Livekultur am Leben erhalten
Live Music Fund ruft Künstler zur solidarischen Unterstützung kleiner Musikclubs auf
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© Liz Sanchez-Vegas via unsplash.com
Kleine und mittlere Venues in Deutschland stehen unter starkem wirtschaftlichem Druck. Steigende Kosten und sinkende Margen gefährden viele Clubs und unabhängige Veranstalter. Mit dem Live Music Fund soll ein Modell etabliert werden, das diese Basis langfristig stabilisiert.
Gegründet wurde der Live Music Fund von der Bundesstiftung Livekultur unter maßgeblicher Beteiligung von Felix Grädler, dem Geschäftsführer der Heidelberger halle02.
Ziel ist es, eine solidarische Finanzierung innerhalb der Branche anzustoßen – insbesondere durch die Beteiligung wirtschaftlich erfolgreicher Künstler und Veranstalter. Startschuss für den Live Music Fund war auf dem Reeperbahn Festival 2025.
Vorbild Großbritannien
In Großbritannien koordiniert der Music Venue Trust als zentrale Organisation die Unterstützung von Grassroots-Venues. Finanziert wird diese unter anderem über eine freiwillige Ticketabgabe bei Arena- und Stadion-Konzerten, die sogenannte "Grassroots Levy".
Die Einnahmen fließen in Fonds wie den "LIVE Trust" und werden anschließend an kleine Spielstätten verteilt. Künstler wie Harry Styles, Katy Perry oder Coldplay unterstützen dieses System aktiv, indem sie Ticketabgaben in die Preise ihrer Konzertkarten integrieren oder Teile ihrer Einnahmen spenden.
Politisch wird das Modell inzwischen ausdrücklich unterstützt. Die britische Regierung hat angekündigt, den Anteil von Tickets mit Grassroots-Abgabe deutlich erhöhen zu wollen; sogar eine verbindliche Einführung für große Konzerte und Festivals wird derzeit diskutiert. Das unterstreicht den Stellenwert, den der Erhalt der Clublandschaft inzwischen im kulturpolitischen Diskurs einnimmt.
Wer macht den Anfang?
In einem Instagram-Beitrag ruft der Live Music Fund seine Community dazu auf, Künstler zu nennen, von denen man sich eine vergleichbare Unterstützung wünscht. Das erscheint vor allem deshalb logisch, weil prominente Musikschaffende bereits das Konzept gelobt haben.
Die Botschaft ist eindeutig: Eine funktionierende Clublandschaft ist die Grundlage des gesamten Live-Marktes. Das britische Modell zeigt, dass selbst kleine Beiträge große Wirkung entfalten können. Jetzt muss nur noch ein deutscher Künstler den Anfang machen.
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