Erneuter Erfolg des BVMI
Landgericht Düsseldorf sperrt Streaming-Manipulations-Dienst pimpyourfollowers.de
© Desola Lanre-Ologun via unsplash.com
Sinn der Webseite war es, durch den Kauf von Plays, Likes und Abonnenten, die Popularität von Songs und Künstlern künstlich zu erhöhen. Eine mögliche Konsequenz ist die Benachteiligung aller legal handelnden Künstler und Labels.
Zum ersten Mal weltweit hat das Gericht außerdem festgestellt, dass der Betreiber des Dienstes zu Schadensersatz verpflichtet ist.
Streamingmanipulationsidienst wird zu RatingHero
Dass der Anbieter keineswegs spurlos verschwunden ist, zeigt sich aber beim Aufruf der Website. Inzwischen leitet die URL des verbotenen Streaming-Manipulations-Dienst auf einen vergleichbaren Dienst namens RatingHero um. Hinter dem Angebot steht laut Impressum der Betreiber Mediaboost24 aus Essen, der nach Eigenaussage auch Seiten wie Socialbooster24.de und Likefame.de betreibt.
RatingHero wird als ein "geheimes Werkzeug für Influencer" beworben, das angeblich echte Follower zu Schnäppchenpreisen anbietet. Diese Follower sollen nicht nur für Spotify, sondern auch für soziale Netzwerke wie Instagram, TikTok, Meta und Threads verfügbar sein. Darüber berichtete zuerst heise online.
Update: Inzwischen scheint auch RatingHero den Weg alles Irdischen gegangen zu sein. Die Weiterleitung endet jetzt bei der URL followerplanet.de. Es scheint noch einige Weile zu dauern, bis man der Hydra alle Köpfe abgeschlagen hat.
Vergangene Verfahren
Die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und ihre Mitgliedsfirmen gehen seit Jahren gegen Streamingmanipulation vor. Das Verfahren gegen pimpyourfollowers.de ist bereits das zehnte dieser Art im deutschen Raum.
Beispielsweise sorgten im Oktober 2023 die beiden Organisationen IFPI und BVMI dafür, dass der Streamingmanipulationsdienst SP-Onlinepromotion.com vom Netz genommen wurde.
Bereits 2021 hatten die Organisationen in einem Eilverfahren vor dem Landgericht Frankfurt ein Verbot gegen den Betreiber der Websites likeservice24.de und likeservice24.com erwirkt. Dieses Verbot untersagte dem Betreiber die Erzeugung zusätzlicher Plays, Views, Likes und Abos auf kommerziellen Online-Media-Plattformen.
Statements der IVPI und BVMI
Victoria Oakley, CEO von IFPI, äußert sich zu Streamingmanipulationen wie folgt:
"In der Musikindustrie ist kein Platz für Streamingmanipulation. Diejenigen, die diese unlautere Praxis betreiben oder unterstützen, sollten weder Einnahmen von den Kreativen und ihren Partnern abziehen noch das tatsächliche Hörerlebnis der Fans verzerren dürfen."
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