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Musik als Lebensnerv und Zukunftsressource

D-A-CH-Musikräte fordern politischen Einsatz zur Stärkung des Kulturlebens

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 06.10.2025

deutscher musikrat kulturpolitik

D-A-CH-Musikräte fordern politischen Einsatz zur Stärkung des Kulturlebens

Von links nach rechts: Yvonne Glur-Troxler (Vizepräsidentin SMR), Thomas Wiederkehr (Geschäftsführer SMR), Dr. Harald Huber (Vizepräsident ÖMR), Prof. Martin Maria Krüger (Präsident DMR), Antje Valentin (Generalsekretärin DMR), Günther Wildner (Generalsekretär ÖMR) und Eva-Maria Bauer (Präsidentin ÖMR). © DMR

Musik ist mehr als Unterhaltung – sie ist demokratische Kraft, kulturelle Vielfalt und Wirtschaftsfaktor. Zu diesem Bekenntnis sind die nationalen Musikräte der DACH-Länder von ihrer Klausurtagung in Appenzell zurükckgekehrt. Dort hatten sich die Spitzen der drei Institutionen über die Zukunft der Musikpolitik beraten.

In einem gemeinsam verabschiedeten Abschlussstatement betonen die Verbände: Rahmenbedingungen für musikalisches Leben in Europa geraten zunehmend unter Druck. Abbau von Bildungsangeboten, pauschale Sparmaßnahmen, digitale Marktverzerrungen und politische Eingriffe gefährden aus Sicht der Räte sowohl Breite als auch Qualität des Musiklebens.

Musikalische Bildung in Gefahr

Besonders kritisch sehen die Verbände die Lage im Bildungsbereich. "Alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen haben ein Recht auf hochwertigen Musikunterricht", heißt es in der Erklärung.

Derzeit jedoch schwächten fehlendes Personal, unsichere Übergänge zwischen Bildungsstufen und ungleiche Zugänge die Musikvermittlung. Die Musikräte fordern daher eine nachhaltige Stärkung musikalischer Bildung – mit verbindlichen Qualitätsstandards, Talentförderung und barrierefreiem Zugang unabhängig von Herkunft, Einkommen oder Wohnort.

Vielfalft statt Instrumentalisierung

Zum 20-jährigen Bestehen der UNESCO-Konvention zur kulturellen Vielfalt mahnen die Räte zudem, Musik nicht nur für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Auch die Diskriminierung einzelner Genres sei inakzeptabel. Stattdessen plädieren sie für die Förderung aller Stilrichtungen und die freie Entfaltung künstlerischer Ausdrucksformen.

Die gesundheitlichen und sozialen Wirkungen von Musik heben die Räte ebenfalls hervor – von therapeutischen Effekten bei Demenz bis hin zur Förderung von Inklusion und Gemeinschaft. Musik müsse stärker im Gesundheitswesen und in der Daseinsvorsorge verankert werden.

Faire Bedingungen für Musikschaffende

Die Musikwirtschaft stand ebenfalls im Fokus. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Streaming-Plattformen und Künstlicher Intelligenz fordern die Musikräte transparente Algorithmen, bessere Sichtbarkeit lokaler Musik und faire Vergütungsregeln.

"Musik ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor", betonen die Räte. Mindesthonorare und klare Wettbewerbsbedingungen seien nötig, um den Musikstandort langfristig zu sichern. 

Rolle der öffentlich-rechtlichen Medien

Besorgt äußern sich die drei Organisationen zudem über geplante Mittelkürzungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Eine Schwächung von Sendern wie 3sat hätte "gravierende Folgen für kulturelle Infrastruktur, Sprachvielfalt und Nachwuchsförderung". Gefordert wird ein klarer Kulturauftrag mit verbindlicher Präsenz heimischer Musik, sowie der Erhalt des Senders 3sat. 

Appell an die Politik

Besonderes Augenmerk liegt schließlich auf europäischer Zusammenarbeit. Die Schweiz solle gleichwertig an EU-Kulturprogrammen beteiligt werden, fordern die Verbände. In Zeiten zunehmender Abschottung setze man bewusst auf offene Grenzen für die Kunst.

Die Schlussfolgerung ist unmissverständlich: "Kunst und Kultur sind keine Subventionsempfänger, sondern Investitionen in die Zukunft." Politik und Gesellschaft seien gefordert, Strukturen für musikalische Bildung, kulturelle Vielfalt und faire Rahmenbedingungen in der Musikwirtschaft nachhaltig zu sichern. 

"Musik ist keine Nebensache", betonen die Musikräte. "Sie ist eine zentrale Ressource für Demokratie, Zusammenhalt und Lebensqualität in Europa."

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