Unabhängigkeit soll gewahrt werden
Live Nation darf Pukkelpop Festival übernehmen, jedoch nur unter Auflagen
Eindruck vom belgischen Pukkelpop Festival. © Pukkelpop / Farah Lieten
Die zentrale Auflage sieht die operative Eigenständigkeit des Festivals vor. Nach Angaben der BMA wird die vollständige Organisation von Pukkelpop und die damit verbundenen Vermögenswerte einer vom Festivalgründer Chokri Mahassine kontrollierten Organisation übertragen. Alternativ können die Betreiberrechte an einen unabhängigen Dritten übertragen werden.
Der Betreiber soll zunächst in einem Zeitraum von zehn Jahren sämtliche künstlerische, kommerzielle und sonstige Entscheidungen eigenständig treffen. Eine Verlängerung von weiteren fünf Jahren ist unter bestimmten Bedingungen möglich.
Trennung von Eigentümer und Veranstalter
Die Vereinbarung trennt somit operative Kontrolle und Eigentum. Live Nation wird der formelle Eigentümer des Festivals, soll jedoch keinen direkten Einfluss auf zentrale Entscheidungen des Festivals ausüben. Dazu zählen unter anderem das Programm, die Ticketpreise, die Veranstaltungstermine sowie Personal- und Lieferantenentscheidungen.
Gleichzeitig darf Pukkelpop aber Dienstleistungen von Live Nation beziehen. Nach Angaben der BMA müssen diese Leistungen zu marktüblichen Bedingungen und nicht exklusiv angeboten werden. Damit soll verhindert werden, dass die Eigentümerstellung von Live Nation zu einer faktischen Einschränkung der Unabhängigkeit des Festivals führt.
Verfahren seit November 2025
Die belgische Wettbewerbsbehörde hatte die Übernahme auf Anweisung des damaligen Wirtschaftsministers seit fast einem Jahr untersucht. Anlass war die bereits starke Position von Live Nation auf dem belgischen Veranstaltungsmarkt. Der Konzern ist dort unter anderem als Veranstalter, Booking-Agentur und Betreiber von Veranstaltungsstätten aktiv. Zudem gehören mit Rock Werchter, Dour und Graspop bereits mehrere belgische Festivals zu Live Nation.
Das Pukkelpop zählt zu den größten Musikfestivals in Belgien. Die Wettbewerbsbehörde wollte deswegen untersuchen, welche Auswirkungen die Übernahme auf das Festival und auch den gesamten belgischen Live-Entertainment-Markt hat. Trotz der Zustimmung will die BMA weiterhin die künftigen Entwicklungen beobachten. Angesichts der Marktkonzentration auf dem europäischen Festivalmarkt ist das auch sehr verständlich.
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