zum 125-jährigen jubiläum

Musikmesse Frankfurt: Interview mit Musikinstrumentenhersteller Höfner

Interview veröffentlicht von Backstage PRO Team am 10.02.2012, 16:08

Tags: Musikmesse Frankfurt

Musikmesse Frankfurt: Interview mit Musikinstrumentenhersteller Höfner

Höfner, © Höfner

Die Karl Höfner GmbH & Co. KG ist ein traditionsreicher Instrumentenbauer mit Weltruf, der in diesem Jahr sein 125-jähriges Bestehen feiert. Das im fränkischen Baiersdorf (in der Nähe von Nürnberg) beheimatete Unternehmen stellt Gitarren aller Art, Streichinstrumente und Bögen her und hat sich mit seinen qualitativ hochwertigen Produkten internationale Berühmtheit erworben. Anlässlich des Jubiläums sprach die Musikmesse mit Thomas Jordan über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Höfner.

MusicMail: Höfner hat eine bemerkenswerte Geschichte. Die Firma feiert in diesem Jahr 125-jähriges Bestehen und hat nicht nur zwei Weltkriege überlebt, sondern auch dramatische Veränderungen des Instrumentengeschäfts. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Unternehmens?

Thomas Jordan: In erster Linie sind es die engagierten fleißigen Mitarbeiter. Dazu kommt, dass wir drei große verschiedene Instrumentengruppen herstellen. Gitarren in den verschiedensten Ausführungen, Streichinstrumente von der Geige bis zum Kontrabass und nicht zu vergessen unsere Bogenproduktion. Hier konnten wir über den gesamten Zeitraum entsprechend der Nachfrage sehr flexibel bei der Herstellung reagieren. Denn ehrlich gesagt, waren ja Mitte der 70er Jahre die Zeiten für die E-Gitarre nicht so rosig. Aus diesem Grund haben ja da auch einige Hersteller aus unserer Umgebung leider ihre Produktion einstellen und ihre Pforten schließen müssen. Wir konnten dann auf unsere Konzertgitarren und wie schon angeführt die anderen Instrumentengruppen den Fokus legen.

MM: Höfner war jahrzehntelang ein Familienunternehmen, bevor es Teil einer großen Unternehmensgruppe wurde. Inzwischen hat Höfner wieder seine Selbstständigkeit erlangt und wird von Klaus Schöller und Ulrike Schrimpff geführt. Wo steht Höfner heute?

TJ: Mit beiden und festen Füßen in einem zwar traditionellen, aber sich stetig wandelnden Markt. Was nicht heißt, dass man sich auf Grund der langen Geschichte irgendwie ausruhen kann. Wir liefern unsere Instrumente weltweit in über 90 Länder. Das heißt auch, sich auf die unterschiedlichen Ansprüche z.B. der einzelnen Kontinente einzustellen. So können wir den derzeit 74 Mitarbeitern im Standort Baiersdorf einen guten und interessanten Arbeitsplatz bieten. Auch die Ausbildung von Nachwuchs ist uns eine Herzenssache.

MM: Vor welchen Herausforderungen und Chancen steht Höfner als traditionsreiches, mittelständisches Unternehmen, das auf einem weltweit umkämpften Markt agiert?

TJ: Ganz kurz geantwortet: immer wieder neu vor großen Herausforderungen. Sei es in der Pflege und Anpassung der Instrumentenserien, in der stetigen Verbesserung der Serviceleistungen für unsere weltweit agierenden Partner und den qualifizierten Musikfachhandel und natürlich die Wünsche der Musiker und Anwender einfließen zu lassen.

MM: Der Höfner 500/1-Bass (Violin-Bass oder auch Beatle-Bass) ist vermutlich der bekannteste Bass der Welt. Welche besonderen Eigenschaften zeichnen ihn aus?

TJ: Ja, dieses Instrument ist schon bemerkenswert. Seit über 50 Jahren wird er, fast unverändert, in großen Stückzahlen produziert und findet seine Liebhaber immer wieder neu. Die besonderen Eigenschaften in kurzen Stichworten: eigener unverwechselbarer Sound und sehr komfortabel zu spielen. Speziell Gitarristen haben daran eine große Freude, da sie sich auf dem Griffbrett "zu Hause" fühlen. Das werden Ihnen die Musiker bestätigen, die dieses Instrument in ihrem Portfolio benutzen und dass sind nicht nur die Vintage-orientierten "alten" Spieler, sondern in immer mehr aktuellen Musikproduktionen und bei aktuell spielenden Bands kommt dieses Instrument zum Einsatz.

MM: Seit wann ist Höfner auf der Musikmesse präsent?

TJ: Von Beginn an: Als die Musikmesse Mitte der 50er Jahre noch in Düsseldorf war, dann seit den Anfängen in Frankfurt, als die Musikmesse, eingebettet in der Frühjahrs- bzw. Herbstmesse, startete.

MM: Welche Bedeutung besitzt die Musikmesse für Höfner?

TJ: Für uns ist die Musikmesse ein wichtiger Termin im Jahr. Wir präsentieren unsere Instrumente nationalen und internationalen interessierten Besuchern, treffen langjährige Partner und Zulieferer. Natürlich nicht zu vergessen, werden die Jahres-, Messebestellungen und Dispositionen von unseren nationalen und internationalen Händlern besprochen und abgeschlossen.

MM: Welche Produkte/Neuheiten werden im Mittelpunkt Ihrer Präsentation auf der Musikmesse stehen?

TJ: Wir zeigen Konzertgitarren für den Einsteiger bis hin zum professionellen Spieler. Dann bekommt die Palette der E-Gitarren und Bässe Zuwachs und natürlich haben unsere Geigenbauer auch einige spezielle Instrumente vorbereitet. Einen Einblick über unsere Produktion, Mitarbeiter, Neuigkeiten und auch Spezialanfertigungen finden Sie immer aktuell auf unserer Website.

MM: Was versprechen Sie sich vom Engagement auf der russischen Musikmesse?
TJ: Das ist doch ein sehr interessanter Markt. Wir möchten gerne unsere vorhandenen Geschäftsbeziehungen vertiefen und neue Verbindungen knüpfen.

Ich bedanke mich für das nette Gespräch und lade Sie ein, uns in unserer Ausstellung auf der diesjährigen Frankfurter Musikmesse zu besuchen. Dort haben Sie Möglichkeit die angesprochenen Instrumente nicht nur zu sehen oder auch anzutesten, sondern erleben auch deren Einsatz in den Händen von nationalen und internationalen Künstlern. Ich wünsche Ihnen dabei viel Freude.

Musikmesse Frankfurt 2012

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