Nach lauter Kritik
SoundCloud ändert umstrittenen AGB-Absatz über KI-Training
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Eliah Seton, CEO von SoundCloud. © Eric Jukelevics
Im Februar 2024 aktualisierte SoundCloud ohne größere Aufmerksamkeit die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darin stand unter anderem, dass Musiker, Künstler und andere Kreative, die SoundCloud zur Verbreitung nutzen, damit rechnen müssen, dass ihre hochgeladenen Werke als Trainingsdaten in KI-Modelle eingespeist werden können. In den Bedingungen hieß es:
"Sie erklären sich ausdrücklich damit einverstanden, dass Ihre Inhalte zur Information, Schulung, Entwicklung oder als Input für Technologien oder Dienste der künstlichen Intelligenz oder der maschinellen Intelligenz im Rahmen und zur Bereitstellung der Dienste verwendet werden können."
Heftige Kritik
In den vergangenen Tagen äußerten Musiker und Vertreter der Musikindustrie im Internet Kritik an diesem Passus. Dazu zählten Fairly Trained-Gründer und KI-Kritiker Ed Newton-Rex, der in einem am 9. Mai veröffentlichten Post auf X den Auszug zeigte und fragte, ob es auch generative KI-Modelle beinhalten würde:
"Wenn ja, werde ich meine Musik entfernen und würde andere ermutigen, dasselbe zu tun."
Am Tag darauf teilte er eine Antwort von SoundCloud, worin steht, dass es ebenfalls generative KI-Modelle beinhalte. Das "Opt-out", zu dem sie sich in der Erklärung verpflichten, wäre aus seiner Sicht "völlig unfair gegenüber den Künstlern, da sie die Last auf sich nehmen müssten, SoundCloud zu sagen, dass sie nicht mit ihrer Musik trainieren wollen", und dass Opt-outs dazu gedacht seien, so viele Inhalte wie möglich für das Training zu sammeln.
Der Filmkomponist Gareth Baker Thomas löschte seine Musik von SoundCloud und rief dazu auf, selber zu hinterfragen, ob die Musik auf der Plattform weiterhin verfügbar sein soll.
SoundCloud reagiert
Als Konsequenz strich SoundCloud die umstrittene Passage aus den AGB. Seit dem 14. Mai 2025 steht stattdessen Folgendes:
"Wir werden Ihre Inhalte nicht verwenden, um generative KI-Modelle zu trainieren, die darauf abzielen, Ihre Stimme, Musik oder Ihr Bildnis zu replizieren oder zu synthetisieren, ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung, die über einen Opt-in-Mechanismus erteilt werden muss."
Zudem veröffentlichte der Geschäftsführer Eliah Seton eine Stellungnahme auf der SoundCloud-Website, in der er sich an die Künstler richtete. Darin heißt es, dass die Plattform nie Inhalte von Künstlern verwendete, um KI-Modelle zu trainieren, sei es für Musikproduktion, große Sprachmodelle oder "irgendetwas, das versucht, Ihre Arbeit zu imitieren oder zu ersetzen".
KI-Technologie würde lediglich für die Verbesserung von Empfehlungen, Suchen, Playlists, Content-Tagging und Betrugsvorbeugung verwendet werden. Seton nimmt folgende Position ein:
"KI sollte Künstler unterstützen, nicht ersetzen. Jede Nutzung dieser Tools auf SoundCloud wird dies auch weiterhin widerspiegeln."
Türöffner für ungewollte Konkurrenz?
Newton-Rex geht die Änderungen nicht weit genug. Ihm zufolge würden die neuen Bedingungen die Tür offen halten für KI-Modelle, die auf der Arbeit der Künstler trainiert werden und deren Stil vielleicht nicht direkt nachahmen, aber dennoch mit denen auf dem Markt konkurrieren würden.
Er schlug stattdessen folgende Äußerung für die AGB vor:
"Wir verwenden Ihre Inhalte nicht zum Training generativer KI-Modelle ohne Ihre ausdrückliche Zustimmung."
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