Bestrebungen um nachhaltige Tourneen
Massive Attack sagen Coachella-Auftritt wegen ökologischer Bedenken ab
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Der Rainbow Tower auf dem Coachella Gelände. © Benjamin Farren
Dass sich Massive Attack für Nachhaltigkeit engagieren, ist keine Neuigkeit. Bereits seit 25 Jahren spielt das Thema Klimaschutz für die beiden Briten eine große Rolle. Im August 2024 organisierten Massive Attack in Zusammenarbeit mit Klimawissenschaftler*innen in ihrer Heimatstadt Bristol sogar ein eigenes nachhaltiges Festival.
Auch die restliche Tour der Musiker wird von Maßnahmen begleitet, die deren Umweltbelastung minimieren sollen. Mit der Absage des prestigeträchtigen Coachella-Festivals setzen Massive Attack nun ein weiteres eindeutiges Zeichen.
Kein Auftritt in der Wüste
Das Coachella Festival in Indio in Kalifornien ist für seine hochkarätigen Acts und eine glamouröse Kulisse bekannt. Auch Massive Attack waren 2006 schon einmal Teil des Line-Ups. Eine Wiederholung lehnt das Duo aber entschieden ab. Im Interview mit NME erklärt Mitglied Robert "3D" Del Naja die Umweltproblematik, die Massive Attack in Verbindung mit einem Auftritt auf dem Coachella sehen:
"Es ist in Palm Springs. Es ist ein Golf-Resort, das in der Wüste gebaut wurde und mit einem Sprinklersystem betrieben wird, das öffentliche Wasserversorgung nutzt. Verrückt. Wenn Sie etwas sehen wollen, das das lächerlichste menschliche Verhalten darstellt, dann ist es genau dort."
Auch Konzerte im The Sphere, einer Veranstaltungsstätte in Las Vegas, die für die weltweit größte LED-Wand bekannt ist, lehnten Massive Attack kategorisch ab, so Del Naja.
In seine Darstellung haben sich allerdings einige Ungenauigkeiten eingeschlichen. Das Coachella Festival findet nicht in Palm Springs, sondern im benachbarten Indio statt, die beide im namensgebenden Coachella Valley liegen. Das Coachella Festival findet nicht auf dem Gelände eines Golf Clubs, sondern auf dem des Empire Polo Clubs statt. Golfclubs gibt es dort aber auch zur Genüge.
Massive Attack setzen ihr Engagement für den Klimaschutz an anderer Stelle fort. So erklärt Del Naja, dass aktuell eine Zusammenarbeit mit Billie Eilish im Raum stehe, um ihre kommende Europatour umweltfreundlicher zu gestalten.
Klimaschonendes Orchester
Umweltschutz ist aber nicht nur in der Pop-Welt, sondern auch in der Klassik ein relevantes Thema: Die Bamberger Symphoniker, eines der bedeutendsten deutschen Orchester versuchen Kunst und Klimaschutz zu vereinen.
Um die Emissionen ihrer weltweiten Konzerte auszugleichen, werden beispielsweise Bäume in den Zielländern gepflanzt. Auch bei der Anreise achten die Bamberger Symphoniker auf die Umwelt: Trotz immensen Gepäcktransports durch die vielen Instrumente versucht das Orchester, wann immer es möglich ist, mit dem Zug zu den Konzerten zu reisen.
Intendant Marcus Rudolf Axt erklärt, dem Kurier entsprechend, wie wichtig das Engagement ist:
"Wir sind klimaschonend unterwegs, es gefährdet aber nicht unseren künstlerischen Ruf als Spitzenorchester. Da hat sich auch im Mindset in der Branche, auch bei den Veranstaltern, bei den Konzerthäusern, bei den Agenten einiges geändert. Wir sind jetzt mittlerweile Teil einer großen und vielfältigen Community von Kulturschaffenden, die sich auch dieses Thema auf die Fahne geschrieben haben."
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