Unterstützung signalisieren
Signal für Berliner Clubkultur: Politik stellt sich hinter den Humboldthain Club
Berliner Clubkultur (2025). © Steffi Rettinger (Beate Uwe)
Der Humboldthain Club im Berliner Wedding steht im Zentrum einer stadtpolitischen Debatte. Auslöser ist ein geplantes Bauprojekt in der unmittelbaren Umgebung, das den Fortbestand des Clubs gefährden könnte. Befürchtet werden Nutzungskonflikte durch Lärm, wie sie in Berlin bereits mehrfach zur Einschränkung oder Schließung von Clubs geführt haben.
Die Bezirksverordnetenversammlung Berlin-Mitte hat nun einstimmig beschlossen, den Club zu schützen.Das Bezirksamt wurde beauftragt zu prüfen, wie die planungsrechtlichen Voraussetzungen so gestaltet werden können, dass der Betrieb langfristig gesichert bleibt.
Die Entscheidung wird als deutliches politisches Signal für eine wachsende Anerkennung der Clubkultur gewertet.
Breite politische Unterstützung
Auch in der Berliner Medienlandschaft wird der Fall als exemplarisch beschrieben. Berichtet wird, dass insbesondere Parteien wie Grüne und Linke sich für den Erhalt des Clubs einsetzen und damit eine breitere politische Unterstützung sichtbar wird.
Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass der Konflikt damit nicht beendet ist. Das Bauvorhaben ist weiterhin möglich und konkrete Schutzmaßnahmen stehen noch aus.
So begrüßt auch die Clubcommission den Beschluss und wertet ihn als einen wichtigen Schritt, betont jedoch auch, dass strukturelle Lösungen weiterhin fehlen. Deren Vorsitzender Marcel Weber erklärt in einer Pressemitteilung:
"Jetzt müssen den Bekenntnissen Taten folgen. Der Schutz einzelner Clubs auf Bezirksebene ist wichtig, reicht jedoch nicht aus. Wir brauchen verbindliche Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene insbesondere die konsequente Umsetzung des Agent-of-Change-Prinzips und die rechtliche Anerkennung von Clubs als Kulturstätten im Baurecht."
Bedeutung für die Szene
Der Humboldthain Club gilt als wichtiger Ort für kulturelle Produktion und Nachwuchsförderung. Gerade kleinere und unabhängige Akteurinnen und Akteure finden hier Raum für erste Veranstaltungen und künstlerische Entwicklung. In einer angespannten wirtschaftlichen Lage geraten solche Orte zunehmend unter Druck.
Ein strukturelles Problem der Stadt
Der aktuelle Fall verweist auf ein grundlegendes Problem der Stadtentwicklung in Berlin. Immer wieder geraten Clubs in Konflikt mit neuen Wohn- oder Hotelprojekten. Ohne klare rechtliche Regelungen droht eine schleichende Verdrängung kultureller Räume.
Der Beschluss in Mitte könnte daher über den Einzelfall hinaus Bedeutung haben, wenn daraus weitergehende Maßnahmen abgeleitet werden.
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