Zu geringe Fördermittel
Das Maifeld Derby in Mannheim findet 2025 zum letzten Mal statt
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Das Maifeld Derby findet 2025 zum letzten Mal statt. © Rudi Brand
Mit diesen Worten kündigt das Maifeld Derby seinen Abschied aus der Festivallandschaft an:
"Save the last ride! Mit der 14. Auflage wird sich das Maifeld Derby als amtierendes 'Best Small Festival Europas' aus der UNESCO City Of Music Mannheim verabschieden und auf der Weide das Gnadenbrot genießen".
Das bedeutet nach der bereits angekündigten Ausgabe 2025 wird es kein weiteres Maifeld Derby geben.
Steigende Kosten
In einem ausführlichen Statement auf seiner Website geht Gründer und Booker Timo Kumpf auf die Gründe für das Ende des Maifeld Derbys ein. Primär fehlen Fördermittel, um das Festival fortzuführen.
Seit 2023 erhält das Mannheimer Festival einen städtischen Zuschuss von 100.000 Euro, so auch 2025. Das ist Timo Kumpf zufolge zu wenig, weshalb er für 2025 200.000 Euro Fördermittel bei der Stadt Mannheim beantragt, um "steigende Personalkosten, gesunkene Kaufkraft / Inflation, gestiegene Künstlergagen, veränderte Konsumgewohnheiten" auszugleichen.
Bedarf an Fördermitteln
Auf Anfrage des "sehr engagierten und unterstützenden neuen Kulturbürgermeisters Thorsten Riehle" erläuterte der Veranstalter seinen Bedarf für die Fortsetzung des Festivals über 2025 hinaus. Für 2026 und die nachfolgenden Jahre benötige das Maifeld Derby mindestens 300.000 Euro, um nicht auf zusätzliche Förderung des Landes und Bundes angewiesen zu sein.
Bisher hatte die Stadt für 2026 jedoch noch überhaupt keine Fördermittel beschlossen, da die Haushaltsverhandlungen noch laufen. Die Anträge einiger Fraktionen wie SPD und Die Grünen auf Förderung würden mit 100.000 Euro jedoch erneut unter der benötigten finanziellen Unterstützung bleiben.
Bemühungen reichen nicht aus
Timo Kumpf zeigt sich zwar dankbar über die Fördermittel und Bemühungen, stellt in seinem Statement aber klar, dass das nicht ausreiche, um das Maifeld Derby fortzuführen:
"Auch nach 14 Jahren wäre weiterhin eine Hängepartie angesagt. Auch wenn wir hier aktuelle Bemühungen durchaus zu schätzen wissen, aber das ist zu ungewiss und nach all den Jahren und Verdiensten einfach auch zu wenig."
Kumpf verweist darüber hinaus auf Standortprobleme. Ohne finanzielle Unterstützung sei es schwierig, eine solche Veranstaltung außerhalb der Metropolen durchzuführen.
Weitere Gründe
Neben der unzureichenden Förderung der Stadt Mannheim führt Timo Kumpf in seinem Statement auch die "Marktdominanz der Big Player" und die "Geldgetriebenheit" vieler Bands und Musiker an, ohne allerdings diese Punkte näher auszuführen.
Auch die ständige emotionale Belastung durch die ungewisse Zukunft spricht Timo Kumpf in seinem Statement an.
Querfinanzierung
Das Maifeld Derby hat nicht erst seit 2025 mit finanziellen Engpässen zu kämpfen. Im Gegensatz zu Riehle kritisiert er deshalb auch den vorherigen Bürgermeister Michael Grötsch, der Timo Kumpf jahrelang "komplett ignoriert" und dem Maifeld Derby "jegliche Förderwürdigkeit über Kleckerbeträge hinaus abgesprochen" habe.
Um den Fortbestand des Festivals dennoch zu sichern, gründete Timo Kumpf 2016 das Zeltfestival Rhein-Neckar. Auch das DasDing Festival und Delta Konzerte haben dazu beigetragen, das Maifeld Derby mitzufinanzieren.
Wie ist es mit diesen Veranstaltungen weitergeht, ist unklar. In seinem Appell an die Fraktion vom 9. Oktober, der ebenfalls auf der Website des Maifeld Derbys zu finden ist, erklärte Timo Kumpf, dass die Zukunft der anderen Formate ungewiss sei, sollte das Maifeld Derby nicht fortgeführt werden:
"Ebenso muss ich dann die Fortführung der Konzertreihe 'Zeltfestival Rhein-Neckar' und das Jugendkultur Format 'DASDING Festival' in Frage stellen, deren Gründung ja ausschließlich die Durchführung des Maifeld Derbys gewährleisten sollte."
Ein letzter Ritt
Diese Querfinanzierung habe zwar teilweise funktioniert, Timo Kumpf erklärt aber: "Jegliche Kapazitätsgrenzen sind weit überschritten und das finanzielle Risiko ist nicht mehr darstellbar." Infolgedessen sah der Gründer keine andere Option, als frühzeitig anzukündigen, dass es keine 15. Auflage des Maifeld Derbys geben werde.
"Es ist keine Kraft mehr da, weiter mehrgleisig zu planen. Es ist auch mental und emotional einfach nicht möglich, immer mit dem Rücken zur Wand zu stehen und fortlaufend verschiedene Szenarien zu denken", erklärt Kumpf und fügt hinzu: "Wenn ich mir eins zum Abschluss wünschen darf, dann ist es ein rauschendes Fest und viel Spaß."
Ende einer Ära
Timo Kumpfs Forderung nach einer Erhöhung der Förderung kam zu einer Zeit, in der die Stadt Mannheim wie so viele weitere Städte sparen muss und Investitionen zurückfährt. Eine Verdreifachung der Förderung von aktuell 100.000 auf 300.000 Euro für 2026 war vermutlich von Anfang an unrealistisch, obwohl insbesondere der neue Kulturbürgermeister Thorsten Riehle sich sehr für das Maifeld Derby eingesetzt hat, wie auch Timo Kumpf anerkennt.
Das Aus für das Maifeld Derby zeigt jedenfalls, wie schwer es unabhängige Festivalmacher haben. Das Maifeld Derby stand für ein hochwertiges, kuratiertes Programm aus den Genres (Indie)-Rock, (Indie)-Pop, Folk, Elektro und Hip-Hop, das zahlreichen aufstrebenden Acts eine Bühne bot.
Während große Entertainment-Konzerne Acts gleich für Festivals in verschiedenen Ländern oder sogar auf verschiedenen Kontinenten buchen und damit Synergien erzeugen, kämpfen unabhängige Festivalmacher mit fehlenden Ressourcen, hoher Arbeitsbelastung und geringen Renditen. Dass diese Entwicklung die musikalische Vielfalt (nicht nur) in Deutschland bedroht, ist offensichtlich.
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