Lifestyle prägt Berufswahl
Studie belegt Bedeutung der Berliner Clubkultur im Wettbewerb um internationale Fachkräfte
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Berliner Clubkultur (2025). © Steffi Rettinger (SO36)
Eine unabhängige Studie von Prof. Jean-François Ouellet (HEC Montréal), die am 28. November 2025 vorgestellt wird, liefert erstmals Belege für die wirtschaftliche Relevanz der Clubszene.
Lifestyle und Standortwahl
Die Untersuchung zeigt, dass soziale, kulturelle und lifestyle-orientierte Faktoren neben beruflichen Chancen zu den wichtigsten Gründen gehören, warum Expats (darunter versteht die Studie internationale Fachkräfte) nach Berlin ziehen. Besonders der sogenannte Lifestyle Fit, zu dem Clubkultur, Diversität und Offenheit zählen, wurde als zentraler Aspekt identifiziert.
Die Studie beziffert den jährlichen Beitrag der rund 375.000 wirtschaftlich aktiven Expats zur Berliner Wirtschatfsleistung auf etwa 26 Milliarden Euro. Der indirekte ökonomische Effekt der Clubkultur auf die Anziehung dieser Fachkräfte wird auf 2,8 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Damit übertrifft der Effekt die touristische Wirkung der Clubs deutlich.
Stimmen aus Politik und Clubszene
Marcel Weber, Vorsitzender der Clubcommission, erklärt dazu:
"Clubs sind ein wesentlicher Grund dafür, warum Menschen aus aller Welt nach Berlin kommen und hier bleiben. Wir tragen Milliarden zur Wirtschaftsleistung bei und stärken Berlins Position im globalen Wettbewerb um Fachkräfte. Deshalb sagen wir klar: Schaut auf uns, auf die Clubszene, auf die Kulturorte, die diese Stadt besonders machen."
Prof. Jean-François Ouellet ergänzt:
"Berliner Expats schätzen Clubkultur und Nachtleben unabhängig von Alter, Einkommen und Bildungsniveau durchweg deutlich höher als klassische Kulturangebote. Neben den bemerkenswerten wirtschaftlichen Effekten ist die zentrale Erkenntnis: Das Nachtleben ist keine Randaktivität für Studierende oder junge Menschen – es ist ein starker Motor für die Wettbewerbsfähigkeit von Städten."
Lutz Leichsenring, Projektleiter Nachtökonomiestrategie Berlin, betont:
"Seit Jahren setzen wir uns dafür ein, dass Clubkultur mehr als nur Unterhaltung ist – sie ist kritische Infrastruktur für kreative Städte. Diese Studie liefert endlich die Zahlen für das, was wir weltweit in Städten beobachtet haben: Ein lebendiges Nachtleben ist nicht nur 'nice to have', sondern ein strategischer Vorteil im globalen Wettbewerb um Talente."
Im Rahmen des Panels "Beyond the Beat" am 28. November um 14 Uhr der Stadt nach Acht-Konferenz in Berlin stellt Prof. Jean-François Ouellet die Studienergebnisse vor. Anschließend werden Vertreter*innen der Kultur-, Politik- und Wirtschaftsbranche diskutieren, wie die Ergebnisse der Studie in stadtpolitische Strategien einfließen können.
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