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Große Nachfrage, viele Herausforderungen

Studie sieht großes Potenzial für ÖPNV-Kombitickets bei Veranstaltungen

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 24.07.2026

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Studie sieht großes Potenzial für ÖPNV-Kombitickets bei Veranstaltungen

© Jasper Kortmann via pexels.com

Eine neue Machbarkeitsstudie von The Changency und dem Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) zeigt großes ungenutztes Potenzial bei sogenannten Kombitickets. Die Verbindung von Veranstaltungsticket und ÖPNV-Fahrschein könnte die Anreise des Publikums nachhaltiger gestalten. Gleichzeitig erschweren hohe Kosten und komplizierte Abläufe bislang eine breitere Umsetzung.

Bis zu 90 Prozent der Emissionen von Veranstaltungen entstehen durch die An- und Abreise des Publikums. Kombitickets, die den Eintritt mit der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs verbinden, gelten daher als möglicher Ansatz für eine nachhaltigere Veranstaltungsbranche.

Die neue Machbarkeitsstudie "Kombiticket ohne Limit" von The Changency und dem BDKV untersucht das Potenzial solcher Angebote. Wissenschaftlich begleitet wurde sie vom Wuppertal Institut, gefördert wurde das Projekt von der Initiative Musik. Im Mittelpunkt stand die Vision, jedes Veranstaltungsticket für 24 Stunden bundesweit als Deutschlandticket nutzen zu können.

Geringe Verbreitung trotz großem Interesse

Derzeit sind schätzungsweise nur 5,5 bis 12 Prozent aller Veranstaltungstickets in Deutschland mit einem ÖPNV-Angebot verbunden. Dabei bewerten rund zwei Drittel der Besuchenden ein integriertes Fahrticket als wichtig. Gleichzeitig verzichten 37 Prozent der Veranstaltenden auf Kombitickets, obwohl sie grundsätzlich daran interessiert sind.

Auch für den Nahverkehr könnte sich daraus ein erhebliches Potenzial ergeben. Laut Studie könnten künftig bis zu 18-mal mehr Kombitickets verkauft werden als bisher.

Kosten und Abläufe als Hindernisse

Für 67 Prozent der Veranstaltenden gelten zu hohe Preise als größtes Hindernis bei der Umsetzung. Rund zwei Drittel zahlen derzeit zwischen 0,50 Euro und 2 Euro pro Ticket an die Verkehrsbetriebe.

Zusätzlich erschweren separate Verhandlungen mit regionalen Verkehrsverbünden die Einführung. Auch bei der Kommunikation besteht Nachholbedarf, da viele Besuchenden nicht wissen, dass ihr Veranstaltungsticket bereits als Fahrschein gilt.

Rosa Hoelger, Projektmanagerin bei The Changency, betont in diesem Zusammenhang:

"Das Kombiticket ist hocheffektiv: Bis zu 24 Prozent der ÖPNV-Nutzer*innen steigen erst dadurch auf Bahn und Bus um. Um das wirtschaftliche und ökologische Potenzial auszuschöpfen, brauchen wir bundesweit standardisierte Prozesse. Das verschlankt den Aufwand radikal, spart dem Nahverkehr Geld und öffnet Türen für kleinere Veranstaltungen."

Bundesweites Modell stößt auf Zustimmung

Die Vision eines bundesweit gültigen "Kombitickets ohne Limit" findet grundsätzlich großen Zuspruch. 85 Prozent der Veranstaltenden sowie 83 beziehungsweise 63 Prozent der befragten Besuchenden befürworten das Konzept. Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Umsetzung eines 24 Stunden bundesweit gültigen Fahrscheins mit strukturellen und finanziellen Herausforderungen verbunden ist.

Die Umsetzung eines bundesweit gültigen Kombitickets gestaltet sich derzeit vor allem aufgrund des hohen organisatorischen und finanziellen Aufwands schwierig. Veranstaltende müssen separate Vereinbarungen mit verschiedenen regionalen Verkehrsbünden treffen. Gleichzeitig wäre ein 24 Stunden bundesweit gültiges Ticket mit hohen Kosten verbunden.

Sarah Lüngen, Geschäftsführerin von The Changency, erklärt:

"Die Arbeit an diesem Projekt hat uns gezeigt: Die Vision eines deutschlandweit gültigen 'Kombiticket ohne Limit' ist schwer umsetzbar und kann nur ein Teil der Lösung sein. Was uns dieses Projekt aber auch gezeigt hat: Alle beteiligten Stakeholder sind interessiert an einer Verbesserung des Status quo und bereit, gemeinsam an diesem Prozess zu arbeiten. Denn von einer Standardisierung und Nutzung brachliegender Potenziale profitieren am Ende alle Beteiligten."

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