"Rechtswidrigkeit erneut bestätigt"
Haftstrafe gegen Dänen wegen Streaming-Betrug nach Berufungsverfahren erhöht
© Mikhail Nilov
Der Däne lud über 600 KI-generierte Songs, für die er auch Teile aus urheberrechtlich geschützten Werken verwendete, auf verschiedenen Streaming-Plattformen hoch. Außerdem nutzte er KI-Tools, die die Streamingzahlen künstlich in die Höhe trieben, um mehr Tantiemen zu erhalten.
Das dänische Gericht verurteilte ihn daraufhin wegen Streaming-Betrugs und Urheberrechtsverletzung zu 18 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 2,2 Millionen dänischen Kronen.
Der Verurteilte ging gegen das Urteil in Berufung. Wider Erwarten entschied das zuständige Berufungsgericht jedoch, die ursprünglich verhängte Strafe zu erhöhen.
Längere Haft- und höhere Geldstrafen
Die 18-monatige Haftstrafe wurde auf zwei Jahre verlängert und statt der eigentlichen Summe von 2,2 Millionen wurden nun 3,5 Millionen dänische Kronen (ca. 470.000 Euro) seines Vermögens konfisziert. Außerdem muss der Verurteilte 50 Prozent der Gerichtskosten tragen.
Die Entschädigungsansprüche derjenigen Rechteinhaber*innen, deren Urheberrecht verletzt wurde, sollen über einen Zivilprozess geklärt werden.
Mehr Transparenz nötig
Obwohl der Fall die negativen Konsequenzen für die Kreativwelt verdeutlicht, die eine unverantwortliche Nutzung von Künstlicher Intelligenz mit sich bringt, zeigt er auch, dass auch raffinierter Streaming-Betrug durchaus entdeckt und bestraft werden kann, sofern der nötige Wille vorhanden ist.
Sara Indrio, die Vorsitzende des Dänischen Künstler*innenverbandes, erklärt in diesem Zusammenhang:
"Streaming-Betrug hat erhebliche negative Folgen für Künstler und Musikschaffende, und es ist gut, dass das Gericht erneut eine Strafe verhängt und die Rechtswidrigkeit bestätigt hat. Dieser Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, die Finanzströme und das Geschäftsmodell hinter dem Streaming transparenter zu machen."
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