikwirtschaft beiträgt.
Der BDKV sieht daher sogar "alle Zeichen auf Aufbruch", ohne aber zu erläutern, worin dieser Aufbruch besteht. Dass sich hinter diesen positiven Zahlen eine durchaus komplexe Realität verbirgt, wurde aber auch klar.
Gemischtes Bild
So zeichnete BDKV-Präsidentin Sonia Simmenauer ein differenziertes Bild der aktuellen Lage der Live-Branche. Auf der einen Seite gebe es viel Positives zu berichten, gerade in Hinblick auf erfolgreiche Großveranstaltungen und die wachsende Zahl von Festivals. Andererseits litten insbesondere kleine und mittlere Veranstaltungen unter Kostensteigerungen und schleppenden Vorverkäufen leiden. Dazu erklärt Simmenauer:
"Dabei braucht die gesamte Musikbranche gerade den Wagemut der Veranstaltenden, neue Themen zu präsentieren und Künstler zu entwickeln. Mehr denn je entwickeln sich die kommenden Stars auf den echten Bühnen. Unser Ziel ist, dass das Konzertleben von klein bis groß bestehen kann."
Für BDKV-Geschäftsführer Johannes Everke zeigen die Ergebnisse der Studie, wie wichtig die Arbeit des Verbandes ist:
"Die Erfolgszahlen aus der Musikwirtschaftsstudie spiegeln ganz klar wider, dass die Menschen gerade in der heutigen Zeit nach Gemeinschaftserlebnissen, echter Begegnung und Identifikation suchen. Das gibt uns wirtschaftliche Bedeutung – gerade auch für die Künstler:innen – und gleichzeitig überträgt uns das auch Verantwortung für die Gesellschaft."
Politische Forderungen
Gleichzeitig führt er aus, welche Forderungen der BDKV im Hinblick auf die anstehenden Bundestagswahlen an die Politik stellt. So sei eine Ausweitung des Arbeitszeitgesetzes nötig, damit dann gearbeitet werden könne, wenn es der Konzertbetrieb verlange.
Darüber hinaus solle der Gesetzgeber näher definieren, bei welchen Kriterien eine Scheinselbstständigkeit vorliege. Zudem müsse die Künstlersozialabgabe bis 2030 auf demselben Niveau bleiben. Mehr Informationen zu den politischen Forderungen des BDKV gibt es hier.
Im Anschluss an den verbandsinternen Teil fand wie im Vorjahr eine Konferenz statt, in deren Rahmen verschiedene Stimmen aus Branche, Politik, Kultur und Gesellschaft in diversen Formaten aufeinandertrafen, etwa in einem Panel unter dem Thema "Polarisierung, Dialogfähigkeit und Kunstfreiheit – der Umgang mit politischen Haltungen auf und vor der Bühne".
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