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Jeder kann betroffen sein

Neue Datenbank legt offen, welche Musik zum KI-Training genutzt wurde

News von BackstagePRO
veröffentlicht am 06.07.2026

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Neue Datenbank legt offen, welche Musik zum KI-Training genutzt wurde

© Mikhail Nilov

Das US-Magazin The Atlantic hat ein Tool veröffentlicht, mit dessen Hilfe alle Musikschaffenden überprüfen können, ob ihre Musik zum Training von KI genutzt wurde. Die Datenbank enthält aktuell mehr als 21 Millionen betroffene Songs.

Während seiner Investigativerecherche stieß Alex Reisner, der Autor des Artikels von AI Watchdog, einem Zweig von The Atlantic, auf vier Datensätze, die in der AI-Entwicklungscommunity geteilt würden.

Die größeren Sammlungen enthalten neun beziehungsweise zwölf Millionen Songs, die kleineren je über 100.000 Lieder. Um die Größe zu verdeutlichen: man bräuchte allein 91 Jahre, um sich durch die 12-Millionen-Track-Datenbasis zu hören.

Doppelgänger von "Thriller", "Shape of You" und "Johnny B. Goode"

Der Artikel liefert auch Beispiele dafür, wie KI-generierte Tracks bestehende Musik nachahmen oder kopieren. Beispiele dafür sind Michael Jacksons "Thriller", Ed Sheerans "Shape of You" und Chuck Berrys "Johnny B. Goode", von denen es  auf Suno unverkennbar ähnliche Nachbildungen in Lyrics und Melodiefolgen gibt. 

Eigentlich sollte genau diese Art von Duplikaterzeugung nicht passieren. Rachel Racusen, Sprecherin von Suno, versicherte, dass Plattformen "Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz vor unbefugter Weitergabe, Identitätsdiebstahl und Manipulationen" nutzen würden und erklärte, dass Reproduktionen von Trainingsdaten "nicht passieren sollten".

Metina Parlak, Sprecherin von OpenAI, bekräftigt: "Wir waren stets offen darüber, wie Jukebox trainiert wurde." Gleichzeitig veröffentlicht das Unternehmen nur die Methodik seines KI-Trainings und legt nicht offen, welche Songs benutzt wurden. 

Bewusstes Umgehen von Lizenzrichtlinien?

Drei der vier identifizierten Datenbanken bestehen aus Links zu Spotify und YouTube, die KI-Plattformen einen automatisierten Download der Dateien durch automatisierte Tools ermöglichen. Damit umgehen die KI-Unternehmen bewusst die Sicherheitssperren der betroffenen Plattformen. 

Die Recherche verdeutlicht: Firmen nutzen nicht, wie oft öffentlich ausgesagt, ausschließlich frei zugängliche Musik. Stability nutzte der Recherche zufolge zum Beispiel das Free Music Archive, das kostenloses individuelles Streaming erlaubt, aber Bezahlung für die kommerzielle Nutzung der Musik verlangt.

Wessen Musik ist betroffen?

Der Artikel von Atlantic enthält auch eine Suchfunktion. Um zu erfahren, ob die Musik eines Artists in einem der Datensätze ist, ist es möglich, den Künstler- oder Bandnamen in ein Suchfeld einzugeben.

Die Recherche ergibt, dass Jazzkünstler wie Miles Davis, John Zorn und Vijay ebenso in der Liste auftauchen wie Bob Dylan, Nirvana, Taylor Swift, Billie Eilish, Pearl Jam, Elvis Costello, Sheryl Crow oder die Beatles. 

Ebenfalls betroffen sind Komponist:innen klassischer Musik, deutsche Musiker:innen wie Nina Chuba, Herbert Grönemeyer, Die Toten Hosen, Ikkimel und Wincent Weiss sowie zehntausende kleiner Artists aller Genres.

Wie umfassend die rechtlich zumindest fragwürdige Nutzung der Musik durch KI-Unternehmen ist, lässt sich aus den Aussagen von Rapper LGoony entnehmen. Er kritisiert, dass seine Musik auf den KI-Trainingslisten noch nicht einmal auf den Streamingplattformen veröffentlicht gewesen sei. 

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