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Fragwürdige Erhebung

Problematische Studie sieht großes Interesse an Spotify Superfan-Abo

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 03.04.2025

spotify streaming musikbusiness

Problematische Studie sieht großes Interesse an Spotify Superfan-Abo

© Ivan Samkov via Pexels

Fast die Hälfte der Spotify-Nutzer in den USA wäre bereit, für zusätzliche Funktionen mehr zu zahlen, wie aus einer Umfrage zu Hörgewohnheiten hervorgeht. Besagte Umfrage hat aber gleich mehrere Probleme, die ihre Ergebnisse in Frage stellen.

Im Rahmen ihrer Studie zum ersten Quartal 2025 befragte die Kapitalmarktgesellschaft KeyBanc Capital Markets etwas über 2.000 US-Amerikaner nach ihren Hörgewohnheiten.

Die Umfrage ergab, dass 31 Prozent der Befragten Spotify nutzen, gefolgt von Pandora (22 Prozent), Apple Music (18 Prozent) und Amazon Music (17 Prozent). Während 37 Prozent der Befragten angaben, YouTube Music zu hören, führte KeyBanc die höhere Zahl auf die Verwechslung zwischen der Videoplattform und dem kostenpflichtigen Service YouTube Music zurück.

Diese Zahlen wirken schon auf den ersten Blick kurios. Irritierend ist beispielsweise die hohe Zahl der Pandora-Nutzer, die im Vergleich zum allgemeinen Marktanteil weit überproportional befragt wurden. Auch die Tatsache, dass die Studie nicht den Unterschied zwischen Youtube und Youtube Music vermitteln konnte, wirft Fragen auf.

Methodische Probleme

Das wirkliche Problem der Umfrage zeigt sich aber, wenn man die Zahlen näher unter die Lupe nimmt. Von den 2.000 Befragten der Umfrage nutzen knapp ein Drittel Spotify, umgerechnet also 600 Personen. 

Von diesen Spotify-Nutzern verwenden 48 Prozent das kostenlose, werbegestützte Angebot, während 47 Prozent ein kostenpflichtiges Abonnement abschlossen haben. Die restlichen 5 Prozent waren sich nicht sicher, welches Spotify-Angebot sie nutzen.

Großes Interesse?

Den Befragten mit Premium-Abo stellte KeyBanc nun die Frage, ob sie bereit wären für ein "Superfan"-Abonnement mit zusätzlichen Funktionen 5 bis 6 US-Dollar pro Monat mehr zu zahlen. Befragt wurden allerdings lediglich 300 Personen, eine relativ niedrige Zahl für eine Umfrage dieser Art. 

In den USA kostet das werbefreie Abonnement von Spotify 11,99 US-Dollar pro Monat für einen Einzelbenutzer, 16,99 US-Dollar für einen Zwei-Personen-Plan und 19,99 US-Dollar für einen Familienplan. Mit dem Aufpreis dürfte der monatliche Preis für das Superfan-Abonnement bei 18 US-Dollar für einen Einzelbenutzer liegen.

Von diesen Spotify-Abonnenten erklärten 45 Prozent, an einem Superfan-Abo interessiert zu sein, während 32 Prozent Desinteresse signalisierten. Die restlichen 23 Prozent waren unentschlossen.

Zu diesen Funktionen zählten im Rahmen der Umfrage verbesserte Audioqualität, der frühzeitige Zugang zu Neuerscheinungen, die Erstellung von KI-Playlisten, Q&A mit Künstlern und der bevorzugte Zugriff auf Konzertkarten gehören. Diese Inhalte sind aber spekulativ, da der Inhalt des Superfan-Abos noch unbekannt ist.

Vorsicht bei der Bewertung dieser Daten

Der Analyst Justin Patterson erklärt zu den Ergebnissen der Umfrage:

"Spotify-Superfans sind sehr an einem High-End-Angebot interessiert. Spotify hat zwar noch nicht offiziell ein höherpreisiges Angebot angekündigt, aber Kommentare des Unternehmens und der Labels deuten darauf hin, dass ein solches in Planung ist. Der vierteljährliche Anstieg fällt mit der Ausweitung dieser Frage zusammen, um den vorrangigen Zugang zu Tickets als Teil der Stufe hervorzuheben. Da Spotify bereits Vereinbarungen mit zwei großen Labels geschlossen hat, vermuten wir, dass dieses Angebot in der zweiten Jahreshälfte 2025 eingeführt werden könnte."

Bevor man so weitreichende Schlussfolgerungen zieht, sollten aus unserer Sicht aber Umfragen mit einer breiteren Datenbasis vorliegen.

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