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Bedrohung der kulturellen Landschaft

"Fatale Signale": Deutscher Musikrat kritisiert Kürzungen der Kulturhaushalte in Köln, München und Berlin

News von Michael Erle
veröffentlicht am 03.12.2024

deutscher musikrat kulturpolitik

"Fatale Signale": Deutscher Musikrat kritisiert Kürzungen der Kulturhaushalte in Köln, München und Berlin

Antje Valentin (2023). © Simon Pauly

Bittere Pillen müssen die Kulturszenen in Köln, München und Berlin schlucken: Der Kulturetat soll in allen drei Städten aufgrund von Sparmaßnahmen deutlich gekürzt werden. Der Deutsche Musikrat kritisiert die Pläne.

Zwölf Prozent weniger Budget stehen den Berliner Kulturschaffenden voraussichtlich 2025 zur Verfügung, in München sind es 8,5 Prozent und auch in Köln muss die Musikbranche drastische Einsparungen verkraften. 

Vor allem die Freie Szene, zum Beispiel innovative Festivals, und Institutionen wie Theater, Konzert- und und Opernhäuser sind von den Einsparungen betroffen.

In Köln soll beispielsweise das Acht Brücken Festival ab 2026 keinen städtischen Zuschuss mehr erhalten. Die Cologne Jazz Week und das Festival für jüdische Musik Shalom-Musik Köln stehen aufgrund der Streichung städtischer Förderung vor dem Aus. Auch Institutionen wie Concerto Köln und die Akademie der Künste der Welt sind betroffen.

Geringer Haushaltsanteil

Die Kürzungen des Kulturetats sind nur ein Teil der Einsparungen im Gesamthaushalt. Im Vergleich sei die Kulturbranche jedoch überproportional stark betroffen, erklärt der Deutsche Musikrat. In Berlin mache der Kulturhaushalt insgesamt nur 2,1 Prozent des gesamten Haushalts aus, in München sind es drei Prozent. Zur Haushaltskonsolidierung tragen die Kürzungen also so gut wie nichts bei.

Antje Valentin, Generalsekretär des Deutschen Musikrats erklärt:

"Es ist klar, dass gespart werden muss, auch in der Kultur, und dass perspektivisch alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie die Einbindung privater Förderer oder auch Crowdfunding eine größere Rolle spielen müssen. Doch für diese Aufbauarbeit braucht es eine strategische Planung und vor allem Zeit."

Kulturstadt Berlin

Der Deutsche Musikrat geht zwar auch auf die bundesweite Kulturszene ein und warnt davor, dass sich die Einsparungen deutschlandweit fortsetzen, der Fokus der Kritik liegt aber auf den Plänen in Berlin. So habe die Bundeshauptstadt auch eine Vorbildfunktion.

Dem Musikrat entsprechend setze die Stadt ein falsches Zeichen mit den enormen Einsparungen. Stattdessen hätte es "vieler Vorgespräche mit den Betroffenen und kluger, gemeinsam verabredeter Stufenmodelle für Einsparungen bedurft."

Forderung des Musikrats

Der Haushaltsentwurf für die Sparmaßnahmen in Berlin geht jetzt ins parlamentarische Verfahren: Bis zum 19. Dezember 2024 können noch Änderungen vorgenommen werden, dann soll der Nachtragshaushalt beschlossen werden.

Der Deutsche Musikrat fordert deshalb "die Abgeordneten des Landesparlaments dringend auf, dem Nachtragshaushalt in dieser Form nicht zuzustimmen".

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