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Kritik an Kürzungen für die freie Musikszene

Musikverbände warnen vor Einschnitten bei der Kulturförderung des Bundes

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 21.07.2026

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Musikverbände warnen vor Einschnitten bei der Kulturförderung des Bundes

Camille Buscot, neue Geschäftsführerin der Deutschen Jazzunion. © Ben Gross

Der Regierungsentwurf für den Bundeshaushalt 2027 stößt in der Musikbranche auf Kritik. FREO, Deutsche Jazzunion und PRO MUSIK sehen insbesondere die Förderung der freien Szene gefährdet und fordern eine Stärkung wichtiger Programme wie der Initiative Musik und des Festivalfonds.

Mit dem Entwurf für den Bundeshaushalt 2027 legt die Bundesregierung ihre kulturpolitischen Prioritäten für die kommenden Jahre fest. Die geplante Kürzung des Etats der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sorgt für große Besorgnis in der Musikbranche.

FREO, die Vereinigung der Freien Ensembles und Orchester in Deutschland e.V., die Deutsche Jazzunion und PRO MUSIK warnen in einer gemeinsamen Stellungnahme davor, dass Einsparungen bei projektbezogenen Förderinstrumenten die Entwicklung der freien Musikszene beeinträchtigen könnten.

Initiative Musik und Festivalfonds im Fokus

Besonders kritisch sehen die Verbände mögliche Kürzungen bei Programmen wie der Initiative Musik und dem Festivalfonds. Diese Förderinstrumente unterstützen freie Kunstschaffende, Ensembles und Veranstaltende bei der Umsetzung neuer Projekte, innovativer Formate und künstlerischer Kooperationen.

Nach Einschätzung der Verbände geht es dabei nicht nur um einzelne Förderungen, sondern um die langfristige Stabilität einer vielfältigen Musiklandschaft.

Gleichzeitig begrüßen sie, dass kulturelle Einrichtungen weiterhin unterstützt werden und Förderinstrumente wie der Musikfonds nach aktuellem Kenntnisstand auf stabilem Niveau fortgeführt werden sollen.

Steigende Kosten belasten die Szene

Die Verbände weisen darauf, dass unveränderte Förderbudgets angesichts steigender Kosten einer Kürzung gleichkämen. Höhere Honorare, Tarifentwicklungen sowie gestiegene Produktions- und Reisekosten würden die Umsetzung künstlerischer Projekte erschweren.

Faire Vergütung und bessere Arbeitsbedingungen seien wichtige Ziele der Kulturpolitik. Damit diese umgesetzt werden könnten, müssten Förderprogramme jedoch entsprechend ausgestattet sein.

Wichtiger Teil der Kulturinfrastruktur

Freie Musikerinnen und Musiker, Ensembles und Orchester leisten nach Ansicht der Verbände einen wesentlichen Beitrag zur kulturellen Vielfalt in Deutschland. Sie entwickeln neue künstlerische Konzepte, schaffen Zugang zu Kulturangeboten und bringen Musik in unterschiedliche gesellschaftliche Räume.

Institutionelle Einrichtungen und freie Strukturen erfüllten dabei unterschiedliche, aber gleichermaßen wichtige Aufgaben. Eine zukunftsfähige Kulturpolitik müsse beide Bereiche berücksichtigen.

Verbände fordern politische Korrektur

Die Deutsche Jazzunion warnt vor den Folgen möglicher Kürzungen für Jazz und Improvisierte Musik. Geschäftsführerin Camille Buscot erklärt:

"Für Jazz und Improvisierte Musik sind Förderinstrumente wie die Initiative Musik oder der Musikfonds unverzichtbar und ihre Kürzungen hätten massive Konsequenzen für die Szene. Gerade in dieser demokratisch herausfordernden Zeit, wäre es das falsche Signal, ausgerechnet jene Strukturen zu schwächen, die kulturelle Teilhabe, künstlerische Freiheit und gesellschaftlichen Austausch fördern. Die Bundesregierung muss ihre Zusagen aus dem Koalitionsvertrag einhalten und die freie Musikszene nachhaltig stärken."

Lena Krause, Geschäftsführerin von FREO – Freie Ensembles und Orchester in Deutschland e. V., betont:

"Der Bundeshaushalt ist immer auch eine Entscheidung über die Zukunft der Musiklandschaft in Deutschland. Für freie Ensembles und Orchester sind dabei vor allem Planungssicherheit und verlässliche Förderstrukturen entscheidend. Nur so können künstlerische Qualität, faire Arbeitsbedingungen und kulturelle Vielfalt dauerhaft gesichert werden."

Auch PRO MUSIK sieht Nachbesserungsbedarf. Geschäftsführerin Ella Rohwer erklärt:

"Der Haushaltsentwurf vom Kulturstaatsminister Weimer kann leider so gelesen werden, als ob die Musikschaffenden der freien Szene und die Infrastruktur der Popkultur nicht zu seinen Schwerpunkten zählt, entgegen allen Beteuerungen. Jetzt muss das Parlament korrigieren, damit die Bedingungen geschaffen werden, dass kulturelle Vielfalt eine Zukunft hat."

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