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das japanische unternehmen in frankfurt

Musikmesse 2012: Interview mit Yamaha Music Europe

Interview von Backstage PRO
veröffentlicht am 16.03.2012

yamaha musikmesse frankfurt

Musikmesse 2012: Interview mit Yamaha Music Europe

Die Wurzeln der Yamaha Corporation reichen zurück in das Jahr 1887, als Torakusu Yamaha von einer Schule den Auftrag erhielt, ein Harmonium zu reparieren. Yamaha, eigentlich ein Experte für die Reparatur medizinischer Geräte, war von dem Instrument so fasziniert, dass er zwei Jahre später das Unternehmen gründete, das auch heute noch seinen Namen trägt.

Heute ist das in der japanischen Hafenstadt Hamamatsu beheimatete Unternehmen in vielen Geschäftsfeldern aktiv, aber dem Instrumentenbau ist Yamaha nach wie vor verbunden, und das mit großem weltweitem Erfolg. Wir sprachen mit Michael Stoever, dem Director des Country Management Germany von Yamaha Music Europe, über die Tradition von Yamaha als Hersteller von Instrumenten, das Engagement des Unternehmens in der Musikbildung und den Auftritt auf der Musikmesse 2012.

Yamaha begann als Hersteller von Tasteninstrumenten. Welche Bedeutung besitzt der Instrumentenbau heute für das Unternehmen?

Michael Stoever: Mit dem Bau von Musikinstrumenten fing die Yamaha Geschichte an und es ist nach wie vor das wichtigste Geschäftsfeld. Wir sehen uns als "Sound Company", das schließt Musikinstrumente, Pro-Audio und Commercial Audio Produkte sowie Hifi Komponenten ein. Andere Geschäftsfelder, wie z.B. Motorräder oder Bootsmotoren, werden von Tochterunternehmen betreut oder spielen eine kleinere Rolle, wie das Tochterunternehmen Yamaha "Livingtech", welches z.B. Freizeitparks betreibt oder die Holzinnenausstattung des Toyota Lexus herstellt.

Letztes Jahr wurde Japan von einem verheerenden Erdbeben erschüttert. Welche Auswirkungen hatte das auf Yamaha bzw. auf Yamaha Music Europe?

Michael Stoever: Zuerst einmal können wir berichten, dass keine Yamaha Mitarbeiter ums Leben gekommen sind. Das freut uns zum Einen natürlich sehr, aber es gab tausende von Opfern, den unser besonderes Mitgefühl im Angesicht dieser unglaublichen Katastrophe gilt. Ich denke, die Bilder, die um die Welt gingen, zeugen von der entfesselten Naturgewalt und haben niemanden unberührt gelassen. Yamaha hat vor Ort sehr viel getan, um den Leuten zu helfen. Geschäftlich sind wir im Zulieferbereich getroffen worden. Obwohl wir relativ schnell Alternativen gefunden haben, mussten wir bei Elektronik Drums und Digitalpianos mit Engpässen kämpfen, leider auch im Weihnachtsgeschäft. Umso mehr freut es uns, dass wir jetzt eine unglaublich große Nachfrage nach diesen Instrumenten haben, da offensichtlich viele Kunden lieber auf die Yamaha Instrumente gewartet haben, als eine andere Marke zu kaufen. Dafür sind wir unseren loyalen Yamaha Kunden zu großem Dank verpflichtet und wissen das sehr zu schätzen.

In welchen Geschäftsfeldern ist Yamaha Music Europe besonders aktiv?

Michael Stoever: Wir sind an allen Geschäftsfeldern aktiv, es mag Unterschiede in der Größe der Geschäftsfelder geben, aber aktiv sind wir in allen, da jedes wichtig ist und seinen Platz im Portfolio beansprucht. Wir beobachten die Märkte und Trends ganz genau und sehen dann, wo wir extra Kräfte mobilisieren wollen. Mittlerweile decken wir fast alle Bereiche der Musikinstrumente ab und es ist einfacher aufzuzählen, was wir nicht herstellen. Es gibt noch Felder, auf denen wir großes Wachstumspotential für uns sehen.

Die verschiedenen europäischen Länder haben ja eine sehr unterschiedliche Musikkultur. Wie versucht Yamaha dieser Vielfalt gerecht zu werden?

Michael Stoever: Das Zauberwort heißt "local content". Die Entwicklung der Speichermedien/Kosten eröffnet uns heute ganz neue Möglichkeiten, in diese Richtung zu arbeiten. Zudem haben die Entwicklungen in Europa uns neue Möglichkeiten und Märkte eröffnet, das gleiche gilt für Asien und Südamerika. Um diese Märkte erfolgreich bedienen zu können muss man sich deren Musikkultur öffnen und entsprechenden musikalischen Content entwickeln. Hier sind wir im Moment sehr aktiv und sehen große Möglichkeiten.

Yamaha Music Europe engagiert sich besonders in der Musikförderung und Musikbildung. Welche Anliegen stehen bei diesem Engagement im Mittelpunkt?

Michael Stoever: Wenn man bedenkt, dass weniger als 10% der Bevölkerung aktiv musizieren, dann steht die Herausforderung bereits direkt vor einem. Da sind noch 90%, die musikalisiert werden können und teilweise auch wollen. Allerdings sind die Wege zur Musik immer noch von alten Vorurteilen blockiert. Yamaha geht neue Wege mit seinem handlungsorientierten Gruppenunterricht und dem Klassenmusizieren in öffentlichen Schulen. Mit unseren Klassenmusizierkonzepten wie der BläserKlasse, der StreicherKlasse, FlötenKlasse und KeyboardKlasse kommen wir gut voran und mehr als 1.300 öffentliche Schulen vertrauen bereits auf unsere Konzepte. In eigenen und Franchiseschulen unterrichten wir mehr als 60.000 Schüler.

Der Instrumentenmarkt ist ein hart umkämpftes Geschäftsfeld. Wie will Yamaha dort auch in Zukunft erfolgreich sein?

Michael Stoever: Wir setzen auf alte Werte: Qualität, Innovation, Klang, Bedienung, Werthaltigkeit, Zuverlässigkeit und die Yamaha Philosophie. Dafür steht Yamaha seit mehr als 120 Jahren und alle unsere Umfragen zeigen, dass die Kunden diese Werte heute noch genauso schätzen. Die Medien und die Wege zum Kunden sind vielfältiger und viel schneller geworden aber die Werte sind geblieben. Und die wollen wir bedienen – mit guten Yamaha Instrumenten.

Seit wann ist Yamaha auf der Musikmesse präsent?

Michael Stoever: Yamaha ist seit Oktober 1966 in Europa aktiv und hat erstmals 1967 als Austeller teilgenommen, damals war die Musikmesse noch ein Bestandteil der Frankfurter Frühjahrsmesse und noch nicht selbstständig.

Welche Bedeutung besitzt die Musikmesse für Yamaha?

Michael Stoever: Die Musikmesse ist das Schaufenster der Musikinstrumentenindustrie und hat als größte Musikmesse der Welt einen außerordentlichen Stellenwert für uns. Die Tatsache, das andere europäische Messen nicht mehr aktiv sind, gibt der Frankfurter Musikmesse zusätzlich Wichtigkeit. Zusammen mit den beiden anderen Weltmessen in Los Angeles und Shanghai bildet sie das Messedreieck der Welt. Allerdings sind in Zeiten von Internet mit Youtube, Facebook und Twitter die Anforderung an die Messen gestiegen, sich attraktiv zu präsentieren. Nach wie vor ist eine Berichterstattung in voller Medienbreite das Ziel an dem wir alle arbeiten und das diese Branche mit ihrem hohen gesellschaftlichen Wert auch verdient hat.

Welche Produkte bzw. Neuheiten werden im Mittelpunkt ihrer Präsentation auf der Musikmesse stehen?

Michael Stoever: Wir haben wieder eine ganze Menge Neuheiten im Gepäck, die ich hier nicht alle aufzählen kann. Hervorheben möchte ich die neue SchülerSerie bei den Blasinstrumenten, den limitierten Tyros 4 in schwarz und das neue Hybrid Piano NU1, das mit einer originalen Upright Pianotastatur ausgestattet ist und für 100% authentischen Anschlag sorgt.

Zusätzlich feiert Yamaha eine ganze Reihe von Geburtstagen auf dieser Messe: 10 Jahre Tyros, 10 Jahre Motif, 25 Jahre Digitalmischpulte und 40 Jahre Acoustic Drums. Da wird es natürlich jede Menge Sonderaktionen geben, lassen Sie sich überraschen.

Musikmesse 2012:

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