Ergebnis der Sony Music-Klage
Udio gibt zu, KI-Modell mit Youtube-Audioinhalten trainiert zu haben
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Künstliche Intelligenz hat große Auswirkungen auf den Kulturbetrieb. © Steve Johnson via unsplash.com
In einer Eingabe bei einem US-Bundesgericht in New York reagierte Udio Ende April auf die erweiterte Klage von Sony Music sowie den mitklagenden Labels Arista Music und Arista Records. Darin räumt das Unternehmen ein, dass seine Modelle mit "einer enormen Menge unterschiedlicher Tonaufnahmen" trainiert wurden, die aus öffentlich zugänglichen Quellen stammen.
Besonders brisant: Udio bestätigt erstmals explizit, dass Audio-Daten von YouTube als Trainingsmaterial verwendet wurden. In dem Dokument heißt es wörtlich: "Udio räumt ein, Audiodaten von YouTube zur Nutzung als Trainingsdaten beschafft zu haben." Zudem erklärt das Unternehmen, dass dafür teilweise das Tool YT-DLP eingesetzt wurde – eine Software, die häufig zum Herunterladen von YouTube-Inhalten genutzt wird.
Streit um "Fair Use"
Udio argumentiert weiterhin, dass die Nutzung der Trainingsdaten unter die "Fair Use"-Ausnahme des US-Copyright-Rechts falle. Das Unternehmen bezeichnet den KI-Trainingsprozess als "technologischen Hintergrundprozess", der für die Öffentlichkeit unsichtbar sei und letztlich ein neues, nicht rechtsverletzendes Produkt hervorbringe. Das sei ein mustergültiges Beispiel für eine Fair Use-Nutzung, so Udio.
Sony hingegen wirft Udio vorsätzliche Urheberrechtsverletzungen sowie die Umgehung technischer Schutzmaßnahmen von YouTube vor. Ein Richter lehnte Mitte April Udios Antrag ab, den entsprechenden Vorwurf aus der Klage streichen zu lassen. Das Gericht sieht es derzeit als plausibel an, dass YouTube technische Schutzmechanismen einsetzt, die Udio umgangen haben könnte. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus.
KI-Musik in Sekunden – gegen Bezahlung
Udio beschreibt in der Einreichung außerdem detailliert sein Geschäftsmodell. Die Plattform generiert Musikdateien innerhalb weniger Sekunden auf Basis von Texteingaben der Nutzer. Ursprünglich war der Dienst kostenlos und erlaubte bis zu 600 generierte Musikclips pro Monat. Seit Mai 2024 bietet Udio kostenpflichtige Abonnements, die sich im Bereich von 10 bis 30 US-Dollar bewegen.
Die Major-Labels Sony Music, Universal Music Group und Warner Music Group hatten Udio sowie den Konkurrenten Suno bereits im Juni 2024 verklagt. Im Zentrum der Klagen steht der Vorwurf, urheberrechtlich geschützte Aufnahmen ohne Genehmigung zum Training generativer KI-Systeme genutzt zu haben.
Während Universal und Warner ihre Verfahren gegen Udio nach außergerichtlichen Einigungen eingestellt haben, verfolgt Sony die Klage weiter.
Udio wirft Sony wettbewerbswidriges Verhalten vor
In seiner Antwort geht Udio sogar zum Gegenangriff über und wirft Sony sowie den anderen Labels "wettbewerbswidrige Aktivitäten" vor. Die Kläger würden versuchen, ihre marktbeherrschende Stellung in der Musikindustrie unrechtmäßig auszuweiten und Innovationen im Bereich KI-Musik zu behindern.
Der Fall gilt als eines der bislang wichtigsten Verfahren rund um generative KI und Musikrechte. Das Ergebnis könnte weitreichende Folgen für die gesamte KI- und Musikbranche haben – insbesondere für die Frage, ob urheberrechtlich geschützte Werke ohne Lizenz für das Training von KI-Systemen genutzt werden dürfen.
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