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Ein Jahr Rundfunkreform zeigt erste Folgen

Deutsche Jazzunion fordert mehr Sichtbarkeit für Jazz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 29.09.2025

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Deutsche Jazzunion fordert mehr Sichtbarkeit für Jazz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

V.l.n.r hinten: Johanna Schneider, Camille Buscot, Michael Griener, Urs Johnen, Anette von Eichel; vorne: Felix Falk, Janning Trumann, Robert Lucaciu (2024). © Julia Tornier

Die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wirkt sich spürbar auf die Jazzszene in Deutschland aus. Eine aktuelle Mitgliederbefragung der Deutschen Jazzunion zeigt eine deutliche Reduzierung bei Sichtbarkeit und Förderung. Die Jazzunion fordert Gegenmaßnahmen.

Etwa 43,4 Prozent der befragten Mitglieder der Deutschen Jazzunion geben an, unmittelbar von den Veränderungen durch die Rundfunkreform betroffen zu sein.

Mehr als die Hälfte der Befragten beobachtete einen Rückgang der musikalischen Sendezeit und eine geringere Berichterstattung über Jazz und improvisierte Musik. Vor allem Vielfalt, Qualität und Sichtbarkeit würden unter den Einsparungen leiden. 

Wenig Sichtbarkeit in den Medien 

Nach Einschätzung vieler Musiker*innen rückt durch die Neuausrichtung des Rundfunks stärker der Mainstream in den Vordergrund. Kleinere und unkommerzielle Themen finden dagegen weniger Platz. Die Umfrageteilnehmenden sehen darin einen Verlust der Rolle des öffentlich rechtlichen Rundfunks, der bislang für Nähe, Vielfalt und der Aufmerksamkeit für besondere Inhalte gestanden habe. 

Besonders stark betroffen sei die lokale Berichterstattung. Die Redaktionen für Jazz seien verkleinert, Mitschnitte von Konzerten selten geworden und Inhalte würden auf Mediatheken umgelagert, die nach Ansicht der Befragten unübersichtlich sind und weniger Sichtbarkeit schaffen. Auch die Ausschüttungen von GEMA und GVL gingen zurück, weil weniger Sendezeit zur Verfügung stehe. 

Die Jazzunion lobte allerdings auch hochwertige Autorensendungen, insbesondere beim SWR, BR und beim Deutschlandfunk. Insgesamt beklagt die Jazzunion eine Abnahme fachlicher Expertise.

Forderungen an den Rundfunk 

Neben der Berichterstattung seien auch die Bigbands des Rundfunks gefährdet. Sie seien essentiell für Jazz und improvisierte Musik und verfügten über ein wachsendes Publikum. Nach Angaben der Deutschen Jazzunion stehen auch sie zunehmend im Fokus von Sparmaßnahmen. 

Die Jazzunion verlangt daher, Jazz und improvisierte Musik weiterhin angemessen zu berücksichtigen und den Kulturauftrag des ÖRR nicht zu vernachlässigen. 

Die Deutsche Jazzunion erneuert vor diesem Hintergrund ihre Forderungen an die Verantwortlichen in den Rundfunkanstalten:

  • Verantwortliche müssen sich der Auswirkungen aufgrund der bereits erfolgten Kürzung des Jazzbudgets sowie des Produktions- und Mitschnittbudgets bei den Landesanstalten bewusst werden 
  • Erhalt und Wiederherstellung der Programmvielfalt bei der Transformation vom Linearen ins Digitale
  • Aufbau eigenständiger, journalistisch fundierter digitaler Jazzformate
  • Stärkung und verlässliche Abbildung regionaler sowie musikalischer Vielfalt
  • Langfristige Sicherung der jazzjournalistischen Fachexpertise innerhalb aller Sendeanstalten
  • Erhalt der rundfunkeigenen Big Bands

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