Eigentümer hat Hoffnung
Dortmunder Techno Club Tresor.West schließt Ende 2026 – und sucht Nachfolger
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© Antoine Julian via unsplash.com
In einem Gespräch mit den Ruhr Nachrichten erläuterte Club-Gründer Dimitri Hegemann die Gründe für das Aus. Wegen anhaltend niedriger Besucherzahlen habe er den Betrieb immer wieder querfinanzieren müssen: "Ich habe es nach Corona vier Jahre lang immer wieder versucht. Aber auf Dauer hält das finanziell keiner aus."
Der Club am Phoenixplatz wurde 2019 eröffnet und sollte Dortmund als Standort der internationalen Technoszene stärken. Doch die Corona-Pandemie zwang die Spielstätte bereits kurz nach ihrem Start zu einer längeren Pause. Nach der Wiedereröffnung 2022 blieben die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurück.
Hegemann hofft auf Nachfolge
Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt Hegemann neben gestiegenen Kosten vor allem Veränderungen im Ausgehverhalten. In den Sommermonaten konzentriere sich das Publikum zunehmend auf Festivals. Zudem orientierten sich Gäste stärker an einzelnen DJs und Veranstaltungsreihen, während die Bindung an Clubs mit einem festen musikalischen Profil abnehme.
Ein konsequent auf Techno ausgerichtetes Programm sei unter diesen Bedingungen wirtschaftlich kaum noch tragfähig. Gegenüber dem Magazin Groove verwies Hegemann außerdem darauf, dass viele Clubs und Veranstaltungsreihen zunehmend auf ehrenamtliche Arbeit angewiesen seien. Für einen Club, der seine Beschäftigten regulär bezahlen wolle, verschärfe das die wirtschaftlichen Herausforderungen.
Neue Betreiber gesucht
Trotz der bevorstehenden Schließung soll der Standort nach Möglichkeit als Kulturort erhalten bleiben. Hegemann bleibt vorerst Hauptmieter der Räumlichkeiten und hofft auf eine Nachfolgelösung.
Der Club sucht öffentlich nach Veranstaltern, Kollektiven oder Gastronomen mit einem tragfähigen Konzept. Interessierte können sich bis zum 15. November 2026 unter [email protected] melden.
Die Räumlichkeiten in den ehemaligen Industrieanlagen von Phoenix West bieten Platz für rund 750 Gäste. Hinzu kommt ein etwa 2.000 Quadratmeter großer Garten, in dem seit August auch generationenübergreifende Tanzveranstaltungen stattfinden.
Nach Angaben Hegemanns gibt es bereits zwei Konzepte für eine mögliche Nachnutzung. Welche Pläne sich daraus entwickeln, ist noch offen.
Erreichtes soll nicht verloren gehen
Auch auf Instagram wandten sich die Betreiber an ihre Community und bedankten sich beim Publikum: "Seit fast sieben Jahren haben wir in Dortmund eine Gemeinschaft aufgebaut, die von einer gemeinsamen Vision für diesen Ort und seinen Sound geprägt ist. Vor allem eure Unterstützung hat uns so weit gebracht, und dafür danken wir euch."
"Was wir hier aufgebaut haben, soll nicht verloren gehen. Deshalb suchen wir aktiv nach jemandem, der oder die diesen Ort weiterträgt", erklärte Hegemann.