Scharfe Kritik an Veranstaltungskonzernen
Aus für Rocco del Schlacko: Eine weitere Festival-Institution streicht die Segel
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Rocco del Schlacko (2024). © Jonas Diener Media
In einem Interview mit dem Saarländischen Rundfunk erklärt Zieler an, dass der Hauptgrund für das Aus des Rocco del Schlackos die ungenügende Verfügbarkeit zahlreicher Bands sei. Um ein gutes Programm auf die Beine stellen zu können, müssten die "Eintrittspreise ins Unermessliche" gesteigert werden.
Kein Platz im großen Netzwerk
Ziegler sieht die Schuld hierbei bei den großen Playern des Konzertmarktes wie Live Nation und CTS Eventim, die den europäischen Markt kontrollieren. Diese Entertainment-Konzerne schließen sogenannte Global Deals mit internationalen Headliner-Bands ab. Auf dieses weltumspannende Netzwerk haben mittelgroße Festivals wie das Rocco del Schlacko keinen Zugriff – und können auch nicht preislich mit ihm mithalten.
Weiter führt Ziegler aus, dass diese Agenturen "bewusst freie Festivals, mittelgroße Festivals, wie es das Rocco del Schlacko ist, vom Markt nehmen“ wollen, indem sie ihr globales Netzwerk durch den Aufkauf von Agenturen, Festivals und Hallen weiter ausbauen.
Regionale Ausrichtung ist keine Lösung
Laut Thilo Ziegler können auch kleinere und regionale Bands das Rocco del Schlacko nicht retten, wie das einige Fans vorgeschlagen haben. Die Produktionskosten blieben trotzdem zu hoch und würden "das Festival aus der Balance bringen."
Die Bestürzung unter den Fans und Künstler*innen über die Nachricht ist groß. Für viele ist das Rocco del Schlacko nicht nur ein Festival, sondern auch ein Stück Kultur und Gemeinschaft mit langer Tradition. Zudem besitzt das Festival besondere Bedeutung für das Saarland, in dem es ansonsten keine Festivals von Rang gibt.
Die Politik schaltet sich ein
Sogar die CDU-Landtagsfraktion bekundet ihre Enttäuschung über das Festival-Aus, da "es über viele Jahre hinweg gerade auch in der Jugendkultur echte Strahlkraft hatte." Sie fordert daher "eine grundsätzliche Neuausrichtung der Kultur- und Veranstaltungsförderung, insbesondere im Hinblick auf junge Zielgruppen und überregional wirksame Projekte."
Die saarländische Landesregierung hat bereits reagiert. Das saarländisches Ministerium für Bildung und Kultur hat dem Veranstalter ein Gespräch angeboten. Ob das an der Entscheidung etwas ändern wird, ist aber äußerst ungewiss.
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