Deutscher Ticketkonzern im Visier
US-Investor Ananym Capital steigt bei CTS Eventim ein
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Klaus-Peter Schulenberg, CEO CTS Eventim. © CTS Eventim
Der aktivistische US-Investor Ananym Capital hat nach eigenen Angaben eine Beteiligung an CTS Eventim erworben. Der Fonds hält Europas größten Ticketvermarkter und einen der bedeutendsten Konzertveranstalter an der Börse für deutlich unterbewertet. Fondsmitgründer Charlie Penner stellte seine Einschätzung am 20. Oktober auf einer Investorenkonferenz in New York vor.
Penner sieht ein Kurspotenzial von 50 bis 100 Prozent, sofern CTS Eventim sein Geschäftsmodell gegenüber Investoren verständlicher darstellt, für mehr Stabilität in der Unternehmensführung sorgt und zusätzliche eigene Aktien zurückkauft. Die Beteiligung sei langfristig angelegt. Das Geschäft mit Live-Veranstaltungen biete weiterhin attraktive Ertragsmöglichkeiten.
Aktienkurs deutlich unter Rekordhoch
CTS Eventim betreibt unter anderem die Ticketplattform Eventim und ist über seine Veranstaltungsbeteiligungen an zahlreichen Konzerten und Festivals beteiligt, darunter "Rock am Ring" und "Rock im Park".
Der Börsenwert des Unternehmens liegt derzeit bei knapp sechs Milliarden Euro. Seit seinem Rekordhoch im Mai 2025 hat der Aktienkurs nahezu die Hälfte seines Werts verloren.
Zu den Belastungsfaktoren zählen schwächere Geschäftsergebnisse, eine zurückhaltende Prognose für 2026 und mehrere Wechsel in der Finanzführung. Seit 2020 wurde die Position des Finanzvorstands dreimal neu besetzt.
Ananym verweist zudem auf einen erheblichen Bewertungsunterschied zum US-Konkurrenten Live Nation. Gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis werde CTS Eventim mit einem Abschlag von rund 44 Prozent gehandelt.
Investor fordert Aktienrückkäufe und mehr Transparenz
Am 20.11.2026 veranstaltet CTS Eventim erstmals einen Kapitalmarkttag. Ananym sieht darin eine Gelegenheit, das Geschäftsmodell und die wirtschaftlichen Perspektiven des Konzerns gegenüber internationalen Investoren deutlicher zu vermitteln.
Zu den zentralen Forderungen des Fonds gehört ein umfangreicheres Aktienrückkaufprogramm. Damit könnte CTS Eventim nach Ansicht des Investors das Vertrauen des Kapitalmarkts stärken und die aus seiner Sicht bestehende Unterbewertung verringern.
Wie hoch die Beteiligung von Ananym Capital ausfällt, ist bislang nicht bekannt. Größter Aktionär von CTS Eventim ist weiterhin Unternehmensgründer und Vorstandschef Klaus-Peter Schulenberg. CTS Eventim hat sich zu den Forderungen des Investors bislang nicht geäußert.
Zweites Engagement in Deutschland
Ananym Capital war bereits Ende 2025 mit einem Engagement beim Energietechnikkonzern Siemens Energy in Deutschland in Erscheinung getreten. Damals forderte der Investor unter anderem eine Abspaltung der Windkrafttochter Siemens Gamesa.
Mit dem Einstieg bei CTS Eventim nimmt der US-Fonds nun einen der wichtigsten europäischen Konzerne der Konzert- und Ticketingbranche ins Visier.
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