Übermaß an Hotels sorgt für Probleme
Clubcommission Berlin kritisiert: Hotelprojekt gefährdet Berliner Club ://about blank
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Blick ins Innere des ://about blank. © Bastian Bochinski
In der Laskerstraße 1 und damit in unmittelbarer Nähe zum Berliner Club ://about blank hat der Berliner Senat kürzlich den Bau eines neuen Hotels mit 240 Betten genehmigt – gegen den Willen des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.
Konflikte vorprogrammiert
Das ://about blank befindet sich nahe dem Berliner Ostkreuz und ist ein wichtiger Club für elektronische Musik mit internationaler Strahlkraft. Die Nähe zum Hotelneubau könnte nach Ansicht der Clubcommission, "einen weiteren Konflikt zwischen Schallschutzinteressen und Clubbetrieb provozieren" – mit potentiell verheerenden Folgen für den Club.
Zudem ist nicht nur der Club ://about blank von dem geplanten Bau betroffen, sondern auch die Raumerweiterungshalle, Zuckerzauber, Czentrifuga und der Jugendclub E-Lok.
Der Betreiber des ://about blank sieht die Genehmigung als existenzbedrohend für den Club und die benachbarten Kulturorte. In einem Interview mit der Berliner Zeitung bezeichnet Sulu Martini, der Sprecher des ://about blank die Entscheidung des Senats als "unverständlich" und kritisiert, dass die Senatverwaltung die kommerziellen Interessen des Trockland-Konzerns, der das Hotel bauen und betreiben will, höher gewichtet als die das seit 15 Jahren etablierten Clubs.
Einseitige Bevorzugung des Tourismus
Die Clubcommission kritisiert die Genehmigung in einer Pressemitteilung:
"Zahlreiche neue Hotelprojekte konkurrieren um eine stagnierende Nachfrage, während gleichzeitig Mieten steigen, gemeinwohlorientierte Orte verschwinden und das soziale Gefüge ganzer Kieze unter Druck gerät. Die einseitige Bevorzugung touristischer Infrastruktur zu Lasten bestehender kultureller und nachbarschaftlicher Strukturen ist aus Sicht der Clubcommission nicht nur stadtentwicklungspolitisch verfehlt, sondern gesellschaftlich untragbar."
Forderung nach Prüfung der Folgen
- Ein politisches Moratorium für den Hotelstandort Laskerstraße 1, bis eine umfassende Prüfung der sozialen und kulturellen Auswirkungen erfolgt ist.
- Keine Baugenehmigung ohne verpflichtende Anwendung des Clubkatasters – unter Berücksichtigung des Agent-of-Change-Prinzips [vereinfacht ein Bestandsschutz für bestehende Clubs, Red.] und vorgegebener Schallschutzauflagen auf Seiten der Bauherrn.
- Ein landesweiter Hotelentwicklungsplan, der Angebotsübersättigung, soziale Auswirkungen und kulturelle Sensibilität verbindlich in die Stadtplanung integriert.
- Eine strukturelle Absicherung kultureller Nutzungen durch baurechtliche Anerkennung von Clubs als Anlagen kultureller Zwecke und politische Förderinstrumente – insbesondere in urbanen Transformationsgebieten – durch die Einführung von Kulturschutzgebieten.
- Die konsequente Einbindung von Bezirken, Kulturschaffenden und Zivilgesellschaft in Entscheidungen zu potenziell konfliktträchtigen Großprojekten.
Locations
about blank
Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin
Zuckerzauber
Markgrafendamm 24c, 10245 Berlin
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