Für musikalische Vielfalt
Deutsche Jazzunion startet Kampagne zum Erhalt des Jazz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
© Cottonbro Studio via pexels.com
Im Herbst 2023 stellte die ARD Pläne zur Rundfunkreform vor, die unter anderem eine Zusammenlegung der Abendprogramme der Kulturwellen zur Folge haben wird. Die Deutsche Jazzunion zeigt sich besorgt über die Auswirkungen der Reform auf die Stellung des Jazz im ÖRR.
Eine weitere Neuerung ist die digitale Plattform ARD Jazz, die im Mai 2024 vorgestellt wurde. Die Deutsche Jazzunion fragt sich jedoch, ob diese Plattform lediglich als Mediathek für die gekürzten linearen Angebote dienen wird, oder ob sie auch vielfältige, journalistisch fundierte Inhalte bieten wird.
Infoblatt und Entwicklungen
Die Deutsche Jazzunion hat zudem ein Informationsblatt veröffentlicht, das die genauen Auswirkungen der Programmreform auf die Jazzszene erläutert.
So soll zum Beispiel ab September 2024 an zwei Abenden in der Woche das gleiche Jazzprogramm zu hören sein. An zwei weiteren Abenden werden zwei Sender kooperieren. Manche Sender werden dadurch mehr Jazzprogramme zeigen, bei anderen Sendern wie WDR und NDR wird diese Neuerung jedoch zu einer massiven Reduzierung führen.
Durch die Streichung der Jazzredaktionen vor drei Jahren, wie bei rbbkultur (jetzt radio 3), fehlen den Sendern außerdem die Ressourcen, um die geforderten Sendungen für den ARD-Verbund zu produzieren. Aus diesen Gründen befürchtet die Deutsche Jazzunion, dass die musikalische Vielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk verloren gehen könnte.
Forderungen der Jazzunion
Die Deutsche Jazzunion fordert von den Entscheidungsträgern der Rundfunkanstalten daher:
Keine Kürzung des Jazzbudgets, und keine Kürzungen der Produktions- und Mitschnittbudgets bei den Landesanstalten
Keine Kürzungen der Programmvielfalt bei der Transformation vom Linearen ins Digitale
Eigene, journalistisch fundierte digitale Formate
Abbildung regionaler und musikalischer Vielfalt
Langfristig gesicherte journalistische Fachexpertise innerhalb aller Sendeanstalten
Erhalt der rundfunkeigenen Big Bands
Ähnliche Themen
Evolution des Radios oder Bedrohung für Musikschaffende?
Private Radiosender spielen vermehrt KI-generierte Musik
veröffentlicht am 27.02.2026 60
Bedenkliche Entwicklung
GEMA: Reformstaatsvertrag bedroht musikalische Vielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
veröffentlicht am 05.12.2025
Ungerechte Bevorzugung von Angestellten
Musikverbände kritisieren geplante Aktivrente – Selbstständige bleiben außen vor
veröffentlicht am 05.11.2025 4
Ein Jahr Rundfunkreform zeigt erste Folgen
Deutsche Jazzunion fordert mehr Sichtbarkeit für Jazz im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
veröffentlicht am 29.09.2025 1
Ergebnisse der Mitgliederversammlung
Michael Griener wird neuer Vorsitzender der Deutschen Jazzunion
veröffentlicht am 01.05.2025