"Die halbe Musikindustrie verklagt"
Tempo Music verklagt Miley Cyrus, Musikverlage, DSPs und Händler wegen Mega-Hit "Flowers"
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Miley Cyrus (2024). © Marcell Rev
Die Klage wurde von Tempo Music Investments eingereicht, einem Investmentfonds in Musikrechte, der von Warner Music und Providence initiiert wurde. Das alleine macht die Klage ein wenig ungewöhnlich.
Tempo besitzt einen Teil der US-Urheberrechte an Mars' Hit und hat diese Rechte von Co-Songwriter Philip Lawrence erworben. Bruno Mars und die beiden Co-Autoren Ari Levine und Andrew Wyatt werden nicht als Kläger genannt.
Ähnlichkeit zwischen den Hits
Laut Klageschrift bezieht sich die Ähnlichkeit zum einen auf die Songtexte der Lieder. Beispielsweise weist die Klage darauf hin, dass die Textzeile "I can buy myself flowers, write my name in the sand" Parallelen zu Mars Text "I should have bought your flowers and held your hand" aufweist.
Jedoch soll es nach der Klage auch Ähnlichkeiten über die Texte hinaus geben:
"Flowers kopiert zahlreiche melodische, harmonische und lyrische Elemente von "When I Was Your Man", einschließlich der melodischen Tonhöhengestaltung und Abfolge der Strophe, der verbindenden Basslinie, bestimmte Takte des Refrains, bestimmte theatralische Musikelemente, lyrische Elemente und bestimmte Akkordprogressionen der Songs."
Keine neue Erkenntnis
Die Ähnlichkeit zwischen beiden Liedern ist aber keineswegs erst jetzt ans Tageslicht gekommen. Schon seit Erscheinen von "Flowers" haben zahlreiche Beobachter die Gemeinsamkeit zwischen beiden Tracks beobachtet.
Ein möglicher Grund könnte darin bestehen, dass Miley Cyrus das Lied als Abrechnung mit ihrem Ex-Ehemann Chris Hemsworth geschrieben hat, der ein großer Bruno Mars-Fan ist. "When I Was Your Man" war quasi "sein Lied" für Cyrus.
Überzogene Klage?
Tempo Music hat aber nicht nur Cyrus und die Co-Autoren von "Flowers" verklagt, sondern auch die Musikverlage Concord Music Publishing, Warner-Tamerlane Publishing und MCEO.
Tempo Music ging sogar einen Schritt weiter und richtete die Klage auch gegen Musikstreaming-Dienste und Händler, die "Flowers" verkauft oder zum Streaming bereitgestellt haben. Zu den Beklagten gehören Barnes & Noble, Target und Walmart sowie Amazon Music, Apple Music, Deezer, iHeartRadio, Pandora, SoundCloud, TIDAL, und Xandrie.
Die Klage richtet sich auch gegen Veranstalter-Gigant Live Nation, da diese "Kopien des Songs über Cyrus' offiziellen Online-Shop verkauft haben" sowie gegen den Entertainment-Riesen Disney, der 2023 einen Dokumentarfilm über Miley Cyrus veröffentlicht hat, in dem auch "Flowers" zu hören ist.
Ob die Klage auf Schadensersatz gegen Streaming-Services, Musikhändler und Unterhaltungsunternehmen erfolgreich sein wird, erscheint sehr zweifelhaft. Music Business Worldwide spottete daher auch, dass Tempo "die halbe Musikindustrie" verklagt hätte.
Hoher Schadenersatz?
Die eingereichte Klage verlangt einen Schadenersatz "in einer vor Gericht zu bestimmenden Höhe" oder den gesetzlichen Höchstbetrag von 150.000 US-Dollar pro Verstoß.
Wenn man die Popularität des Songs "Flowers" bedenkt, könnte die Schadensersatzsumme hoch ausfallen, sollte Tempo Music vor Gericht Erfolg haben.
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