10 Mio. US-Dollar Schaden
Musiker wegen Streamingbetrug durch KI-Songs angeklagt
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© Desola Lanre-Ologun via unsplash.com
Um seinen Betrug zu verschleiern hat der in North Carolina ansässige Smith die Streams laut der Anklageschrift auf eine Vielzahl an Liedern auf Spotify, Amazon Music, Apple Music und YouTube Music verteilt. Auf diese Weise wollte er verhindern, dass ein einziger Song durch eine hohe Aufrufsrate die Aufmerksamkeit der Plattformbetreibenden auf sich ziehen könnte.
Smith machte im Rahmen seines Vorhabens Gebrauch von zufällig generierten Künstlernamen und Songtiteln, die teilweise sehr skurril anmuten. Eine Band erhielt beispielsweise den Namen "Calorie Screams".
Auch KI-Firma involviert
2018 soll er sich dann mit dem Chef eines KI-Musikunternehmens zusammengeschlossen haben, um die benötigte Anzahl der Tracks weiterhin bewältigen zu können. Dessen Firma versorgte Smith ab dann jede Woche mit Tausenden von generierten Songs und erhielt im Gegenzug einen Teil der Einnahmen.
In einer E-Mail aus dem Jahr 2017 prahlte Smith mit der Möglichkeit, pro Tag mehr als eine halbe Millionen Streams erzielen zu können. Wie Digital Music News berichtet, soll Smith zum damaligen Zeitpunkt über 1040 Bot Accounts verfügt haben.
Geld wurde "echten" Musikern geklaut
Der Betrug soll bis ins Jahr 2024 angedauert haben und Smith unberechtigte Einnahmen in Höhe von mehr als 10 Millionen Dollar eingebracht haben, die eigentlich Künstlern und Künstlerinnen zustanden, deren Musik rechtmäßig gestreamt wurde.
Jetzt hat das FBI Smiths Machenschaften erfolgreich ein Ende gesetzt. Smith wurde Anfang September festgenommen und wird nun vor Gericht gestellt. Ihm droht eine langjährige Haftstrafe.
Kein neues Phänomen
Streaming-Plattformen kämpfen schon lange gegen Betrugsversuche aller Art, mit denen Lizenzgebühren erschlichen werden sollen. Sie nutzen hierfür Systeme, die betrügerische Aktivitäten erkennen sollen. Diese basieren zum Teil ebenfalls auf KI und sollen Alarm schlagen, wenn ein Song auffällig oft gestreamt wird. Aber wie dieser Fall zeigt, scheinen sie noch nicht ausgereift genug zu sein, wenn sie sich so leicht umgehen lassen.
Der Fall dürfte die in großen Teilen der Musikbranche vorherrschenden Ressentiments gegenüber der Verwendung von KI weiter verstärken. So haben erst im April über 200 Musiker und Musikerinnen in einem offenen Brief vor dem Missbrauch von KI in ihrer Industrie gewarnt.
Spotifys Präventivmaßnahmen funktionieren
Bei einer Schadenssumme von 10.000.000 US-Dollar stellt sich natürlich die Frage, inwieweit die betroffenen Streamingdienste durch Sicherheitsmaßnahmen für die Bekämpfung von Streamingbetrug ausgestattet waren.
Spotify hat sich gegenüber Music Ally bereits zu diesem Punkt geäußert und spricht davon, dass die Präventivmaßnahmen des Unternehmens durchaus funktioniert hätten. Von den in der Anklageschrift genannten 10 Mio. US-Dollar seien nur etwa 60.000 US-Dollar von Spotify an Smith ausgezahlt worden.
Dass sich die Präventivmaßnahmen als effektiv erwiesen hätten, werde einem Sprecher nach dadurch bewiesen, dass "Spotify normalerweise etwa 50 Prozent der Streamshares ausmacht". In diesem Fall habe der Streamingdienst jedoch nur 0,6 Prozent der 10 Mio. US-Dollar an Lizenzgebühren ausgezahlt.
Der Rest des Betrags beläuft sich demnach auf Auszahlungen der anderen betroffenen Dienste, was natürlich die Frage aufwirft, ob Spotifys Behauptung korrekt ist und ob die anderen Streaming-Dienste den Betrug tatsächlich schlechter erkannten als Spotify.
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