Vorbild für Deutschland?
Neue UK-Initiative "LIVE Trust" unterstützt kleine Livemusik-Clubs
© Jules D. via unsplash.com
Der LIVE Trust wurde ins Leben gerufen, um die Live-Musikbranche gezielt zu unterstützen. Besonderes Augenmerk liegt auf sog. Grassroots-Venues, also Live-Musik-Spielstätten, in denen insbesondere Newcomer oder aufstrebende Bands auftreten.
Anfänglich soll die Initiative durch eine freiwillige Abgabe von einem britischen Pfund pro Eintrittskarte für Shows in Arenen und Stadien mit einer Kapazität von über 5.000 Zuschauern finanziert werden.
Die Verwendung der auf diese Weise eingenommenen Mittel wird von den Gründern der Stiftung, Steve Lamacq, Kirsty McShannon und James Ainscough, in Abstimmung mit der UK-Live-Musikszene bestimmt.
Schwierige Situation für Newcomer-Szene
Die Live-Musik-Szene im UK befindet sich in einer ernsthaften Krise. Deutlich mehr als 100 Live-Musikclubs mussten seit 2023 schließen und mehr als 70 Festivals wurden 2024 abgesagt.
Während Großfestivals oder Stadionkonzerte für Rekordumsätze sorgen, leiden vor allem Newcomer-Clubs und kleinere Veranstaltungen unter den starken Kostensteigerungen.
Stärkung der Live-Szene
Um diese für die Nachwuchsförderung wichtigen Clubs und Veranstalter zu unterstützen, schlug der Kultur-, Medien- und Sportausschuss (CMS) des britischen Parlaments vor, eine freiwillige Abgabe innerhalb der Live-Musikbranche einzuführen, um die Live-Musikszene zu unterstützen und Live-Musikclubs zu erhalten.
Jon Collins, Geschäftsführer von LIVE betont, dass der LIVE Trust einen entscheidenden Schritt darstelle, um die Live-Musikszene nachhaltig zu unterstützen. Durch eine starke Infrastruktur reagiere man auf die Forderungen des Live-Sektors und auf die Empfehlungen des CMS.
Finanzielle Förderung
LIVE erklärt, dass die steigenden Produktionskosten von Veranstaltungen zusammen mit der anhaltenden Lebenshaltungskosten Krise in Großbritannien die Nachwuchs-Szene unter Druck setzen. Deswegen soll die Initiative diejenigen unterstützen, die Veranstaltungen, Festivals und Tourneen organisieren sowie die Existenz der Clubkultur sichern.
Zahlreiche bestehende Hilfsprogramme werden weiterhin unabhängig vom LIVE Trust bestehen. Das Förderprogramm LIVE Trust verfolgt die Philosophie, bestehende Initiativen zu stärken und zu koordinieren, um den größtmöglichen Nutzen für die Live-Industrie zu erzielen.
Ein Modell auch für Deutschland?
In Deutschland hat die LiveKomm mit dem Live Music Fund Germany ein ähnliches Modell vorgeschlagen. Es gilt jetzt eine Debatte über dessen Umsetzbarkeit zu führen.
Der Erfolg des UK-Modells wird davon abhängen, ob sich die Veranstalter sich konsequent an der Abgabe beteiligen. Die Namen der Unterstützer lesen sich jedenfalls eindrucksvoll.
Neben großen Veranstaltern wie Live Nation, FKP Scorpio, AEG Live, Superstruct und Kilimanjaro sind Ticketanbieter wie Eventim, Ticketmaster und See Tickets vertreten. Einzelne Locations wie das Wembley Stadium, die Royal Albert Hall, der Alexandra Palace und The O2 Arena in London sind ebenso dabei wie Hallen in zahlreichen anderen Städten wie Brighton, Cardiff, Nottingham, Liverpool, Leeds und Newcastle.
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